Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere
Durchschnitts-Wertung
4,0
1881 Wertungen

96 User-Kritiken

5
17 Kritiken
4
30 Kritiken
3
21 Kritiken
2
14 Kritiken
1
11 Kritiken
0
3 Kritiken
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
Alex M.
Alex M.

7 Follower 16 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 19. Januar 2016
Gute acht bis neun Stunden Filmlänge und damit ähnlich lang wie die Herr der Ringe Trilogie erwarten einen bei der cineastischen Umsetzung von "Der Hobbit" von Regisseur Peter Jackson.
Und das obwohl die Herr der Ringe Reihe drei komplexe Bücher zur Vorlage hat, der Hobbit dagegen nur ein relativ moderates Einzelwerk darstellt von Großphantast J.R.R. Tolkien.
Vorab sei gesagt, dass ich die Bücher (leider noch) nicht gelesen habe - daher Parallelen oder Abgrenzungen zum literarischen Pendant daher nicht aufweisen kann.

Der dritte Teil der Hobbit-Reihe -ich habe ihn in der Extended Version gesehen - hat mich gestern irritiert und ziemlich verärgert zurückgelassen. Während die Herr der Ringe Reihe mich immer wieder fasziniert und auch mitreißt in die sagenumwobende Welt von Mittelerde, ergibt sich für mich die Hobbit Reihe nach Abschluss des letzten Teils als bloße Farce.
Ich muss sagen schon der erste Teil hat mich nicht überzeugt, der zweite mit Abstrichen schon eher - der dritte hingegen ist ein pures Fiasko.

Die Zwerge müssen sich nun nach längerer Reise in Erebor, ihrer Heimat, mit ein paar Mitstreitern gegen alle möglichen Widersacher behaupten. Diese eine Zeile umfasst so gut wie komplett schon die gesamte Handlung des dritten Teils.

Das große Problem ist die misslungene dramaturgische Umsetzung ohne erzählerische Raffinesse, ohne wirklichen Tiefgang und die völlig überzogenen reaktionären Kampfszenen. Kurz: beknacktes Drehbuch!
Die Charaktere blieben seit Beginn des ersten Teils stets blass und uninteressant. Ausnahmen sind während der ganzen Filmreihe ebenjener Hobbit Bilbo (Martin Freeman), der Drache Smaug, im ersten Teil noch das zwielichtige Geschöpf Gollum, bisweilen auch der Elbenkönig Thranduil. Die Zwerge, von denen die Filmreihe ja eigentlich getragen werden sollte, und deren Persönlichkeit erschließen sich für den Zuschauer größtenteils nicht. Sie bleiben durchweg uninteressant. Auch der ambitionierte Anführer Thorin (Richard Armitage) kann nicht vollends überzeugen, da seine Charakterentwicklung sich zu unausgefeilt darstellt.

Das interessanteste, was den zweiten Teil meines Erachtens auch zum besten macht, ist das Auftreten des Drachen Smaug. Der mächtige (wirklich sehr gut kreierte) Drache mit seiner vielschichtig undurchsichtigen rätselhaft mystischen Art, zum einen intelligent und Zwietracht sähend, zum anderen hochmütig, gierig und jähzornig.
Drachen an sich stehen schon als das Symbol der Macht, Stärke sowie Raffinesse.
So großartig die letzte Szene im zweiten Teil - so mies dagegen das Weiterführen zu Beginn des dritten Parts.
Da handelt man ungerechtfertigt Smaug nach kurzer Zeit wiederum so schnell ab im Gegensatz zu seiner guten Einführung, sodass das Potenzial der interessantesten Figut komplett verschenkt wurde ohne dass sie sich wirklich entfalten konnte. Im Hinblick auf die Gewichtung die dem Drachen vorher zukommt und als was er auch im ersten Teil durch die Erzählungen der Zwerge und in der Einleitung dargestellt wird wirkt es völlig aus der Bahn gekippt und im Ungleichgewicht.
Man mag sich ja im Drehbuch hier an die Buchvorlage orientieren, aber was im Buch eventuell funktioniert tut es hier nun im Film überhaupt nicht.
Zudem in Smaugs finalem Akt ihm der Schmuggler Bard mit seinem Sohn gegenüberstehen, die aufgrund ihres einfachen Persönlichkeitsmusters und der hastigen Einführung nicht würdig erscheinen eine solche Tat zu vollbringen...(ehrlich gesagt mir wurde schlecht - vor allem im Angesicht dieser irren Bogenschiessszene).

