Thor 3: Tag der Entscheidung
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Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 17. November 2017
Gott sei Dank bin ich wohl nicht die Einzige, die den Film enttäuschend fand. Entweder werde ich alt oder ich bin einfach mit falschen Erwartungen reingegangen. Oder beides.

Es GIBT ein paar wirklich schöne Szenen … Aber bei weitem nicht genug.

Von Anfang an nimmt der Film sich nicht ernst. Und das ist meiner Meinung nach das Grundproblem. Der Humor von Sci-Fi-Komödie „Guardians of the Galaxy“ wirkt hier auf mich völlig deplatziert. Klar gab es auch Gags in den alten Thor-Filmen, aber nicht am laufenden Band; sie waren sparsam gesetzt und wirksam (bauten meistens auf Thors fremden Gewohnheiten auf). Hier aber soll von Anfang an nur gekichert werden, daher kommt nie, zu keiner Zeit, eine ernste oder gar bedrohliche Atmosphäre auf.

Thor hat sich ja (leider) sowieso während der letzten Filme vom gutmütigen, grundehrlichen und etwas naiven Haudegen zum sprücheklopfenden Smartass entwickelt. Nie war er weiter von seinem ursprünglichen Charakter entfernt, wie ich finde, aber dagegen kann man wohl nichts machen. Loki, der in „Avengers“ noch eine ernstzunehmende Bedrohung war, etliche Menschen ohne Zucken niedergemetzelt hat und auch Thor um jeden Preis tot sehen wollte, war ja schon in „Thor 2“ zur Karikatur seiner selbst verkommen; dort hatten die beiden aber wenigstens noch eine interessante, frische Dynamik, die sich in „Thor 3“ allerdings überhaupt nicht weiterentwickelt. Naja, für ein paar Gags ist es immer noch gut. Man kommt zu dem Schluss, dass Loki am Ende doch nicht sooo böse ist. Vielleicht hat er das mit dem Tesserakt ja gar nicht so ernst gemeint.
Wer auch vorkommt, ist der gute Bruce Banner alias Hulk. Das musste wohl sein, weil er in „Civil War“ keinen Platz gekriegt hat. Ich will nicht sagen, dass sein Auftritt völlig daneben war, er war schon leidlich gut eingebettet, aber im Endkampf hatte er meiner Meinung nach nichts zu suchen. Und ernst nehmen konnte man auch ihn diesen (eigentlich sehr sensiblen und glaubhaften, etwas tragischen) Charakter selbstredend nicht, da er dauernd Gagopfer wurde.

Die neuen Figuren liefern auch keine besondere Tiefe: Hela ist ein klassischer Bösewicht, aus dem Exil befreit – machtgierig – ohne jede Skrupel. Was auch sonst? Nichts Neues hier. Und was bitte ist das auf ihrem Kopf? Ein Geweih? Bleibt man damit nicht überall hängen? Ihr Komplize Skurge (was für ein Vollpfosten, aber irgendjemand MUSS ja der Minion des Schurken werden) spoiler: entscheidet sich am Ende immerhin für das Gute. Warum auch immer er zuerst auf die Tante reingefallen ist.


spoiler: Indes entscheidet Allvater [sic!] Odin sich mal eben zu sterben. Genau. Jeder Allvater ist ja irgendwann mal dran und löst sich einfach in Wohlgefallen auf. Geweint wird natürlich nicht um ihn, das hat man in „Thor 1“ ja schließlich schon getan. (Auch „Thor 2“ hatte man für Frigga keine manly tears übrig.) Ebenso wenig bestürzt ist man über den Tod der vielen anderen Figuren, die in „Thor 3“ (z.T. grausam) getötet werden. Meistens ist das sogar noch lustig. Ebenso schnell tot sind die „Warrior Three“, alte Bekannte aus den Vorgängerfilmen: Fandral, Volstagg und Hogun sterben innerhalb weniger Szenen (bzw. in nur einer). Keinen interessiert’s. Wo ist eigentlich Sif? Auch das interessiert keinen. Dabei war sie doch immer heimlich in Thor verliebt und eifersüchtig auf Jane. A propos Jane: Haben sie und Thor noch in „Thor 2“ spektakulär wieder zueinander gefunden, heißt es jetzt beiläufig, sie hätten sich gegenseitig abserviert. Ach so …


