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No Use For A Name
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4,5
Veröffentlicht am 23. August 2026
Was für ein Brett, verdammte Axt! „Borgman“ hat mich eiskalt erwischt, ich musste den Film erstmal sacken lassen und selbst jetzt, Tage danach, weiß ich nicht so richtig, was ich schreiben soll… „Borgman“ verweigert sich jeglicher Kategorisierung oder Einordnung, ich habe fast das Gefühl, dass er sich auch einer Deutung verweigert. Der Regisseur, Alex van Warmerdam, hat gesagt, dass er ganz bewusst keine Erklärungen oder Deutungsansätze geben will, er sehe sich nicht als Überbringer einer festen Botschaft. Ja, okay, also sind wir mit dem Film erstmal alleingelassen. Einige Kommentare hier bieten ja auch schon verschiedene mögliche Interpretationen an, so richtig passt aber trotzdem nicht alles zusammen.
Aber vielleicht muss das auch so sein, „Borgman“ ist – und das ist wohl unbestritten – ein Film, der mehr Fragen aufwirft, als Antworten bereithält. Und in gewisser Weise macht doch genau das auch die Faszination aus, die mich so fesselt. Viele werden das anders sehen, Freunde des geordneten Samstagabendkinos, die stets alle Fragen beantwortet brauchen, werden hier ganz bestimmt nicht glücklich. Aber so ganz alleine lässt uns van Warmerdam dann aber doch nicht, in verschiedenen Interviews hat er zumindest mal vereinzelte Andeutungen gemacht.
((ACHTUNG! SPOILER!!)) Einen ersten Hinweis liefert uns die eingeblendete Texttafel zu Beginn des Films: „Und sie stiegen auf die Erde herab, um ihre Reihen zu stärken.“ Das ist kein Bibelzitat (auch wenn es sich so anhört), van Warmerdam hat diesen Satz erfunden, er soll die „perfekte Zusammenfassung des Plots“ darstellen. Borgman und seine Kumpels sind also nicht zufällig da, sondern sie sind auf einer Mission, es geht um Rekrutierung. Am Ende haben sie dann ja auch neue Leute rekrutiert: die drei Kinder der Familie und das Kindermädchen. Wie Engel oder Nephilim, wurden die Kinder vor ihren verkommenen und moralisch verfaulten Eltern gerettet. Immerhin sorgen sie dafür, dass die gedeckelten Emotionen endlich (?) mal herausbrechen. Dazu passt, dass der Regisseur bezüglich der Identität von Camiel Borgman angedeutet hat, dass er ihn als eine Art „gefallenen Engel“ sehe.
Aber selbst, wenn man den Film so liest, bleiben eine ganze Reihe offener Fragen. Zum Beispiel, warum Borgman und seine Leute die Kinder nicht einfach so „entführt“ haben, warum wählen sie einen so umständlichen und langwierigen Weg? Oder warum töten sie die Eltern nicht einfach, vor Mord scheinen sie ja grundsätzlich nicht zurückzuschrecken. Was hat es mit dieser seltsamen Operation auf sich? Die beängstigendste Szene fand ich ja eh, also sie die Kinder mit in so einen unterirdischen Bunker nehmen, um dann dort das Operationsbesteck auszupacken. Aber warum hätten die das nicht einfach im Haus machen können? Wieso müssen sie dazu in diesen Bunker? Warum muss der ganze Garten umgegraben werden, nur um dann am Ende doch wieder alles zu planieren? Die Leichen hätten sie doch auch einfach im See entsorgen können, wie die anderen auch… Und was soll diese extrem verstörende Ballettaufführung im Garten? Ich hatte kurz eine Assoziation zu einem Wanderzirkus, der hier seine letzte Vorstellung gibt und dann weiterzieht… ((SPOILER ENDE))
FAZIT: „Borgman“ ist ein in jeder Hinsicht verstörender Film, der sich konsequent jeglicher Deutung entzieht. Aber vielleicht muss das so, vielleicht will der Film einfach nur sein. In jedem Fall ist „Borgman“ ein heißer Geheimtipp für alle Fans des surrealen Arthauskinos, die es aushalten können, wenn ein Film unzählige Fragen aufwirft und kaum eine davon beantwortet. Auf alle Fälle sehenswert!