Anschließend hat sich die abstruse Story nur noch weiter mit oberflächlichen Handlungen der größtenteils plumpen Charaktere fortgesetzt.
Die Schlacht entbrennt dann recht flix und überdauert auch den Großteil des Films. Nun gut, und dann verliert man sich in dem Schlachtgetümmel, das zwar zum einen technisch sehr gut in Szene gesetzt wurde mit seinen Kriegern, Kreaturen und Kriegsgerät - zum anderen aber auch regelrecht überladen wirkt.

Was mich aber, wie beim ersten, zweiten Teil und nun vor allem im dritten Teil stört ist diese unglaublich überzogenen, unlogisch, keineswegs in sich authentischen Actionszenen, weche zu sehr konstruiert wirken.
Mich haben sie zum Teil wütend gemacht, da - so sehr es auch eine Fantasy-Adaption sein mag - es in keinster Weise auch noch irgendwie realistisch erscheint was da gerade geschieht.
Die Zwerge stürzen sich (ohne Rüstung?) in die Handlung und poltern in reinem Aktionismus durch die kompletten Kriegsreihen und bleiben größtenteils unversehrt. Mir waren die Zwerge eigentlich schlichtweg egal - was eben an der mangelnden Charakterentwicklung liegt - beziehungsweise haben sie mich auch oft genervt, da Pathos in eine 13 köpfige Zwergenhorde integriert wird, welche wie Superhelden agieren.
Anbetracht des mehrfacht propagiert tödlich "Bösen", was laut Handlung von den Orks und den Mitstreitern der Orks, wie z.B. den Wargen, ausgehen soll wirkt es dann allerdings nur noch grotesk wenn sich diese Gefahr des "Bösen" dann im Drehbuch bzw. vor allem auf der Leinwand nicht deutlich macht.

Es ging schlicht und einfach in allen drei Teilen zu viel glatt - das mag daran liegen dass es eine Kinderbuchverfilmung ist - ist aber trotzdem in sich nicht schlüssig und sehr unausgewogen
( spoiler: es sind zwar (zum Glück) drei Zwerge gen Ende gestorben - täuscht aber nicht über den beschriebenen Eindruck hinweg
.
Und damit meine ich nicht nur die Handlungen der Zwerge sondern eben auch der Menschen, die plötzlich alle super mit ihren Bauerngerät kämpfen können, der Super-Elb Legolas, welcher ja scheinbar auch in Schwerelosigkeit agieren kann (jeder weiss welche Szene ich meine - ich dachte ich spinne), sowie Bard mit seinen ersetzbaren Kindern, die für mich ein Störfaktor darstellen.
Alles in allem verkommt für mich ein Großteil der Kampfszenen dadurch zu einer langweiligen absurden Szenerie, welche nicht Ernst zu nehmen ist. Ich fühle mich da als Zuschauer einfach verar****
(es sei gesagt, dass auch Herr der Ringe seine relativ übertriebenen Szenen hatte (z.B. Legolas vs. Olifant) diese waren hier aber aufgrund der vorherrschend gut funktionierenden Dramatik und ausgewogenen Darstellung beider Seiten zu verkraften).

Was mich auch sehr stutzig machte und eigentlich auch nur peinlich ist, sind diese versucht humoristischen Einlagen allen voran u.a. des ehemaligen Bürgermeisterhelfers Alfrid (Ryan Gage). Diese haben nicht nur nicht gepasst sondern haben die Belanglosigkeit des umgebenden Schlachtgetümmels nur noch verstärkt.