Die Story bleibt weiterhin ohne Tiefe und ohne Erklärungen, wird immer bunter und schriller. Das ehrwürdige, mittelalterlich behauchte Asgard steht im krassen Gegensatz zur abgespaceten Welt Sakaar, wo ein Großteil des Films spielt und wo es von schrägen Figuren nur so wimmelt.

Kommen wir aber jetzt mal zu dem, was ich gut fand. Erstens: spoiler: ALLE Heimdall-Szenen. Ehrlich, wären die nicht gewesen, hätte ich genauso gut aus dem Kino gehen können. Heimdall ist die EINZIGE ernsthafte Figur des Films, und ich bin heilfroh, dass er nicht am Ende auch noch zur Witzfigur wird.
Ebenso gefallen mir alle Szenen auf Asgard: Da erinnert man sich wieder an den ersten Film, in dem es noch keine Raumschiffe und Kanonen in Asgard gab und die Helden noch auf Pferden zum Bifröst geritten sind.
spoiler: EPISCH sind außerdem die Szenen, in denen Thor endlich seine Götterkraft nutzt. Die gehören m.E. zu den (viel zu) wenigen Lichtblicken des Films. Ob dazu moderne Popmusik passt, darüber lässt sich streiten.


Tja, leider können die wenigen ernsthaften Episoden, die die Figuren glaubwürdig und nachvollziehbar darstellen, nicht gegen die Masse an sinnlosem, gagüberfrachtetem Comedy-Popcorn-Kino ankommen. Diese überlagern leider auch das letzte Bisschen Seele des Films.

Warum, das ist klar: Das Marvel Cinematic Universe soll als Ganzes wahrgenommen werden, und dass „Thor“ und „Guardians of the Galaxy“ im selben Universum spielen, das wird einem hier nonstop ins Gesicht geschmissen.

Schade. Da ich die nordische Mythologie und die Geschichte um die Götterdämmerung kenne, habe ich sehr viel mehr fulminante Epik, echte Bedrohungen und auch Gefühl, vielleicht sogar Tragik erwartet. War wohl die falsche Erwartungshaltung.

spoiler: Wie ist Loki eigentlich aus dem Keller des Palastes ins Raumschiff gelangt, als Asgard abgefackelt wurde? Hmmm …


Mein Fazit:
Ein paar sehr schöne und epische Szenen, begraben unter tonnenweise Bullshit. Zu viele unnötig alberne Sequenzen nehmen dem Film die Glaubwürdigkeit.
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 8. Juli 2018
Viel zu kindisch gemacht. Viel zu viel zu Humor, teils an völlig unpassenden Stellen.
Die Dramatik des Films geht komplett verloren. Die Tatsache das Thor gerade seinen Vater und seine Heimat verliert scheint ihn nicht zu stören.

Die Figur der Hela hat viel Potenzial. Potential das leider nicht genutzt wird.

Schade Marvel!!!
Tinyghost
Tinyghost

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4,0
Veröffentlicht am 14. November 2017
Marvels Thor-Reihe beweist mit Teil 3 wie abwechslungsreich eine Trilogie sein kann. Während der erste Teil eine klassische Marvel-Originstory mit tieferen Shakespeare-Elementen erzählte, zeigte sich Dark Kingdom, Teil zwei, als düsteres Fantasyspektakel, welches jedoch ein zuviel an Ernsthaftigkeit gekonnt mit Comedymomenten brach. Ragnarok folgt nun dem Pfad der „Guardians of the Galaxy“ und zeigt sich als knallbunte SciFi-Comedy, die nicht nur ein Feuerwerk an gelungenen Gags bereit hält, sondern auch mit irren Setdesigns, Kostümen (insbesondere auf dem Müllplaneten) und Effekten aufwartet. Das ganze wird dann noch garniert mit einem funkig-spacigen Soundtrack.