Durch Zufall bin ich im Rahmen eines Joyn+ Abo's auf "Borgman" gestoßen, ohne jegliche Vorkenntnisse, also entsprechend unvorbereitet. Für gewöhnlich, sehe ich mir das 20 Minuten an und knicke dann den Film, um einer sinnvolleren Beschäftigung nachzugehen; nicht so bei "Borgman"! Alles beginnt mit einem Jagdhund und drei sehr entschlossenen, bewaffneten Männern, darunter ein Priester, die im Wald auf Beute sinnen. Dann beginnt der Wahnsinn... unterirdisch hausen Menschen in notdürftig eingerichteten Verschlägen. Offenbar die Objekte der Jagdbegierde; warum, wieso bleibt offen. Die Flucht gelingt und endet im suburbanen Wohlstandsviertel, wo sich der vermeintliche Kopf der Unterirdischen, Zugang zu einer gut situierten Familie erschleicht, der zumindest erklärt, warum die Jagd nicht ganz unberechtigt war. Es folgt ein surrealer Albtraum, der Seinesgleichen sucht. Das ultimativ Böse erhält Zugang zum Gutbürgerlichen und manipuliert die Gedanken und Taten, sowohl in sehr subtiler, als auch brachialer Art und Weise. Der Interpretationsspielraum weitet sich zu einem skurrilen Monstrum, nichts wird erklärt, und die bizarren Veränderungen enden nicht selten tödlich. Man weiß nie, was im nächsten Moment passiert, der Wahnsinn wächst wie ein Tumor. Eine zynische Allegorie auf die Abgründe des gesellschaftlichen und familiären Zusammenlebens, möglicherweise. Aber bitterböse, in jedem Fall! Eine kleine niederländische Perle. Klare Empfehlung für Freunde von "Parasite" und/oder "Lobster"
Es ist schon einerseits sehr gut gemacht. Diese freundliche Unmenschlichkeit im Anzug und die kalte Wehrlosigkeit der Familie. spoiler: Wie sie sich allmählich parasitär zerfressen lassen.
Die übertriebene Absurdität und zuviele offene Fragen nehmen dem ganzen dann aber allmählich ein wenig die Spannung. Sehenswert auf jeden Fall.
Schlechtester Film ever. Es ist ungefähr so als würde man eine Tür aufmachen und schreien grüne gabel, Runde Häuser, Auto fahren, Pommes, Österreich. Und dann die Tür zu knallen. So wie die Leute in dem Zimmer fühlt man sich nachdem man den Film gesehen hat. Nur das man hier 90 min. Lebenszeit verplempert hat. Einfach nur sinnlos. 臘♂️
Mein Bruder und ich haben lange überlegt. Wir sind der Meinung, dass die 5 Personen Hexer und Hexen sind. Die Argumente dafür 1.Sie haben Getränke womit sie leute kontrollieren können 2.Sie können sich in Tiere verwandeln (wie die 2 Hunde in der Mitte des Films) 3.Am Anfang wurden sie auch von einem Priester gejagt was darauf hinweist dass diese Menschen was Böses wie Dämonen oder halt HEXEN sind. 4.Es gibt im Film einen Hinweis wo die kleinste Tochter sagt: Ich hab einen Zauberer gesehen. 5.Durch "Zauberei" könnnen sie in die Gedanken von anderen Personen rein gehn. 6.das mit den Kreuzen auf dem Rücken war ein Hexen Ritual um Personen besser zu kontrollieren. 7.Und als letztens : Hexen haben in alten Erzählungen immer Kinder entführt. Genau das ist am ende passiert.
Ansich ist der Film echt spannend und mal was neues aber die ganzen Fragen die offen bleiben machen mich schon etwas sauer. Daher nur 2,5 Sterne
Vorab gesagt, der Film bietet nur zwei Möglichkeiten: Man akzeptiert das dargestellte und findet es interessant und deutet es oder man findet den Film eine groteske zur Schaustellung von menschlichen Schwächen und seelischen Abgründen ohne das eine Erklärung gegeben wird. Ich gehöre leider zur zweiten Möglichkeit und deshalb auch die schlechte Bewertung. Wenn man die nicht erklärbare Handlung als unlogisch deutet und von seiner Person aus ablehnt, müsste man auch akzeptieren können, dass der Film eine verständliche Botschaft an Betroffene sendet. Das tut er aber leider nicht. Er bewegt sich in einer sehr speziellen Sphäre die jeder interpretieren muss und daher erfüllt er das eigentliche Ziel auch nicht: Die tiefen Abgründen in gut situierten Familien aufzuzeigen und ein Statement dazu abzugeben. Ergo Fazit: Hier wollte ein Regisseur neuste Techniken einsetzen um ein nicht erklärbares Verhalten darzustellen, um sich mehr selbst zu feiern, als ne Botschaft mitzugeben. Wer diese tiefen Abgründe nicht kennt, der lebt auch nicht. Da braucht keiner so einen Film, der dazu noch keine Erklärung dafür liefert: Die muss man in sich selbst suchen. Falls der Regisseur das wollte: Mach das auf einer Ebene die auch wirklich jeder versteht und feier kein stilistisches Feuerwerk ab, bei der auch noch (ohne Erklärung und Lösung) zig Leute sterben müssen.
