Moonlight
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schonwer
schonwer

1.387 Follower 728 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 28. März 2017
Die Erwartungen zu "Moonlight" sind generell sehr hoch. Zuerst kam der meisterliche Trailer, dann die mehr als sensationellen Kritiken und zur Krönung gab es noch den Oscar für den Besten Film. Somit ist es einfach enttäuscht zu werden. Wurde ich aber nicht wirklich. Der Film hält was der Trailer verspricht. So sensationell wie alle Kritiken würde ich "Moonlight" zwar nicht nennen, doch es ist ein wirklich herausragender Film geworden.

"Moonlight" ist eindringlich, was an vielen Sachen liegt. Hier gibt es kein Kitsch, kein Episches, oder Szenen die einen unbedingt zum Weinen bringen wollen. Der Film ist sehr realistisch und lässt einen jede Szene so miterleben als wäre man dabei. Jede Dialogzeile ist wichtig und nötig, doch es gibt auch sehr viele Szenen , welche sehr ruhig sind und das nicht gesagte ist ebenfalls sehr wichtig.
Grundsätzlich wird die Geschichte von Chiron erzählt und zwar in drei Kapiteln. So wird im ersten Kapitel seine komplizierte Kindheit gezeigt, im zweiten Kapitel wird, wie der mittlerweile jugendliche Chiron es in der Schule sehr schwer hat und das letzte Kapitel spielt während er Erwachsen ist.
Man verfolgt die komplette charakterliche Entwicklung von Chiron und alle drei Schauspieler, die ihn verkörpern spielen fantastisch! Am meisten überzeugen konnte mich Mahershala Ali, der eine sehr wichtige Rolle in Chirons Leben spiel und hier zu Recht einen Oscar als bester Nebendarsteller bekommen hat. Er strahlt eine Aura aus, eine Präsenz. Er beherrscht die Szene, wenn er auftaucht, nur leider kriegt man ihn meiner Meinung nach etwas zu wenig zu sehen.
Durch die drei Kapitel werden Situationen nicht gezeigt und man erahnt sie erst in Dialogen nach dem Sprung ins nächste Kapitel. Das macht die Dialoge spannender, welche zudem sehr gut geschrieben sind. Nur manchmal hätte man sich gewünscht diese Parts der Entwicklung miterlebt zu haben.
Das erste Kapitel, welches die Kindheit zeigt und die Relationen zwischen den Personen ist am spannendsten. Man steigt in diese Welt ein und lernt alles kennen. Von Beginn an sticht die meisterliche Inszenierung heraus und man merkt, dass Regisseur Barry Jenkins alle Themen welche angesprochen werden beherrscht. Jede Szene ist gewollt so gezeigt, alles wirkt perfekt. Das zweite Kapitel ist wieder etwas klassisch, es tauchen Themen auf, welche man gut kennt und da geht der Film weiter, bietet aber nicht so viel neues, wagt aber einiges! Das dritte Kapitel macht einen großen Sprung nach vorn und da möchte ich nicht spoilern. Es ist das interessanteste, dort tauchen aber kleine Längen auf.
Das Ende kommt ohne große Überraschung endet aber erstaunlich abrupt. Das Ende enttäuschte mich ein wenig und ist das Hauptkriterium für den Abzug. Doch sehen müsst Ihr es selber.
Handwerklich ist "Moonlight" top. Es gibt sehr viele, abwechslungsreiche, fantastische Kamerafahrten / -einstellungen. In den ruhigen Momenten fängt sie die Atmosphäre toll ein, in bewegungsreichen, spannungsaufbauenden Szenen wird sie wackeliger. Der Soundtrack ist eindringlich und wirklich sehr passend, wenn auch etwas unkonventionell.

Fazit: Schauspielerisch auf einen hohen Niveau, meisterlich inszeniert, einprägsam, mit der Zeit faszinierend. Auch wenn das Ende vorhersehbar ist, erlebt man jede Szene als wäre man dabei, da der Film realistisch ist und es nur Dialoge gibt, wenn diese auch wirklich nötig sind. "Moonlight" wurde zu einem Drama, welches zwar ein paar Längen besitzt, jedoch nie langweilt und nie aufhört zu faszinieren.
Christoph K.
Christoph K.

172 Follower 322 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 22. März 2017
Ein durch und durch mitreißender Film. Die Schauspieler spielen so beklemmend realistisch, dass einem glatt dieser Druck, Sehnsucht und Hilflosigkeit total ans Herz geht.
Dass dieser Film einige Oskars gewann, kann ich gut verstehen.
Ich bin immernoch total hingerissen, wie realistisch, eindringlich die Schauspieler gespielt haben.
Absolut sehenswert. Grandios!
Kinobengel
Kinobengel

506 Follower 606 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 24. März 2017
„Moonlight“ hat den Oscar für den besten Film erhalten. Barry Jenkins wurde für die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch nominiert.

Der Film zeigt drei Lebensabschnitte von Chiron (Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes), der in schwierigen Verhältnissen aufwächst. Als kleiner Junge wird er ständig gehänselt. Als Teenager zieht er sich zu Kevin (Jharrel Jerome) hingezogen und begehrt gegen die Drangsalierungen auf, was ihn aber mit den Gesetzen in Konflikt bringt. Als Twen ist Chiron unter Dealern ein gemachter Mann, aber er kann Kevin nicht vergessen.