Nun kann man den Vorwurf machen, dass selbst eine notwendige Ernsthaftigkeit durch die unablässigen Gags verloren geht, doch dies scheint nur bedingt richtig zu sein. Denn „Thor: Ragnarok“ ist einfach ungemein unterhaltsam und kurzweilig. Und seien wir ehrlich – ein göttlicher Hammerschwinger mit blonder Mähne und ein grüner, leicht dümmlicher Prügelriese als Protagonisten: solche Figurenvorlagen können nur mit reichlich Humor adaptiert werden. Meines Erachtens macht Marvel hier wieder alles richtig und beweist, warum sie es so oft besser machen als der Konkurrent DC. DC, welche die gleiche Strategie fahren wie Marvel (erst Originstories, dann gemeinsame Auftritte der Helden), verlieren sich allzu oft in einer bleischweren Ernsthaftigkeit. Dies mag bei dem ohnehin als düster und differenziert angelegten Batman sehr gut funktionieren. Doch die Superheldenstories wie zB. Superman benötigen einfach eine gute Prise Ironie auf der Leinwand, um als Film wirklich zu funktionieren. Wenn dies fehlt, wie etwa bei Man of Steel, dann hält sich die Begeisterung zu Recht in Grenzen.

Natürlich ist neben ausreichend Selbstironie auch der Heldenpathos eine typische Zutat im Universum von Marvel: der emotionale Moment, wenn das Gute nach der anfänglichen Niederlage schlussendlich wieder aufersteht und das Böse dann mit vereinigten Kräften spektakulär bezwingt. Dieser Moment ist so uramerikanisch im Geschichtenerzählen und so zentral in der Welt der Superhelden wie er einfach Spass macht wenn man sich darauf einlässt, ob nun bei Star Wars oder einem der vielen Sportfilme – es funktioniert immer. Dies kommt bei „Thor: Ragnarok“ ein wenig zu kurz, oder sagen wir schwächer als gewohnt zum Zuge. Doch sind die Helden derart sympathisch, dass dies kaum stört. Auch die Sidekicks (bitte unbedingt im englischen Original schauen!) wie der steinerne Gladiator sind einfach nur herrlich, das Timing der Darsteller und die vielen One-Liner sitzen perfekt. Ein absolutes Highlight ist jedoch zweifelsohne der großartige Jeff Goldblum (endlich wieder auf der Leinwand!) als irrer DJ-Guru-Diktator.

„Thor: Ragnarok“ bietet zwei Stunden perfekte Unterhaltung, fantastische Schauwerte und ein Team von Helden, das man einfach gern haben muss. Absolut sehenswert!
Mehr wie immer auf tinyghost.de
Marc El
Marc El

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4,0
Veröffentlicht am 9. November 2017
Ein sehr gelungener Film, der mich permanent gut unterhalten hat. Von Witz über Action bis zum Mitfühlen wird hier alles geboten. Auch werden wieder einmal Parallelen zum bisherigen Geschehen gezogen, was ich als ansprechend empfunden habe.

Von den 3D-Effekten hätte ich jedoch etwas mehr erwartet.
Weiterhin sind die Handlungen und Entscheidungen der Darsteller nicht immer nachvollziehbar. Einer der emotionalsten Momente im Film wird sowohl schlecht rüber gebracht, als auch kaum thematisiert. Hier hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht spoiler: (der Tod Odins).