Letztendlich konnte ich die meisten Chraktere so gut wie nicht ernst nehmen oder mit ihnen sympathisieren - abgesehen von Smaug, aber auch noch Bilbo, der hier jedoch auch eher zur Randfigur mit wenigen Schlüsselszenen verkommt. Eine emotionale Auseinandersetzung mit den Charakteren findet sonst nicht statt.
So wirkt auch Thorins Umstimmung vom raffgierigen Egozentriker zum wieder ehrenvollen tugendhaften Anführer zu plötzlich und zu spontan - es wirkt hier so vieles im Film einfach so pragmatisch und stillos vorgesetzt ohne die wirklichen Feinheiten der Figuren und Emotionen herauzuarbeiten sodass es unmöglich wird eine mitfiebernde Haltung mit Personen und Geschehen einznehmen.
Auch Elbenvorstand Tauriel (Evangeline Lilly), die an sich eine nette zugängliche Person verkörpert,
verliert sich ab und an in kitschiges oberflächliches Getue.
Erwähnen möchte ich noch den Zwerg Balin, der von allen mir noch am sympathisch und ausgewogensten erschien, da er eine gewisse Vernunft wiederspiegelte die ich sonst einfach vermisst habe.

Nach dem letzten Drittel des Films, bei dem sich das Gewicht der Handlung eher von den großen Schlachten auf erbitterte Einzelkämpfe fixiert, verliert sich die Handlung jedoch und einige Charaktere, die vorher noch gewisses Gewicht in der Handlung des Films hatten sowie auch Thematiken die zum Abschluss der Geschichte beigetragen hätten werden gar nicht mehr aufgegriffen spoiler: Wo ist das letzte Orkheer so schnell hin - haben Radagast und Beorn das mal eben so schnell fertig gemacht? Stand der Dinge nach der Schlacht zwischen den Parteien? Was ist mit Thranduil bzw. Bard? Wo war eigentlich Gandalf?
.

Die Szene in Dol Guldur will ich noch erwähnen. Eine der besseren Szenen mit alten Bekannten, die das ganze zum Positiven auflockerten, allerdings wirkte es letztendlich auch hier sehr überhetzt und überzogen ohne wirklich die Essenz dessen herauszuarbeiten was denn hier nun eigentlich genau im Gange ist.

Der letzte Punkt ist aber auch noch der, dass ich hier kaum Filmmusik erkennen konnte die einen tragenden epischen Effekt im Hinblick auf das visuelle Geschehen beitragen konnte.
Ich habe sie so gut wie nicht bemerkt oder hat die eh kaum vorhandenden Emotionen nicht verstärken können, da sie eigentlich auch so gut wie kaum zu realisieren war - trotz Meisterkomponist Howard Shore, der alle Mittelerde Fans in "Herr der Ringe" ja musikalisch wunderbar umsorgt hat.

Mein Fazit fällt daher, da ich kaum Postives genannt habe, durchwiegend schlecht aus.
Völlig überzogene, absurde, zu arg konstruierte, unrealistische Szenerie und Handlungen. Kein Tiefgang der Figuren, so gut wie keine Chrakterentwicklung. Peter Jackson tobt sich hier in einem oberflächlichen CGI Gewitter aus ohne den Zuschauer für voll zu nehmen.
Das einzige Positive zu erwähnen ist, dass aufgrund der technischen Umsetzung, vor allem der Kreaturen, durchaus Kurzweil aufkommen kann, aber man sich auch auf Langeweile aufgrund der größtenteils einseitigen Schlachten einstellen muss.
Wer sich von vornherein auf eine kitschige Trashorgie einstellt geht schon mit den richtigen Vorzeichen an den abschließen Teil dieser Saga heran.
SK10
SK10

18 Follower 86 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 18. Januar 2016
Der Hobbit endet mit dem Dritten Teil - Die Schlacht der Fünf Heere. Das Kapitel wurde abgeschlossen, doch als Fan der Herr der Ringe und Hobbit-Trilogie fällt es schwer ein Kommentar zum Abschluss der Saga zu geben. Die Kinofassung des letzten Teils von Peter Jackson schafft es nicht das Kapitel zu vollenden. Zu viele Fragen bleiben einfach offen, als die Schlacht vorbei und der Film endet!

