„La La Land“ von Damien Chazelle („Whiplash“) hat 7 Golden Globes abgeräumt und ist in Deutschland angelaufen.
Los Angeles: Viele Kreative wollen nach L.A., um dort ihre Erfahrungen und mehr zu machen, darunter Mia (Emma Stone), die Schauspielerin, und Sebastien (Ryan Gosling), der Jazz-Musiker mit dem Wunsch nach einem eigenen Club. Die beiden finden zueinander, aber der schwierige Arbeitsmarkt in der Künstlerbranche belastet.
Einen Musical-Film gibt’s nicht alle Tage. Gewöhnungsbedürftig startet das Werk von Chazelle, verblüffend quietschgrell im Winter auf dem Highway vor L.A. Die vier Jahreszeiten werden durchlaufen. Dass die chronologisch geführten Abschnitte unterschiedlich getüncht sind, ist schon mal ein bunter Einfall. Wünsche, Träume und Emotionen sind in herrlichen Szenen bebildert. Ein flotter Soundtrack ist obligatorisch und wird geboten. Emma und Ryan singen selbst, ein wenig dünn, aber dafür mit Authentizität. Für eine stimmlich wuchtige Präsenz sorgt John Legend, der einen Bandleader spielt. Das Hauptthema in seinen vielen Varianten und die kleine traurige Melodie, die das Paar begleitet, betonen den Plot. Und der betrachtet, zunächst mit reichlich Augenzwinkern, welchen Hindernissen sich Mia und Sebastien auf ihrem Weg stellen müssen. Der Humor ist abwechslungsreich und nie übertrieben angelegt. Schleichend - mit viel Gefühl eingewoben - zieht das Drama ein und wächst schnelle zur Dominanz. Dann spielen sie auf, die zwei, zeigen ihre Stärken. Nach „Crazy, Stupid, Love“ und „Gangster Squad“ stehen sie wieder zusammen vor der Kamera. Die Mimik von Emma Stone ist unglaublich eindringlich, sogar in mancher Einstellung zu intensiv aufgenommen. Und das interessante, romantische und bewegende Geschau von Ryan Gosling ist z.B. aus „Blue Valantine“, „Drive“ und „The Place Beyond the Pines“ bestens bekannt (und dort noch ein bisschen besser angelegt). So fließt die Gefühlsebene immer intensiver und mitreißender in das Musical ein.
Nach dem Herbst kommt wieder der Winter, fünf Jahre später. Und Damien Chazelle tischt seinen Zuschauern ein genial realistisches Finale auf.
Damien Chazelle hat sich nach dem gelungenen Standard-Musikerdrama „Whiplash“ gesteigert. Auch „La La Land“ zeigt keine außergewöhnliche Geschichte, aber sie ist mit ihrer Gestaltung und den hervorragenden Schauspielern etwas Besonderes geworden.