Daher gibt es einen Stern Abzug.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 8. November 2017
Ich bin nach dem albernen Trailer positiv überrascht. Der Film macht richtig Spaß, ohne zum Klamauk zu verkommen (bis auf zwei bis drei Kalauer). Und im Gegensatz zu seinen Kollegen des MCU, wirkt dieser Film auch nach dem Kinobesuch noch nach. Tolle Musik, großartige Aufnahmen (mit "snyderschen Zeitlupen") und überzeugende Schauspieler.
Unbedingt im Kino ansehen!
Kino:
Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 6. November 2017
Der mit Abstand schlechteste Marvel Film den ich gesehen habe und ich habe alle gesehen wirklich ! Wie kann man einen Film so versauen ?! Ich weiß nicht was sie sich dabei gedacht haben den Film so ins lächerliche zu ziehen...viel zu viel Sarkasmus drinne das passt nicht zu jeden Marvel Film deadpool und gurardians of the Galaxy sind gelungen und es hat gepasst aber das jetzt auch bei einem Film wie Thor zu machen ging mächtig schief...! Der Film gehört in meinen Augen zur Rubrik Comedy !! Marvel sollte sich schnell überlegen ob sie so weiter machen denn wenn es so weiter geht wird es einer der letzten Marvel Filme sein die ich gesehen habe...! Und ich bin eigentlich ein Riesen Anhänger !
Gordon Jannsen
Gordon Jannsen

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3,5
Veröffentlicht am 5. November 2017
Thor - Tag der Entscheidung

Gewohnt gute Marvel-Qualität, doch stellt sich mir die Frage: Ist das noch Thor oder Guardins of the Galaxy mit Thorcharakteren?

Der Film ist schon sehr albern, ja ich habe auch viel und herzlich gelacht, aber schon grenzwertig zu viel. Klar, bei den Guardians ist es eine der Stärken und Grund für den Erfolg aber muss es denn jetzt in jedem Marvel-Film ein Gag-Feuerwerk geben? Einiges der Situationskomik wirkt auch deplatziert und verfälscht Charaktere.

Das Studio muss aufpassen, dass nicht alle Filme zu einem Einheitsbrei verkommen, der vorhersehbar woe austauschbar wird und beginnt zu langweilen. (Wieso muss jetzt auch alles auf Retro machen

Was mich zum größten Kritkpunkt führt. Erneut ist es die Trailerflut. Hätten sie sich auf anderes beschränkt und wesentlich weniger gezeigt, wäre mann viel überraschter und euphorischer gewesen aber es war ja bekannt was kommt.
Ich kann diesen Trend nicht ganz nachvollziehen und hoffe, die Filmfirmen schnallen, dass die Zuschauer nicht völlig verblödet sind und sich vieles zusammen reimen können...zumindest in Europa. Es geht sowieso niemand in einem Marvel-Film, der nicht auch die vorherige Geschichten gesehen hat. Von daher kann man sich ausgiebige Trailer sparen.

Ansonsten macht der Film ordentlich Spaß. Besonders Cate Blanchet, leider zu kurz gekommen, hat mir außerordentlich gut gefallen. (Im Gegensatz zu Jeff Goldblum. Der hat mich nicht überzeugt.)
Die 3D-Effekte können sich auch sehen lassen, gewöhnt hervorragend ist auch das CGI.

Tolle Popcorn-Unterhaltung, mit leicht fahlem Beigeschmack, Thor hat seine Seele verloren und mehr ernste Töne hätten dem Streifen bestimmt nicht geschadet.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 5. November 2017
Guter Film, das Drehbuch ist gut verständlich, und man ist die ganze Zeit leicht unterhalten - es gibt da keine Hänger. Zwar benutzt Marvel keine Wunden, doch in dem Moment als Thors Waffe bricht, und erst einmal von der ganzen Welt eingesackt wird, da bekommt man schon seine Schwäche und seine Verwundbarkeit zu spüren - und am Ende tritt ja auch ein Gegner auf, den Thor nicht besiegen kann, und er hält eine nicht zu heilende Verletzung. Die Charaktere fand ich alle toll, insbesondere der Steinmensch ähnelte einem Obsidianer aus Earthdawn, so hatte ich die mir immer vorgestellt. Jeff Goldblum war der Hammer, also der Cast war super. Ja, der Bösewicht war eindimensional, aber trotzdem furchterregend stark, und der Hintergrund des Bösewicht wurde ja schon eingegangen...und auch die Seite des Bösen gezeigt.
Bruce W.
Bruce W.

