Als Umsetzung eines Mangas durchaus gelungen. Wer japanische oder asiatische Filme im allgemeinen mag der wird durch Optik, Aufmachung glücklich werden. Zatoichi im Vergleich ist ähnlich gelagert und auch die Geschichte mit dem unsterblichen Samurai hat was, aber der immens hohe Bodycount, die unsympathischen Charaktere und die Ideologie dahinter die ich für fragwürdig empfinden wird auch nicht im Ansatz relativiert wie es noch 13 Assassin ebenfalls von Miike geschafft hat. So bleibt Blade of the Immortal ein reiner Metzelfilm ohne viel anderes. Die Schwertkämpfe selbst sind ok aber die besten Kampfszenen seit Kill Bill halte ich für einen falschen Massstab, den die waren schon nicht das Gelbe vom Ei. OK aber da habe ich schon Kämpfe mit Schwert oder ähnliches gesehen. Als Manga oder Samurai Film Fan macht man nicht viel falsch denke ich, aber es gibt bessere Filme.
Takashi Miike hat zwischen 1991 und 2017 bei 100 Filmen Regie geführt, da verwundert es nicht, dass es nur eine kleine Auswahl bis zu uns auf den Markt geschafft hat, man möchte meinen, das ist auch gut so, da sich unter diesen 100 Filmen (inzwischen sind es ja mindestens 112!) nicht nur gute Filme befinden. Wenn er wie 2001 acht (!) Filme innerhalb eines Jahres inszeniert, dann können das ja nur in aller Eile hektisch runtergekurbelte Fließbandgurken sein… Wie auch immer, „Blade oft he Immortal“ ist jedenfalls ein Film, der es bis zu uns und auch in deutscher Synchronisation geschafft hat.
Manji 万字, wörtlich übersetzt etwa „Ewigkeit“, ist das Zeichen der Unendlichkeit, das passt ja zu seiner Unsterblichkeit, sein Leben hat kein Ende, so wie das Symbol Manji, das er auf seinem Rücken trägt. Das ist dann irgendwie auch das Thema des Films, Manji möchte sterben, dann aber auch irgendwie nicht, er scheint sich für die kleine Rin verantwortlich zu fühlen und schnetzelt sich dann so mit allerlei Hieb- und Stichwaffen durch diesen fast 2 1/2-stündigen Film. Das ist manchmal ganz hübsch anzusehen, es geht immerhin recht rabiat und blutig zur Sache, hat aber ein für Miike-Verhältnisse zahmes FSK16 bekommen. Dennoch ist hier wie so oft in seinem Werk die Gewalt ein ganz zentrales Thema und man kann mal wieder darüber streiten, ob dieser exzessive Einsatz von blutigen Gewaltszenen einen künstlerischen Mehrwert und eine narrative Bedeutung hat, oder ob der Gute einfach nur Spaß daran hat, das Abtrennen von Gliedmaßen zu inszenieren und Gewalt nur um der Gewalt willen existieren lässt.
Wenn man will, kann man hier natürlich eine Rache-Parabel („Gewalt führt nur zu noch mehr Gewalt“) herauslesen, so wirklich explizit oder dialogisch ausformuliert wird das aber nicht. Insofern hat sich für mich auch nicht wirklich eine tiefere Bedeutungsebene erschlossen und ich frage mich am Ende ein wenig: Was soll das alles? Oder einfach: Warum? Immerhin sind die meisten Fights ganz gut anzuschauen, wenngleich manchmal auch etwas zu hektisch geschnitten.