Er ist schnell, sehr schnell. Und deswegen braucht ihn eine Bande von Bankräubern (darunter die Seriengiganten Jon Hamm ("Mad Men") und Jon Bernthal ("The Walking Dead")) diesen jungen Mann, der sich Baby nennt, als Fahrer für ihre mit brutaler Härte durchgezogenen Überfälle. Der junge Mann ist natürlich kein Verbrecher und möchte aussteigen, sobald er das nötige Kleingeld zusammen hat, das er natürlich nur aus edlen Motiven benötigt. Der Ausstieg wird umso dringlicher, nachdem sich Baby in Miss Right aus der Bar nebenan verliebt hat. Doch der Ausstieg aus einer kriminellen Vereinigung ist nicht so einfach, das kennt man ja aus anderen Filmen des Genres. Und als dann auch noch ein Überfall aus dem Ruder läuft ...
Sagen wir es mal so: Dieser Film wäre ein wirklich großer Wurf, wenn es nicht ein paar Jahre zuvor "Drive" mit Ryan Gosling gegeben hätte, der sich zu "Baby Driver" in etwa so verhält wie Original zu Fälschung. Zu vieles in diesem rasant und mit Lust an der Übertreibung inszenierten Actionfilm erinnert an das Vorbild: der große böse Wolf (hier gespielt von Kevin Spacey, der seit seiner Hauptrolle in "House of Cards" anscheinend kaum noch eine Chance hat, je wieder einen ehrbaren Bürger zu verkörpern), ein Gangsterboss also, der übermächtig scheint und mit dem der kleine, fahrtüchtige Filmheld es dennoch aufnehmen muss, wenn er heil aus dieser Filmhandlung wieder rauskommen will, eine Reihe böser, wirklich böser Buben, die tiefe Verstrickung, aus der ein Entrinnen nur mit Höchsteinsatz möglich ist, und die hinreißende Schönheit (Lily James in der Rolle von Carey Mulligan), für deren Liebe sich jedes Risiko lohnt.
Fahrer Baby, ein monomanisch begabter Einzelgänger mit kleinem Tick, wird eindrucksvoll gespielt von "Schicksal ist ein mieser Verräter"-Tragödiant Ansel Elgort, die Autoverfolgungsjagden sind inszenierungstechnisch Güteklasse A und treiben den Adrenalinspiegel von Hauptfigur und Zuschauer im Kinosessel gleichermaßen in die Höhe und übersieht man die Unmenge an Handlungselementen, die kein Normalsterblicher für auch nur halbwegs glaubwürdig halten kann, so bleibt unter dem Strich immer noch ein ziemlich eleganter Actionfilm mit einer außerordentlich coolen Hauptfigur in einem Film, der immer noch Klassen besser ist als ein durchschnittlicher Streifen aus der Endlos-Serie "The Schnellen and the Wütenden".
Eine Kritik der film-o-meter-Redaktion)