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3,5
Veröffentlicht am 16. November 2017
Viele beschweren sich ja über die zu hohe Gag-Dichte bei Thor Ragnarok. Ich glaube allerdings dieses "Problem" war genau das, worauf der Film hinauswollte. Die Götterdämmerung ist ein eigentlich so ernstes und düsteres Thema/Konzept, dass die Drehbuchautoren & Regisseur von Anfang an wussten: Das werden wir niemals themengerecht verfilmen können. Also warum überhaupt versuchen? Warum dreht man das Ganze nicht gleich in die andere Extreme und macht einen selbstreferenziellen Comedy-Streifen daraus? Für mich ist das Experiment geglückt. Und das kommt von jemandem der Age of Ultron, Civil War und Doc Strange nicht richtig genießen konnte, weil die halbgaren Gags einfach nicht zur sonstigen Tonalität der Geschichte gepasst haben. Evtll. liegt es daran, dass Ragnarok sich komplett zu einem Comedy-Film bekennt und gar nicht erst versucht geheuchelte Dramatik aufkommen zu lassen. Überrascht war ich cennoch von den vielen Toten im Film. Und ich rede hier nicht von Kanonenfutter, sondern von ausgearbeiteten Nebenfiguren der Vorgänger-Teile! Jene werden teilweise so nebensächlich gekillt, dass einem das Lachen schon fast im Halse stecken bleibt. Das heißt aber nicht, dass der Film seine Charaktere überhaupt nicht mehr ernst nehmen würde. Im Gegenteil: Gerade Loki ist als Figur, über den Verlauf der Story deutlich gewachsen. Und gewisse Plotpunkte des Source Materials wurden trotz ihrer, sagen wir mal "erwachseneren" Natur, dennoch eingebaut. Ein großes Problem hatte ich allerdings mit dem Anfang des Filmes. Viele wichtige und interessante Plotpunkte werden derartig schnell abgehandelt (Suche nach Odin, Hela's Rückkehr und die Zerstörung Mjölnirs in ca. 15 Minuten), dass man schon Angst bekommt, der Film würde dieses Tempo beibehalten. Glücklicherweise ist dem aber nicht so, obwohl sich der Streifen schön kurzweilig anfühlt. Ein oder zwei Mal ist der Green Screen stark auszumachen und einige der Actionszenen sind nicht sonderlich innovativ gefilmt oder choreographiert worden. So viel zu den Problemen, ansonsten kann man diesen Teil nämlich nur loben. Die Cinematographie ist tadellos, das Art-Design hat einen gewissen abgespaceden Look zu sich und diverse Nebenfiguren (Grandmaster!) machen viel Spaß. Das Timing der Gags ist super und gerade die Figur des Hulks ist ordentlich in den Film integriert worden. Obwohl er nicht unbedingt ein Teil der Geschichte hätte sein müssen, so ist der doch eine tolle Ergänzung in den Wortgefechten, die zwischen den Figuren stattfinden. Der neue Stil steht Thor gut und alles in allem, hoffe ich auch dass er ihn beibehält. Wer hätte gedacht dass sich SciFi, Fantasy und Trash mal so gut in einem Thor-Film zusammenfügen würden.
Kinobengel
Kinobengel

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3,0
Veröffentlicht am 4. November 2017
Das Marvel-Imperium hat wieder zugeschlagen und für den dritten Thor mit Taika Waititi den dritten Regisseur eingesetzt.

