Imperium
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3,0
Veröffentlicht am 24. November 2025
Der Film bietet zwar einen aufregenden Einblick in die amerikanische ultrarechte Szene, vergisst dabei aber leider, eine Geschichte zu erzählen. Für uns in Deutschland ist es ziemlich befremdlich und unfassbar, dass dort Menschen auf offener Straße mit Hakenkreuzflaggen rumlaufen, sich mit “Heil Hitler” begrüßen und so offen den deutschen Nationalsozialismus feiern. Aber das ist nicht das Thema, der Film zeigt nur, hinterfragt aber nicht. Über die Hintergründe und Beweggründe der Leute dort erfahren wir nur wenig, wir werden einfach so hineingeworfen.

Das ist ein bisschen schade, da so Potenzial verschenkt wird. Überhaupt verzettelt sich der Film in der reinen Zurschaustellung der Nazi-Szenerien dort. Es gibt auch eigentlich keine Handlung im engeren Sinn, okay, es geht da um irgendeine Bombe, aber mehr dann auch nicht. Selbst der Protagonist gerät da manchmal aus dem Fokus, was das Ganze mit ihm macht, wie es ihn verändert, ja, ob überhaupt, das bleibt alles nur in vager Andeutung. Daniel Radcliffe spielt stark auf und dominiert den Film, was ihm auch gut gelingt. Aber ansonsten bleibt der Cast eher blass, wirklich herausragend ist da niemand zu benennen.

FAZIT: Ein ambitionierter Film, der aber vergisst, eine Geschichte zu erzählen. Dafür bekommen wir eindringliche Bilder aus der ultrarechten Neonazi-Szene zu sehen. Darüber hinaus hat uns der Film leider nicht viel zu sagen, was sehr schade ist, da Daniel Radcliffe eine starke Performance abliefert. Dennoch ein interessanter Film, den man gut gucken kann.
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 17. Juni 2020
Der Film zeigt wieder mal einer unterschwellige Propaganda, wo Terroristen als Opfer gelten und Amerikaner als Hasserfüllte Geißteskranke dargestellt werden.
Die Geschichte hätte Potezial würde er nicht eine so dermaßen verzerrte Realität zeigen.
Michael S.
Michael S.

301 Follower 415 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 14. Dezember 2016
Lange Zeit gehörte es zum guten Ton, jegliche Rechtsextremisten als geifernde dumme Bestien zu inszenieren, die mit normalen Menschen möglichst wenig gemein haben. Doch Nates Chefin Angela gibt ihm den entscheidenen Tipp, nämlich, dass er sie endlich wie Menschen behandeln soll. Und das sind sie auch. Fehlgeleitet zwar, aber dennoch voller Begierden, Leidenschaft, Wut und zuweilen komplex wie jeder andere auch. Die Macht der Worte, die schließlich zur Radikalisierung führen können, bekräftigt ein am Anfang eingeblendetes Zitat.

Nates Reise durch ganz unterschiedliche Neonazi-Organisationen zeigt, dass es sich neben den üblichen Schlägertypen und SS-Nostalgikern durchaus auch um gebildete Menschen mit intaktem Vorstadtleben handeln kann, die entsprechende Ansichten vertreten, aber klassische Musik ebenso schätzen wie Veggieburger und ein gut gefülltes Bücherregal. Mit Ultrakurzfrisur und Bomberjacke passt Radcliffe tatsächlich gut in die Szene, sein Charakter bleibt allerdings trotz des intensiven Doppellebens immer auf der Seite des Gesetzes. Da hätten etwas mehr Selbstzweifel zeigen können, dass niemand gegen potentielle Radikalisierung gefeit ist, doch Langfilmdebütant Daniel Ragussis lässt den idealistischen Bürohelden, dessen dicke Brille und Singleleben anfangs ein wenig klischeehaft daherkommen, stets Konflikte entschärfen und für die richtige "gute Sache" kämpfen.

Dafür kommt auch das FBI nicht ungeschoren davon. Deren Fixierung auf potentielle islamistische Attentäter ist derart engstirnig, dass die Überwachung Rechtsradikaler vernachlässigt und Verdächtige mit zweifelhaften Methoden überführt werden. Aufmärsche der überzeugten Hitlerfans, die sich unter anderem in SA-Uniformen und Sonnenbrillen kleiden, zeigen auch, wie weit die Gegendemonstranten zu gehen bereit sind. Das alles erzählt der Film in nüchternem, aber nie zu trockenen Tonfall. Bevor sich die Handlung im letzten Drittel verfahren kann, überrascht Ragussis mit einem eleganten Twist, der die ganzen Ausmaße des rechten Fanatismus' zeigt und seinen Helden - wie könnte es anders sein - in Lebensgefahr bringt.

Abgesehen von einigen allzu typischen Entwicklungen und kleineren Logikfehlern (Nate kommt u.a. nach seiner Rasur plötzlich ganz ohne Brille aus) ist hier ein spannender Thriller gelungen, der dem Zuschauer die Paranoia verdeckter Ermittler und der von ihnen infiltrierten Gruppen glaubhaft vermittelt. Daniel Radcliffes intensives Spiel macht Nate ebenso zur bestmöglichen Identifikationsfigur wie zum zumindest äußerlich überzeugenden Radikalen.
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