Doch wer sich die Extended Version der Schlacht der Fünf Heere kauft, bekommt viele Momente und fehlende Szenen gezeigt, die den Film in ein ganz anderes Licht stellen. Schade, dass die Macher des Films diese Szenen und Ergänzungen nicht in die Kinofassung gebracht haben.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 2. Januar 2016
Gut gelungen mit Ausnahmen (z.B Kili/Tauriel Liebesgeschichte, nicht immer gelungene Trolle, unnötiger humor und Legolas Stunts! Aber natürlich viele gute Momente (Eichelszene, Drachenangriff...)
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 10. Juni 2016
Solider Film. Aber mit Sicherheit einer der schlechteren der Mittelerde-Saga. Der Hauptbestandteil des dritten Hobbits sind leider ausschließlich die Schlachten. Man hätte etwas mehr Zeit dem Heinweg und dem Auenland widmen können, statt unnötigge Szenen mit diesem Alfred miteinzubringen.
Michael S.
Michael S.

301 Follower 415 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 10. Dezember 2015
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Und Peter Jacksons Filme nicht vor der letzten Schnittfassung. Mit der Extended Edition von Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere ist seine Mittelerde-Doppeltrilogie nun also endgültig vorbei. Zeit für ein Fazit. Oder die ultimative Kritik über drei Filme, die eigentlich einer sind.
Die Story ist bekannt: Der Hobbit Bilbo Beutlin lebt ein eigentlich friedliches Leben. Etwas aufregenderes als ein verspätetes Mittagessen kann er sich kaum vorstellen, weshalb sein Ruf bisher weitgehend unangetastet blieb. Eines Tages taucht der Zauberer Gandalf bei ihm auf und schlägt etwas unerhörtes vor: Bilbo soll bei einem Abenteuer mitmachen. Der Hobbit ist abgeneigt. Dreizehn Zwerge an seinem Abendbrottisch sorgen allerdings dann doch dafür, dass Bilbo sich schließlich mehr oder weniger freiwillig auf eine Reise macht, die nicht nur sein Leben für immer verändern wird.
Der Prolog zur Produktion: Eigentlich hatte sich Mittelerde-Zweitschöpfer Jackson schon nach seinem phänomenalen Herr der Ringe vorgenommen, nicht mehr dorthin zurückzukehren. Man müsse sich selbst übertreffen, die Erwartungen seien zu hoch und außerdem waren da ja noch die rechtlichen Differenzen zwischen diversen Filmstudios. Diese konnten glücklicherweise beseitigt werden und mit dem Fantasy-erfahrenen Mexikaner Guillermo Del Toro war bald ein geeigneter Regisseur gefunden. Leider verzögerte sich der Produktionsbeginn und Del Toro musste das Projekt verlassen, also übernahm der ohnehin als Produzent und Drehbuchautor beteiligte Neuseeländer das Ruder.
Der Filmreihe hat das weitgehend gut getan. Vieles, was man schon in der letzten Tolkien-Trilogie mochte, ist wieder einmal gut gelungen. Die Darsteller sind größtenteils hervorragend, das Design traumhaft, die Landschaften (echte und digitale) magisch, die Effekte überzeugend und die Musik unwiderstehlich. Es fällt auch von Anfang an nicht schwer, wieder in die längst Kult gewordene Welt einzutauchen und für jeweils knapp drei Stunden hemmungslos darin zu versinken. In diesem Umfang hat das noch kein anderer Film irgendeines Genres geschafft. Die meisten der neuen Figuren werden überaus gelungen porträtiert, gerade Rollen wie Balin, Gloin, Thranduil, Beorn, Bard, Radagast und natürlich Bilbo sind nahezu perfekt besetzt und fügen sich nahtlos in die Reihe der übrigen wiederkehrenden Helden ein.