Hela (Cate Blanchett), Göttin des Todes, versucht, die Macht über Asgard an sich zu reißen. Bei der ersten Auseinandersetzung mit Thor (Chris Hemsworth) gelangt dieser unabsichtlich auf den Planeten Sakaar und wird gefangen genommen. Sein Bruder Loki (Tom Hiddleston) ist ebenfalls dort, allerdings nicht unter Arrest, und Herrscher Grandmaster (Jeff Goldblum) möchte den Donnergott für Gladiatorenkämpfe besetzen. Gelingt es, Asgard zu retten?

Das Konzept von Superheldengeschichten ist festgelegt. Gewaltige Kräfte sind am Werk, Zwischengegner und Endgegner müssen für das vorprogrammierte Happy End bewältigt werden.
Das gilt auch für den nordischen Hammerschwinger. Durch den Einsatz verschiedener Regisseure und Drehbuchautoren bekommen die Sequels jeweils eine eigene Handschrift. Das kann gut oder weniger gut ausgehen. „Thor: Tag der Entscheidung“ ist der längste und stärkste der nun drei Teile umfassenden Reihe mit Chris Hemsworth.

Den Augen der Zuschauer wird ein angenehm zu betrachtendes, anziehendes Asgard präsentiert. Was mit den beiden Vorgängern wie billig auf die Leinwand gebügelt wirkte, hat nun unabhängig von 2D oder 3D etwas Elegantes erhalten. Odin (Anthony Hopkins) kann es gelassen nehmen, er hat nur ein Auge. Und Thor? Nun, man wird sehen. Poppig und farbenreich ist der Müllplanet Sakaar gestaltet.

Die Autoren halten sich grundsätzlich an die nordische Sage, Abschnitt Weltuntergang. Das ist zu belobigen, weil dem Happy End damit einige Abstriche verpasst worden sind. Auf dem Weg dorthin macht sich der neuseeländische Regisseur selbst das Leben schwer: Mit Brechstange und Hammer diktiert er den Figuren Slapstick und Verbalhumor à la „Guardians of the Galaxy“ auf. Das ist besonders zu Beginn mangels echtem Wortwitz überbordend albern und für alle Figuren gleich flach. Abgesehen von den wenigen wirklich lustigen Szenen kann die Konkurrenzfähigkeit nicht erreicht werden, denn die Charaktere der Guardians inklusive Sympathisanten und Gegner sind mit viel mehr Liebe zum Detail und jeweils eigenem Humor ausgestaltet. Darunter krankt auch Thor trotz satter Darbietung von Chris Hemsworth. Eine Ausnahme bildet Loki, der geschickt undurchsichtig gehalten wird, obwohl Tom Hiddleston dafür nicht sein Talent ausspielen muss. Als Highlight sticht die trinkfeste Scrapper 142 (Tessa Thompson) hervor. Die versierte Schauspielerin gibt der wagemutigen Walküre ein ausstrahlungsstarkes Selbstvertrauen. Eindimensional bleibt der putzig weltfremde Grandmaster, welcher nach den Credits das letzte Wort erhält. Die Mischung aus Kaiser Nero und Ruby Rhod (Chris Tucker, „Das fünfte Element“) zieht wegen Jeff Goldblums Erscheinung viele amüsierte Blicke auf sich.

Die Story bietet wenig, spielt sich überwiegend auf Sakaar ab, verliert damit etwas den Fokus an der Hauptsache und wird mit ansehnlicher Comic-Action als Füllmasse aufgeblasen. Die Entscheidung ist vertretbar, denn der Müllplanet macht Spaß. Irgendwann reicht es aber und der Showdown wird herbeigesehnt.

„Thor: Tag der Entscheidung“ reicht für Fans der actionreichen Feierabendberieselung.
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