Bis zum Ende hin spannender, abgedrehten Film der dann aber doch ZU viel (eigentlich alles) offen lässt. Soll das auch abgedreht sein? Für mich nicht überzeugend. Dadurch fehlt die Wendung auf welche man 2h wartet, irgendeinen tieferen Sinn. Bei derart GROßEM Interpretationsspielraum für die Zuschauer kann man auch den Film ganz weg lassen und sich selber was zurecht spinnen, bzw.die Zuschauer sich selbst überlassen ;-/
"Borgmann" ist ein sehr gut gemachter Film. Er ist derart viellschichtig das jede einzelne Szene wie eine eigene kleine Geschichte funktionieren könnte. Trotzdem entäuscht der Film arg. SPOILER AB HIER: Warmerdamm erzeugt eine unheimliche Spannung durch die mysteriösen Vorkommnisse und lässt dann einfach alles offen. Schon weshalb drei Männer am Anfang auf der Suche nach Borgmann und seinen Helfern sind wird nicht weiter erwähnt. Warum sie Unterstützung von den Kindern sowie der Nanny erhalten? Keine Erklärung. Weshalb die Frau langsam in den Wahnsin abgleitet? Wer weis. Was die Narben und Brandmarkungen auf den Körpern der Familienmitglieder zu bedeuten haben? Soll man sich selbst denken. Die Liste könnte man ewig so weiter führen. Zwischendurch zweifelt man sogar an der menschlichen Natur des Hauptprotagonisten da dieser offensichtlich auch mit Hunden (was die Hunde zu bedeuten haben ist natürlich ebenfalls nicht erklärt) reden kann. Warmerdamm lä sst den Zuschauer nicht im geringsten wissen was zum Teufel nochmal da eigentlich vor sich geht. Das ist sehr entäuschend. Denn egal auf wie vielen Schichten der Film funktioniert und wie viel Symbolik in ihm steckt, so kommt seine Spannung eben doch daher, das man sich die ganze Zeit über fragt worum es eigentlich geht. Und darum geht man wahrscheinlich sehr entäuscht wieder aus dem Kino raus.
Kann mich da Dr. Dorian nur anschließen;) Ein, meiner Meinung nach, absolutes Meisterwerk. Kann mich nicht entsinnen, dass mich ein Film mal in dieser Weise begeistert hat. Ein Film der einen dermaßen großen Interpretationsraum aufgiebt habe ich bisher noch nicht erleben dürfen. Man grübelt und macht sich seine Gedanken. Und wenn du glaubst das Verwirrspiel durchschaut zu haben, kommt doch wieder alles ganz anders. Mir hat diese Art von Film, oder auch vielleicht schon ein wenig Kunst extrem gut gefallen und mir genau das gegeben was ich Cineastisch echt mal wieder gebraucht habe nach den ganzen entäuschungen der letzten Zeit. Auch wenn Borgman schon 2013 auf Festivals lief, ist er bis jetzt für mich persöhnlich der Beste Film 2015!!
Absolut verrücktes WTF-Kino aus Holland. "Borgman" ist einer der schrägsten Filme der letzten Jahre und gerade deshalb so dermaßen fesselnd. Man kann einfach zu keiner Sekunde des Films vorhersehen was als nächstes geschieht und weiß trotzdem, dass es extrem fies sein wird. Dabei wird schonungslos stumpfe (sinnlose?) Gewalt gezeigt und man fragt sich einfach nur was da gerade passiert und vor allem WARUM?! Antworten auf die vielen Fragen bekommt man dabei nicht wirklich oder nur teilweise und muss sich den Großteil selbst erschließen bzw. selbst interpretieren. Das kann manchmal arg daneben gehen und einfach nur nerven, hierbei funktioniert es aber in nahezu perfekter Art und Weise und macht "Borgman" zu einem absolut einzigartigen Filmerlebnis.