Auch die Entscheidung, das relativ schmale Büchlein zu drei Filmen auszubauen, ist nicht so schlecht, wie es oft unterstellt wurde. Da sämtliche Drehbuchautoren bestens mit der Mythologie Mittelerdes vertraut sind und ohnehin noch die Verwertungsrechte des umfangreichen Anhangs von Der Herr der Ringe vorlagen, konnte noch manches ergänzt werden, das beim Lesen des Hobbits und einer allzu buchtreuen Filmfassung Fragen aufgeworfen hätte. Beispielsweise verlässt Gandalf im Buch die Reisegemeinschaft für längere Zeit und hüllt sich betreffs seiner Ziele in Schweigen. Das kann Verwirrung stiften, doch die Filme erklären, was im Sinne Tolkiens in dieser Zwischenzeit passiert. Außerdem wird die den dritten Film weitgehend beherrschende "Schlacht der fünf Heere" in der Vorlage nur sehr knapp beschrieben, während man im Kino wesentlich mehr davon sieht. Und das gerät ziemlich eindrucksvoll.
Gerade die auch vom Hobbit vorliegenden längeren "Extended Editions" enthalten noch einmal deutlich mehr Szenen, die weitere Aspekte der Handlung erklären und immer wieder mal mehr und mal weniger direkt die Brücke zum Buch schlagen. J.R.R. Tolkiens zuweilen ziemlich schelmischer Humor kommt hier mehr zum Tragen, aber auch die Tiefe der Mittelerde-Mythologie wird deutlich.
Gewöhnungsbedürftig ist in erster Linie die veränderte Ästhetik. In der Ring-Trilogie passten die auf analogem Film gedrehten Szenen mit ihren erdigen Farben hervorragend auf die große Leinwand. Von diesem Look wurde manches beibehalten, das Mittelerde des Hobbits ist im direkten Vergleich aber deutlich farbenfroher. Da fühlt man sich dann wieder daran erinnert, dass es sich ja eigentlich um ein Kinderbuch handelt und tatsächlich ist auch der erzählerische Tonfall vor allem im ersten Film ein recht heiterer. Nun ist Peter Jackson neben seinen unbestreitbaren Regiequalitäten auch ein Fan von komplexer Filmtechnik, weshalb alle Filme mit den neuesten verfügbaren digitalen Kameras in einer Auflösung gedreht wurden, die im Vergleich selbst hippe HD-DSLR-Spielereien lachhaft aussehen lassen. Die ebenfalls nicht unumstrittene doppelte Bildrate macht allein im Kino Sinn, wenn man den Film in 3D sieht. Hier handelt es sich um eine der seltenen Produktionen, die von diesem Effekt als künstlerisches Stilmittel Gebrauch macht. Da sind die 48 Bilder pro Sekunde durchaus sinnvoll, gerade Schwenks und Kranaufnahmen wirken so wunderbar glatt, als würde man mit den eigenen Augen durch ein Fenster auf Mittelerde sehen. Ohne die dritte Dimension erscheinen die Bewegungen allerdings wie in einer billigen Seifenoper und schaden dem Seherlebnis eher. Glücklicherweise wurden die Bilder für die Heimkino-Ausgaben auf eine ansprechende Bildrate heruntergerechnet.
