Vaiana
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Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 3. Dezember 2016
Wunderschöne Bilder, abgekupferte Ideen und eine Geschichte nach Schema F

Ich glaube meine Erwartungen gingen, wohl aufgrund des Hawaii-Settings, in Richtung eines "Lelo and Stitch" in neuem 3D-Gewand. Frech und abgedreht in berauschendem Setting. Nach einer halben Stunde stellt sich aber schon Ernüchterung ein. Es war eine Coming of Age-Geschichte eines hawaiiarischen Mädchens. Der Aufbau des Films, wirkte als hätten sich die Macher zusammengesetzt und versucht, die Essenz aus „The Brave“, „Tangled“ und „Frozen“ mit ihrem female lead einzudampfen und in neuem Gewand auf die Fanscharen von pubertierenden Mädchen loszulassen. Denn so fühlte er sich an: ein Film für Kinder, im Speziellen für Mädchen. 
Relativ plump wurden dann noch Sidekicks wie der trottelige Hahn und das putzige Schweinchen eingestreut, die sich aber auch zum Ende hin noch wie ein Fremdkörper anfühlten. 
Garniert wurde dies fortwährend mit Gesangseinlagen, die sich komisch – mitunter störend – anfühlten und die Story eher ausbremsten als sie zu bereichern. Hier sollte wohl der Geist von Arielle, König der Löwen und Aladdin beschworen werden, nur hatten die Lieder zu keiner Zeit diese Qualität. Keine der Melodien ist bei mir hängen geblieben. Das war damals definitiv anders. 

Abseits der Tatsache, dass mich der Film nicht so richtig mitreißen konnte, gab es aber Dinge, die ich von einem Disneyfilm und generell einem Film dieser Größenordnung eher nicht erwartet hatte: 
Bei den Formwandlerfähigkeiten der von Dwayne Johnson synchronisierten Figur hatten sich Musker und Clements quasi bei sich selbst bedient; diese waren im Prinzip Aladdis Dschinni Reloaded. Weite Teile des Films beschworen den Geist von Waterworld, eine Passage im Film war deutlich von Mad Max Fury Road inspiriert (Stichwort: Hommage) und der Showdown (der wohl jedem unter 10-jährigen den Angstschweiss in den Nacken treiben wird) war einem der beiden "Kampf der Titanen"-Kinofilme mit Sam Worthington entnommen. 
Aber eine zentrale Idee aus einem anderen Filmklassiker wiederzuverwenden, ihr eine tragende Rolle im eigenen Film zu geben und ihr nichts Neues hinzuzufügen, machte mich etwas sprachlos: 
Gemeint ist der Pseudopod aus James Camerons 89er Unterwasser-Thriller "The Abyss“; die Wassersäule, die mit den Menschen eines Unterwasserhabitats kommuniziert. Design und Charakteristik wurden hier dermassen Eins-zu-Eins kopiert, dass ich mich fragte wie das in einer „Kreativschmiede“ mit Hunderten von Filmnerds durchgehen konnte. 
Leider schaffte ich es nicht den Machern im Anschluss hierzu eine Frage zu stellen, wahrscheinlich war dies aber auch eine Hommage. 

Schlussendlich war ein schöner Kinderfilm voller berauschender, größtenteils fotorealistischer Bilder, der inhaltlich nur altbewährte Erzählmuster aufwärmte und sich etwas zu sehr bei anderen Vorbildern bediente.
spoiler:
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