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    Im Labyrinth des Schweigens
    Durchschnitts-Wertung
    3,9
    56 Wertungen - 9 Kritiken
    Verteilung von 9 Kritiken per note
    3 Kritiken
    2 Kritiken
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    9 User-Kritiken

    GamePrince
    GamePrince

    User folgen 4 Follower Lies die 55 Kritiken

    5,0
    Veröffentlicht am 29. Juni 2016
    Über deutsche Filme habe ich dieses Jahr ja schon einiges geschrieben und obwohl wir vor kurzem mit "Who Am I" einen echten deutschen Kracher hatten (5 Sterne gab's von mir) ging ich wie immer skeptisch in diese deutsche Produktion. Dass muss aber nicht unbedingt was schlechtes heißen, wird man so doch weniger enttäuscht oder positiv überrascht - letzteres war hier der Fall, da mich der Film schon kurz nach Filmbeginn fest im Griff hatte und erst kurz vor Schluss (wo er etwas nachlässt) wieder losgelassen hat. Denn obwohl man als Zuschauer mehr über die Thematik Auschwitz weiß beziehungsweise wissen sollte (!) als die Filmcharaktere, fühlt man mit eben jenen Charakteren mit, wenn sie schockiert die Wahrheit hören und auf Fotos sehen. Wenn man dabei sieht, dass die meisten Menschen damals nie von Auschwitz gehört haben und diejenigen, die von Auschwitz gehört haben aber nichts über die Massenmorde wissen, geht das nicht am Zuschauer vorbei. Werden die betroffenen Opfer dann verhört und erzählen ihre Geschichten, geht der Film vollends unter die Haut - vor allem wenn Kinder die Opfer waren. Da packt einen der Film emotional sehr und zeigt uns wieder einmal wie unbeschreiblich grauenhaft das alles und generell der Krieg war und immer noch ist. Zwar sehen wir anhand der Körper der Opfer "nur" die Folgen und nicht die Massenmorde, Experimente oder Folgerungen selbst, aber dass muss man auch nicht. Denn sind wir ehrlich: Dieses Leiden will niemand sehen und wenn wir uns das vorstellen, was die Opfer in dem Film erzählen, ist das grauenvoll genug und auch so unglaublich abschreckend wie abstoßend. Wäre all das nicht schon Inhalt genug für einen packenden Film, wird uns hier gleichzeitig eine sehr spannende Ermittlung gezeigt. Am Anfang wissen die wenigsten was wirklich vorgefallen ist und da die Beteiligten nicht über die Vorfälle reden wollen und alles geheimgehalten wird, kann man sich ja selbst vorstellen wie schwer und somit spannend diese Ermittlungen sind. Man sucht Beweise und Zeugen für Fälle die fast 20 Jahre zurückliegen und deckt dabei langsam immer mehr Schandtaten auf. Und hat man erst die wichtigsten Täter identifiziert beginnt eine noch spannendere Suche und Verfolgung. Somit hat der Film eine interessante Thematik, packende Geschichten, spannende Ermittlungen und eine klare sowie wichtige Botschaft: Diese (und andere) große Verbrechen dürfen nicht in Vergessenheit geraten und Täter sollten nicht frei herumlaufen. Um den Zuschauer zwischendurch eine kleine Pause zu gönnen bekommt man eine kleine Liebesgeschichte erzählt, die ich ausnahmsweise mal nicht als störend empfand. Denn obwohl sie absolut vorhersehbar ist, rundet sie das Drama perfekt ab indem uns zeigt, wie sehr unser Hauptcharakter (der junge Staatsanwalt Johann Radmann, großartig gespielt von Alexander Fehling) von den Ermittlungen und dem Drang nach Gerechtigkeit besessen ist. Ich könnte jetzt noch mehr über den Film schreiben. Zum Beispiel dass er mehrere interessante Fragen aufwirft, oder dass er perfekt als Film für den Geschichtsunterricht geeignet ist, oder dass er zeigt wie wichtig eben jener Unterricht ist. Aber der Text ist bereits lang genug und ich denke ich habe meinen Standpunkt mehr als klar gemacht: Dieser Film hat mich begeistert!!! Einen kleinen Abzug gibt es nur für die letzten Minuten des Films, wo die Dramaturgie sehr nachlässt und der Film den Zuschauer langsam loslässt. Der Rest ist aber einfach nur meisterhaft. Fazit: Diesen Film sollte man sich unbedingt ansehen, egal wie viel man über die Thematik weiß. Während der ganzen Laufzeit ist er extrem packend und so spannend, wie nur wenig andere Filme dieses Jahr. Vor allem für Fans von Thrillern, Dramen, den verschiedenen Ermittlungs-Serien im TV, sowie Geschichts-Interessierten ist dieser Film pures Gold. Wertung: 5 von 5 Sternen
    Flodder
    Flodder

    User folgen 11 Follower Lies die 158 Kritiken

    3,5
    Veröffentlicht am 6. Dezember 2014
    Das ist eindeutig keine TV-Ware im Kino, sondern ein sehenswerter deutscher Kinofilm, der auch gut weltweit ankommen kann. Ist auch kein "KZ-Film". Aber mit Holocaust-Fall, und der hängt (wie der ganze Film) nahezu total an der jungen Staatsanwalt-Hauptfigur, jemand mit Charakter; das ist sogar einer Traumrolle. Die Produktion lässt die 50er Jahre ansehnlich genug aufleben, die Inszenierung ist angenehm unaufgeregt (um nicht zu sagen sachlichen Behördenbüros und Amtsstuben angemessen) und in Verbindung mit der rundumgenialen Besetzung erscheint so alles ziemlich lebensnah - nur die auffällige Musikauswahl zu den Aussagen gleicht einem Fehlgriff.
    Christian Latussek
    Christian Latussek