Auch bei einigen Drehbuchideen muss man als erklärter Fan von Buch und Filmen stellenweise die Stirn runzeln. Die viel gescholtene Liebesbeziehung zwischen dem Zwerg Kili und der Elbin Tauriel gehört definitiv dazu. Da gibt es dann auch noch die oberpeinlich-süffisante Bemerkung, dass der Zwerg neben herkömmlichen Waffen "alles mögliche in der Hose haben" könnte. Dieses Niveau hat ein Peter Jackson eigentlich nicht nötig. Die angedeutete zarte, wenn auch nicht unbedingt tolkiensche, Zuneigung zwischen Gandalf und Galadriel gelingt schon eher, allerdings fragt man sich, was sie dann eigentlich noch für ihren Gemahl Celeborn empfindet, mit dem sie in Der Herr der Ringe schon ewig vermählt ist. Der die Zwerge verfolgende Ork Azog kommt zwar am Rande auch im Buch vor, wird im Film aber zum Hauptbösewicht ausgebaut. Das ist eine nette Idee, allerdings wirkt er wie einer der plattesten Filmbösewichte aller Zeiten. Ein eindimensionaler Haudrauf-Charakter ohne irgendwelche interessanten Seiten. Ganz anders der im zweiten und dritten Film auftretende Drache Smaug, der den Schatz der Zwerge geraubt hat und nicht hergeben will. Der von Sherlock-Star Benedict Cumberbatch gesprochene und per digitalem Motion-Capture-"Kostüm" zum Leben erweckte Feuerspeier ist der vermutlich gerissenste seiner Art, den man je zu sehen bekommen hat.
Andere Dinge sind Geschmackssache. Die zentrale Schlacht des letzten Films ist zwar ohne Zweifel die größte und epischste der bisherigen Mittelerde-Filme, gleichzeitig aber auch die verrückteste. Kampfwidder, Katapulte auf Trollrücken, ein scheinbar gewichtsloser Legolas und schwer gepanzerte Zwergen-Gladiator-Streitwagen mit Maschinengewehr-Pfeilschussanlage sind da nur der Anfang. Zur Atmosphäre des Abenteuerfilms passen viele dieser Einfälle ganz ausgezeichnet, aber die tragische Komponente, die einer der Gründe für das ganze Gemetzel ist, geht hier teilweise unter. Mit dem Tod einer gewissen zentralen Figur ist der Tonfall dann plötzlich wieder ernst und das regelrecht spaßige Orkschlachten wieder fast vergessen.
Durchweg gelungen ist allerdings so ziemlich alles, was mit dem titelgebenden Hobbit zu tun hat. Martin Freeman ist der beste Bilbo, den man sich für diese Filme wünschen könnte und bringt reichlich Humor, Unschuld und Neugier mit in diese gewaltige Welt. Die Mehrheit der durchaus vorhandenen direkt aus dem Buch übernommenen Szenen überzeugen darüber hinaus mit viel Genauigkeit, guter Inszenierung und einem hervorrragenden Gespür für das Werk Tolkiens. Philosophisch betrachtet ist Der Hobbit als Film ganz ähnlich wie das Leben an sich: schon für die richtig schönen Momente lohnt es sich dranzubleiben und Geduld zu haben. Vor allem langjährige Mittelerde-Fans sollten zumindest die Atmosphäre des Ganzen genießen können.
Die BluRay-Ausgaben der Kinofassung und die Extended Editions (dort sowohl DVD als auch BD) sind wie gewohnt mit Bonusmaterial vollgestopft, an dem man sich kaum sattsehen kann. Nur wenige Fragen bezüglich der vorgestellten Figuren und Völker von Mittelerde, Filmtechnik oder der Fertigung der unzähligen Kostüme, Requisiten und Sets bleiben hier offen. Selbst kritische Töne fehlen nicht. Peter Jackson gibt unumwunden zu, dass er nur sehr wenig Zeit hatte, um sich angemessen auf die Regie dieses Mammutprojektes vorzubereiten, was dem Film eben nicht nur gut getan hat. Besonders bewegend sind die Videos, in denen auf über fünfzehn Jahre Arbeit an den Filmen zurückgeblickt wird und die Würdigung des kurz vor der Fertigstellung der erweiterten Fassung verstorbenen Chefkameramanns Andrew Lesnie. Spätestens danach steht fest, dass diese Tolkien-Verfilmungen eben nicht noch ein weiteres überflüssiges Hollywood-Franchise darstellen, sondern etwas ganz besonderes.
Remstal Filmkritiker
Remstal Filmkritiker

