“17 Tote, 47 Verletzte, ich brauch jetzt ‘nen Kaffee.”
Hyena Road ist einer jener Kriegsfilme, die sich nicht so richtig entscheiden können, was sie sein wollen und welche Message sie dem Zuschauer näherbringen möchten. Streckenweise haben wir einen brachialen Kriegs-Actioner mit intensiven Gefechtsszenen, die meiner Meinung nach auch eindrucksvoll inszeniert sind. Dann wechselt der Film aber die Tonalität und zeigt überwiegend belanglose Situationen in der Basis, wobei einiges an Potenzial verschenkt wird. Zu Beginn etabliert der Film ziemlich clever die Thematik, dass ja nicht nur Kanadier in dieser Basis stationiert sind, sondern auch andere Nationalitäten, die sich daraus ergebenden Implikationen oder gar Konflikte werden aber nicht weiterverfolgt. Auch beschäftigt sich der Film ziemlich ausführlich mit einer Liebesbeziehung, die irgendwie nicht besonders glaubwürdig präsentiert wird und auch – außer einer billigen emotionalen Spitze am Ende – keinerlei substanzielle Bedeutung für den Film oder Aussage im Allgemeinen hat – außer vielleicht, dass Sex zwischen Soldaten immer zu Problemen führt...?
Ein weiterer Nebenstrang der Handlung fokussiert auf einen einheimischen Führer, der als Verbündeter gegen die Taliban fungieren soll. Aber auch diese Geschichte ist zu verworren und auch zu lahm erzählt, als dass da wirklich Spannung aufkommen würde. Somit ist dann auch das Erlebnis beim Anschauen ziemlich ambivalent – zumindest ging mir das so. Wenn die Kriegsaction stark inszeniert ist, bremst sich der Film dann immer wieder selbst aus und verfängt sich in irgendwelchen komischen Sidequests, die überwiegend ziemlich belanglos und manchmal richtiggehend langweilig präsentiert werden. Da steht sich der Film dann irgendwie selbst im Weg.
Und so komme ich zu dem Zitat, das einer der Offiziere nach einem heftigen Effekt zu einem Kollegen sagt. Was soll das bedeuten? Ist das Zynismus, sind die Soldaten dort mittlerweile so abgehärtet, dass einem angesichts dieser Opferzahlen nur ein zynischer Kommentar einfällt? Ist das als Witz gemeint, versucht der Film hier, mit Hilfe von Toten und Verletzten witzig zu sein? Oder ist das ernst und der Typ braucht erstmal einen Kaffee zum runterkommen? So unklar und wirr, wie dieses Zitat an dieser Stelle, so schwimmt eben auch der Film zwischen verschiedenen Genres und verschiedenen Tonalitäten. Insgesamt kein schlechter Film, aber eben auch keiner, den man gesehen haben muss.