Dämonen und Wunder - Dheepan
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Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 15. Dezember 2015
Eine problematische Einwanderung
Der Filmtitel kommt von einem Gedicht, welches das Mädchen am Ende des Films rezitiert. Eigentlich müsste der Film nur „Dheepan“ heißen, denn er beschreibt weitgehend den nun aktuellen Lebensabschnitt des Hauptdarstellers, eines Emigranten aus Sri Lanka, der als Asylbewerber in Paris gelandet ist. Dieser Dheepan war in Sri Lanka ein Freiheitskämpfer, ein Revolutionär, der sich aber nach allgemeinen Misserfolgen von dem Freiheitskampf losgesagt hat. Zusammen mit einer jungen Frau und einem Mädchen, die sich alle nicht weiter kennen, geben sie sich als Familie aus, um in Frankreich politisches Asyl zu bekommen. Zunächst mäandert der Film so dahin. Er schildert die persönlichen Schwierigkeiten der kleinen „Familie“ und die Probleme bei der Einbürgerung. Erst im letzten Viertel nimmt der Film Fahrt auf und entwickelt sich mehr und mehr zu einem spannenden Thriller. Insgesamt ein sozialkritischer Film über die Situation der Flüchtlinge in der Banlieue, die zu einer gesetzlosen Zone geworden ist. Fazit: Sehenswert
Inglourious Filmgeeks
Inglourious Filmgeeks

19 Follower 134 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 5. März 2017
[...] Gerade im unerwarteten Gewaltausbruch im Finale gelingt es, den Zuschauer einzuhüllen, ihn intensiv zu fesseln und auch mit der letzten Einstellung, die sowohl Verzweiflung und Geborgenheit reflektiert vorzuhalten, dass „Dheepan“ in seinen stärksten Momenten wirklich toll ist, gleich der schauspielerischen Leistung von Jesuthasan Antonythasan. Wenn jedoch Banlieue und Sri Lanka gleichgesetzt wird, Audiard auf konventionelle Dramaturgie zurückgreift und seine Bindung des Trios beinahe schon mit dem Vorschlaghammer in den Zuschauer prügeln will, erinnert „Dheepan“ fast schon an plakativem Betroffenheitskino, bei dem man sich selbst als Zuschauer schon einreden muss, dass nicht jeder Flüchtling so viel Pech haben kann. Letztendlich muss man leider zu dem Entschluss komm, dass „Dheepan“ wohl nur aufgrund politischer Brisanz mit der goldenen Palme geehrt wurde. Die damalige Konkurrenz bestehend aus The Lobstet, Son of Saul, Carol, Macbeth etc. war einfach besser.
No Use For A Name
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14 Follower 1.704 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 22. September 2026
„Dheepan“ ist ein intensives und sehr emotionales Drama, das sich mit sehr unangenehmen Themen beschäftigt. Der Titelheld Dheepan begibt sich zusammen mit einer wildfremden Frau und einem ebenso fremden Kind raus aus dem Bürgerkrieg in Sri Lanka und wir können dabei zuschauen, wie sich die drei abmühen, in Frankreich neu Fuß zu fassen. Ein besonders gelungener Kunstgriff ist dabei die Besetzung der Hauptrolle mit Antonythasan Jesuthasan, der tatsächlich selbst die Erfahrung gemacht hat, wie es als Kindersoldat bei den Tamil Tigers ist. Dadurch bekommt sein Spiel eine enorme Authentizität und eine wirklich unangenehme Intensität – fantastisch!

Der Film nimmt sich auch sehr viel Zeit, die Entwicklung schreitet langsam voran, wir haben schon eine Ahnung, dass die Situation schließlich eskalieren wird und alle auf eine Katastrophe zusteuern. Die ganzen Hindernisse und Hürden der drei (Sprachbarriere, Isolation, die falsche Fassade) sind schon schlimm genug dazu kommt dann noch ein erbarmungsloser und gewalttätiger Bandenkrieg, praktisch vor der Haustür. Im letzten Viertel explodiert das Pulverfass schließlich, die Tonalität des Films wird massiv gebrochen, mehr will ich aber nicht verraten.

Das dann etwas seltsame Ende spaltet die Community, das kommt ganz darauf an, wie man den bisherigen Film rezipiert hat und ob man sich auf einen erneuten Bruch des Erzähltons einlassen kann. Regisseur Jacques Audiard hat das Ende aber bewusst offengelassen, der Schluss kann auf unterschiedliche Weise gelesen werden. Dadurch wollte er eben den Kontrast zwischen den „Dämonen“ und den „Wundern“ nochmal auf die Spitze treiben. Das kann man gut finden oder eben nicht. Mir hat’s gefallen, daher eine ganz klare Empfehlung von mir.
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