6 Follower 24 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 16. Januar 2016
Ein episches Ende der Prequel Trilogie. Finde es schade, dass die Geschichten um Bilbo Beutlin jetzt endet :CCC
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 29. April 2015
Peter Jackson sorgte mit der "Herr der Ringe" Trilogie für einer der besten Fantasyfilmreihen unserer Zeit. Da seit einigen Jahren jedoch der Drang herrscht aus allem ein Franchise zu machen was auch nur 10 Leute ins Kino gelockt hat, war es eigentlich schon lange zu erwarten das der Zuschauer Mittelerde wieder sehen wird. Leider gibt es hier ein kleines Problem. Während bei der "Herr der Ringe" Trilogie jeweils ein Film für je ein Buch stand, und daher jeder Film einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende hatte, wird in den Hobbit Filmen ein knapp 300 Seiten langes Buch auf unfassbare drei, jeweils weit über 2 Stunden lange Filme ausgeleiert. Zu Anfang des finalen Teils "Die Schlacht der fünf Heere" zeigt sich schnell eines der größten Probleme der Hobbit Reihe. Sie ist langweilig. So langweilig das man sich für die kleinen Details aus den vorherigen Filmen einfach nicht interessiert, und sie daher einfach vergessen hat. Warum sitzt Gandalf nochmal im Käfig? Ach auch egal. Was für einen Stein suchen die Zwerge doch gleich? Nicht so wichtig. Nachdem ein Jahr vergangen ist, und man schon den letzten Film nicht mehr so interessiert verfolgt hat, hätte ein kleiner Epilog vielleicht Sinn gemacht. Tricktechnisch ist Peter Jackson natürlich einer der besten seiner Profession und das zeigt er auch hier wieder. Spektakuläre 3D-Effekte und großartige Landschaftsaufnahmen unterhalten angenehm und erinnern immer wieder an die viel besseren "Herr der Ringe" Filme. Auch Martin Freemans Darstelleung des Bilbo sticht in einem leider etwas blassen Ensemble heraus. Aber trotz alle dem und den unzähligen erzwungenen Bezügen zu der "Herr der Ringe" Trilogie schaffen es die Hobbit Filme einfach nicht an die Qualität ihrer Vorgänger anzuknüpfen. So bleibt auch der dritte Teil nicht mehr als CGI-geladene Popcornunterhaltung für alle die die "Herr der Ringe" so sehr vermissen das sie alles nehmen würden um sich darüber hinweg zu trösten.
Marcel G.
Marcel G.