„Moonlight“ ist Beobachtungskino. Gerne darf der Zuschauer an „Boyhood“ von Richard Linklater (2014) zurückdenken. Jenkins zeigt jedoch größere Sprünge und betrachtet einen größeren Zeitraum. Dadurch fallen zwar Nuancen weg, dennoch entsteht nicht der Eindruck, dass sie fehlen. Begründet ist das in der mit vielen Szenen und Details bestückten Einführung des Charakters Chiron und seines sozialen Umfelds; hier lassen sich reichlich Schlussfolgerungen ziehen. Auch in den anderen Abschnitten geht Jenkins mit viel Gefühl an jede Szene heran. Die Dialoge sind meisterlich ausgeführt und tragen das Zwischenmenschliche sowie die Sensibilität von Chiron als Schwerpunkt, ohne besonderen Wert auf Straßenslang zu legen. Jeder der gesprochenen Sätze weckt das Interesse des Kinogängers, der sich immer mehr mit dem Leben des jungen US-Amerikaners identifizieren kann, wenn sich auch hier und da kleinere Längen ergeben. So bleibt Chiron bis zur letzten Minute auch mit der äußerlich großen Veränderung im letzten Abschnitt eine schlüssige Hauptfigur.

Ein besonderes Lob gilt Kameramann James Laxton, der sich für „Moonlight“ mit vielen einfallsreichen Einstellungen und Kamerafahrten einbringt und dafür ebenfalls eine Oscar-Nominierung erhalten hat. Eine Klasse für sich sind die hervorragenden Nahaufnahmen, die ohne Mitwirkung der eindrucksvollen Schauspieler nicht werden könnten.

„Moonlight“ besticht durch klare Erzählweise und Figuren, brillant für die Leinwand eingefangen.
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 7. Juni 2017
In einigen Szenen gelungener, aber hoffnungslos überambitionierter Film. Die Dreiteilung der Erzählung, zum Beispiel, lässt die Handlungen abrupt stoppen. Das ist an sich auch nicht weiter schlimm, allerdings beharrt der Film an anderer Stelle so extrem auf emotionaler Katharsis und einer abgerundeten Dramaturgie, dass diese Übergänge ungewollt und holprig wirken. Zudem verstärkt diese Erzählweise eine unglückliche Lesart, dass nämlich die Handlungen der Hauptfigur durch seine Vergangenheit geprägt sind. Das ist ebenso wahr wie es eine Binsenweisheit ist, aus der sich keine Erkenntnis gewinnen lässt. Zudem präsentiert sich der Film dadurch als Sozialdrama, in dem die Figur einen Ausweg aus sozialer Misere sucht. Auf der anderen Seite wiederum versucht Moonlight in halbwegs poetischen Sequenzen diese Genre-Einordnung aufzubrechen, unterlegt mit etwas dickaufgetragener Musik, starken Farben etc. Dieser Gegensatz mag gewollt sind, umgesetzt ist er aber nicht gut: die Szenen, in denen der Protagonist mit seinen Schulkameraden etc. klar kommen will, wirken wie Klischee-Teenie-Drama, in dem die Hauptfigur ihren Platz sucht. Die Szenen mit der Mutter wirken lächerlich überdreht und vor allem unnötig - die schlechte Beziehung der beiden wird grell und ohne Zwischentöne abgehandelt; und die wenigen Szenen mit Mahershala Alis Figur sind poetisch, aber kommen nicht aus dem grässlich sozialromantischen Loop raus. All dies wird umso problematischer, wenn man bedenkt, dass die existentialistischen Posen der Films reine Show sind: zu keinem Zeitpunkt des Films fürchtet man, etwas wirklich Schlimmes könnte passieren, so vollgestopft ist jede Szene mit sentimentalen Coming-of-Age-Motiven, dass die schließliche innere Einkehr der Protagonisten von der ersten Szene an gesichert und am Ende völlig uninteressant scheint. Nur versucht der Film, das zu überspielen, in der Hoffnung, die Zuschauer würden es nicht merken.
Das Kulturblog
Das Kulturblog

26 Follower 107 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 28. Februar 2017
Zum Überraschungshit dieser Oscar-Saison wurde „Moonlight“. Der Independent-Film wäre in früheren Jahren wohl gnadenlos durchs Raster gefallen: Ein Regie-Debütant (Barry Jenkins), der von einem schwarzen Jungen erzählt, der unter Drogendealern und Crack-Süchtigen aufwächst und seine Homosexualität entdeckt? Mit schmalem Budget und ohne große Stars gefilmt? Der prominenteste Schauspieler in „Moonlight“ ist Mahershala Ali, den man am ehesten aus seiner Rolle als Lobbyist in „House of Cards“.

Der Erfolg dieser sympathischen, kleinen Produktion, die eine klassische „Coming-of-Age“-Geschichte erzählt, wie sie bisher den Programmkinos abseits des Hollywood-Glamours vorbehalten war, liegt natürlich auch daran, dass Jenkins (Regie und Drehbuch nach dem Theaterstück) seinen Stoff ziemlich gut umgesetzt hat.

Wesentlich trug aber auch bei, dass Hollywood und die Oscar-Academy gerade in einer Umbruchphase sind.
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