    User folgen 1 Follower Lies die 6 Kritiken

    4,0
    Veröffentlicht am 26. Januar 2016
    Toll gespielt, mit vielen kleinen süßen Details, die die Zeit der 1960er perfekt einfangen... Wahnsinn, daß das erst 50 Jahre her sein soll! Ein Mauer des Schweigens wird hier in Person des fiktiven jungen Staatsanwaltes Johann Radmann langsam, aber stetig aufgebrochen! Das Thema Auschwitz wird an die Oberfläche geholt und viele "kleine" Helfer müssen sich ihrer Vergangenheit und ihren Taten stellen! Es ist der Versuch einer Gerechtigkeit und auch der Beginn einer bis heute anhaltenen Aufarbeitung der Verbrechen dieser Zeit! Erstklassig und glaubhauft spielen alle Darsteller ihre Rollen! Es ist ein tolles Spielfilm-Geschichts-Dokument als Erinnerung an einige wenige, die sich damals trauten, was viele noch nicht wahrhaben wollten: die Taten einzelner ans Licht zu zerren und sie zur Rechenschaft zu ziehen! Der reale Fritz Bauer, mit dem sich ja mittlerweile auch ein eigener Film beschäftigt - "Der Staat gegen Fritz Bauer" - ist hier auch mit dabei als helfender und unterstützender Generalstaatsanwalt!
    FilmkritikenOD
    FilmkritikenOD

    User folgen 1 Follower Lies die 36 Kritiken

    3,5
    Veröffentlicht am 14. November 2016
    [...] Obwohl man weiß (oder es sich zumindest denken kann), wie der Film ausgeht, möchte man wissen, wie die Protagonisten an diesen Punkt kommen. Zudem beleuchtet der Streifen respektvoll die verschiedensten Ansichten zum Thema Vergangenheitsbewältigung. Man sollte nur nicht erwarten, dass die Gerichtsverhandlungen gezeigt werden, dann könnte man zum Schluss enttäuscht sein. Andererseits ist es sicher ein Kompliment, dass ich nochmal zwei Stunden sitzen geblieben wäre, wenn er die Verhandlungen tatsächlich dargestellt hätte. Für Holocaust-Leugner ist der Film eher nicht geeignet. Obwohl die das ganze vielleicht als Satire sehen könnten. Wer weiß.
    Konrad S.
    Konrad S.

    User folgen 2 Follower Lies die Kritik

    5,0
    Veröffentlicht am 1. Dezember 2014
    Überragender Regisseur, sehr authentische Schauspieler, sehr zu empfehlen
    T.R. Ewing
    T.R. Ewing

    User folgen Lies die 32 Kritiken

    2,0
    Veröffentlicht am 15. Juli 2016
    Lau. Insbesondere, da ich vor "Im Labyrinth des Schweigens" (von 2014) schon "Der Staat gegen Fritz Bauer" (von 2015) gesehen habe. Da beide thematisch eng verwandt sind, liegt ein Vergleich nahe. Ausstattung, Dialoge, Spannungsaufbau... alles lau. Sehr konstruierte Konstellationen (Staatsanwalt & Journalist machen gemeinsame Sache), Abziehbild-Charaktere, konstruierte Situationen und ein schwaches Spiel (Gert Voss ausgenommen) machen den Film ... lau. 4 von 10
    cinemaniac :-D
    cinemaniac :-D

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    4,0
    Veröffentlicht am 7. September 2014
    Der Holocaust-Überlebende und von den schrecklichen, persönlichen und nicht spoiler: verarbeiteten (oder: verarbeitbaren) Erlebnissen gezeichnete Mann wird gefragt , wie er - inzwischen ist es ca. 1960 - noch immer in Deutschland leben könne. Die Frage wird mit den persönlichen Erinnerungen an die (im KZ ermordete Familie) beantwo spoiler: rtet, die dieser Mensch mit dem Wohnort verbindet, und endet mit der Gegenfrage: "Wo sollte ich denn sonst hingehen wo ich mich zu hause fühlen kann?" Obwohl diese eine plausible Antwort ist, ist es auch einer der Schlüsselmomente, wo der Film die Möglichkeit verpasst, über das Thema 'Deutschland-Holocaust-NS'- Vergangenheit hinaus zu gehen, um eher beängstigende, real-existenzielle Fragen aufzuwerfen. Brillant geschauspielert (Hochachtung vor Alexander Fehling und den übrigen Schauspielern!), grandios in der Inszenierung von innerer Zerrissenheiten und Frage nach individueller Verantwortung, so kommen doch diese Themen nicht weit über das konkrete Ereignis (Holocaust) hinweg. Während bei Michael Haneke der Zuschauer quasi das gezeigte selbst durchlebt und dadurch fast gequält wird, belässt es dieser Film eher beim Betrachten aus der Ferne, und man kommt - gut unterhalten und emotional aufgewühlt - aber eben doch ohne innere Qualen durchlitten zu haben, aus dem Film heraus. Fazit: Ein sehr guter Film, der jedoch etwas mehr Weitläufigkeit und Zuschauer-Provokation hätte gut vertragen können, um ein ganz großer zu werden!
    Silvia Missenhardt
    Silvia Missenhardt

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    5,0
    Veröffentlicht am 22. Oktober 2020
    Die Aufarbeitung der Nachkriegszeit finde ich gut recherchiert und authentisch dargestellt. Wo sind denn die ganzen Nazis geblieben? Wie schnell die eigene Vergangenheit vergessen wurde, ist fast unglaublich aber wahr. Ich kann hier vieles aus Erzählungen meiner Mutter, die in der Kriegszeit und Nachkriegszeit lebte, bestätigen.
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