12 Follower 58 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 7. August 2016
Im Kino war ich leider von dieser epischen Schlacht etwas enttäuscht. Als totaler Fan dieser Machwerke war ich einfach nicht zufrieden, ich war glücklich das es ihn gibt aber bin nicht 100% positiv aus dem Film heraus gekommen.

Dann kam der extended Cut, und ich war/bin glücklich. Die extended Version nimmt sich die Zeit für die Schlacht die in der KV fehlt. Und Dinge die unlogisch waren ergeben einen Sinn.
Die Schlacht wird noch epischer und größer.

Und es ist ein schöner Abschied aus Mittelerde mit einem tollen Abspanns Song.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 20. März 2015
Es ist geschehen, eine Ära geht zu Ende. Im Dezember des letzten Jahres lief das Finale der "Hobbit-Trilogie" an. Nach 4 starken, bombastischen Filmen aus Mittelerde und "Smaugs Einöde", ein Streifen, der sich nur als gut, aber wegen der starken Unterschiede zu Tolkiens Werk, auch als leicht enttäuschend herrausstellte, kam "Die Schlacht der Fünf Heere". Teil 3 steigert sich dankenswerterweise und kombiniert die schon im Vorgänger vorhandenen spektakulären Effekte, mit einem wieder anhörbaren Soundtrack und schafft ein paar epische Momente. Atemberaubend beginnt der dritte Hobbit mit Smaugs Angriff auf Esgaroth, die Seestadt, Bogenschütze Bard nimmt nach einer etwas verwirrenden Befreiung, aber dazu später mehr, das Duell mit dem Drachen Smaug auf spoiler: und bekommt Hilfe von seinem Sohn Bain
, der Tod des Drachen ist der erste Augenöffner des Films. Dann lässt sich Regisseur Peter Jackson am Seestadt-Erzählstrang erst einmal Zeit, blendet kurz in den Erebor über, wo Zwergenkönig Thorin Eichenschild dem Wahnsinn verfallen ist und sorgt mit Saurons Flucht aus Dol Guldur für das zweite "Aha"-Erlebnis. ( spoiler: Meisterhaft: Galadriel, die den dunklen Herrscher vertreibt
). Im Vorfeld ist in vielen Kritiken geschrieben wurden, dass der dritte Hobbit zu viele Kämpfe beinhalte, das stimmt in meinen Augen überhaupt nicht. Wie schon vor den Schlachten um Helms Klamm und Minas Tirith im "Herr der Ringe" beschreibt Peter Jackson, das meisterhaft auch das zustande kommen des Kampfes. Die Schlacht der Fünf Heere ist auf gewohntem Jackson-Niveau zu sehen und wird nur von einer Person gestört, aber auch dazu später mehr. Schön dargestellt ist auch, wie Bilbo (exzellent wie immer, Martin Freeman) und Gandalf (Ian McKellen) machtlos mit ansehen, wie Thorin sich windet und ihre Zwergenfreunde sich bei der Jagd auf den Führer des angreifenden Orkheeres schließlich in schreckliche Gefahr begeben. Die schönste Szene der Trilogie wird mit dem Eingreifen Thorin und den 12 Zwergen in die Schlacht auch noch dargeboten, dann sieht man wie spoiler: 3 Zwerge sterben,
es ein paar "Herr der Ringe"-Anspielungen, die diesmal ins Schwarze treffen, und nimmt Abschied. Doch warum ziehe ich dem Film dann einen ganzen Stern ab?
Hier die Störfaktoren an "Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere":
1. Der Film ist zu kurz: Thorins Wandel zum wahnsinnigen Despoten ist im Gegensatz zur Rückverwandlung nicht dargestellt, schade, auch hier hätte Richard Armitage seine großartige schauspielerische Form unter Beweis stellen können. Auch die Wende zum Sieg in der Schlacht mit dem spoiler: Eingreifen der Adler und von Beorn
hätte ausführlicher dargestellt werden können.

2. sinnfreie Figuren zur Zeitstreckung: Viele Tolkien-Fans, auch ich, haben sich an der Waldelbin Tauriel gestört, ihre Geschichte ist nicht auserzählt. Was passiert spoiler: nach Kilis Tod
, bringt sie sich um, kommt sie mit Legolas zusammen? Schlechter ist nur Alfrid, der stellvertretende Bürgermeister der Seestadt, der der Schlacht manchmal ihre Epik mit seinen schlechten, krampfhaft humorvollen Aktionen, raubt und vom dem der Zuschauer nicht erfährt, wie es mit ihm weitergeht, spoiler: seine Geschichte bricht mitten im Kampf ab.

3. Legolas nervender "Ich laufe in Zeitlupe über fallende Steine, merkt doch keiner, dass das ein Computertrick ist"-Stunt: Hierzu wurde schon alles gesagt.

4. Legolas Mutter: OMG, war das nervig! spoiler: "Meine Mutter ist dort gestorben", "Legolas, deine Mutter hat dich
spoiler: sehr lieb gehabt!",
Seifenoper-Dialoge, erklärt sich auch von selbst. Bei Tolkien wurde ein Tod der Mutter des "Superelben" nie erwähnt.

5. Logikfehler (hiermit meine ich nicht das Steinbockproblem): Zwerge laufen nur in der Festung, nicht im Kampf mit Rüstung herum. Azog weiß noch nichts von einem Elbenheer, spoiler: marschiert aber dennoch schon einmal mit der ganzen "Dol Guldur"-Armee auf den Erebor mit seinen 13 Zwergen und einem Hobbit zu, sodass Galadriel und Co in der Festung Sauron den Stecker ziehen können. Bard befreit sich mit einem zufällig rumliegende Seil am Anfang aus dem Verlies,
lol.

6. spoiler: Filis Tod
hat mich nicht berührt.

Am Ende bleibt ein starker Film, der sich aber vor allem am Ende auch stark von der Buchvorlage entfernt.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 17. März 2015
Super Abschluss! Schön noch einmal in Mittelerde gewesen zu sein. Der Schlachtverlauf am Ende war sehr unübersichtlich und schnell. Am ende hat Jackson sich zu wenig Zeit genommen um das Abenteuer würdig abzuschließen.
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme