Der Hauptmann
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Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 17. März 2018
Lieber ‚Funsurfer‘: „die beste Armee aller Zeiten“ und der Film nur Propaganda?! Hier offenbart sich aber ein sehr bedenkliches Geschichtsverständnis. Solche Kommentare machen mal wieder deutlich, wie wichtig solche Filme sind.
Alex M
Alex M

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4,0
Veröffentlicht am 21. April 2020
„Das menschliche Streben sollte keine Grenzen kennen" Steven Harkins

Der Hauptmann pervertiert den bekannten Spruch "Kleider machen Leute" und zeigt in seiner ganzen abscheulichkeit die Macht der Überzeugung eines erfinderischen Gefreiten. Die tolle Kamera in Schwarz/Weiß reduziert die Ereignisse optisch, aber nicht das Grauen das in den letzten Tagen des dritten Reiches damit einhergeht. Robert Schwenke schafft eine bedrückende Atmosphäre auch durch die Bank großartig agierenden Darstellern, auf die ein oder andere Zuspitzung hätte er zwar verzichten können, dennoch ist dieser etwas andere Fokus aus einer dunklen Zeit aus Deutschland unbedingt sehenswert.
IamBangsy
IamBangsy

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4,0
Veröffentlicht am 12. Oktober 2020
Der Hauptmann ist ein großartig gespielter, wahnsinnig gut inszenierter Film über einen Gefreiten, der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges eine Hauptmann Uniform findet und sich fortan als solcher ausgibt.

Hin und wieder zieht sich der Film ein wenig in die Länge, bietet aber im Großen und Ganzen eine interessante psychologische Analyse davon, wie die verschiedenen Rollen unser Verhalten beeinflussen können. Das Ganze wird natürlich etwas überspitzt dargestellt, orientiert sich aber an der Wahren Geschichte des Willi Herold.
Cursha
Cursha

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3,5
Veröffentlicht am 15. Juni 2019
Toll Besetzt, optisch umwerfend und extrem brutal. "Der Hauptmann" ist ein durchaus guter Film mit vielen stärken und vielen handwerklichen Stärken, dem dennoch etwas fehlt. Gerade im Hinblick auf die Hauptfigur, der man den ganzen Film über folgt, die aber im Laufe der Zeit immer unsympathischer wirkt, worunter der Film mehr und mehr leidet. Dennoch ist der Film ein Werk geworden, dass man sich dennoch aufgrund seines Handwerks und seines depressiven und beklemmenden Untertones man sich anschauen sollte.
FILMGENUSS
FILMGENUSS

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3,5
Veröffentlicht am 10. August 2021
DES MÖRDERS NEUE KLEIDER
von Michael Grünwald / filmgenuss.com

Wenn der Tod wie in Zeiten des Krieges so omnipräsent ist, verschwimmen die Grenzen zwischen normalem Atmen und dem letzten Röcheln. Gerade noch mit beiden Beinen das Rundherum wahrgenommen, ist im nächsten Moment alles vorbei. Für Angst bleibt da gar nicht mehr viel Zeit. Für Wahnsinn schon. Denn der bleibt denen, die sich auf den Knochenbergen der anderen hochgearbeitet haben. Oder das Privileg besitzen, dem Sensenmann selbige für die Dauer der Anarchie aus der Hand zu reißen. Tod spielen kann man gut, wenn man einen militärischen Rang besitzt. Da reicht schon eine frisch gebügelte Uniform, die dem auf der Flucht befindlichen Gefreiten Willi Herold in die Hände fällt. Plötzlich ist man wer, nämlich Herr über Leben und Tod. Und nichts und niemand kann einen zur Rechenschaft ziehen. Dieses Szenario erinnert natürlich unweigerlich an Carl Zuckmayers Klassiker Der Hauptmann von Köpenick. In diesem Bühnenstück, unter anderem mit Heinz Rühmann oder Harald Juhnke mehrmals verfilmt, kommt ein entlassener Sträfling zu der bahnbrechenden Erkenntnis, das Kleider sehr wohl Leute machen – und schlüpft ins vielversprechende Outfit. Zuckmayers Werk ist aber mehr Satire als Schreckensbildnis. Letzteres ist Robert Schwentkes Verfilmung eines tatsächlichen Falls wohl eher.

Diesen Willi Herold, den Henker vom Emsland, hat es, man glaubt es kaum, wirklich gegeben. Das ganze wäre an sich eine groteske Anekdote aus der Endzeit des Zweiten Weltkriegs gewesen, hätte dieser Willi Herold nicht seinem Beinamen auch alle Ehre gemacht. Unter seinem falschen Kommando wurden rund 170 Menschen ermordet, darunter eine ganze Menge Lagerhäftlinge, die ohne Prozess und teilweise mit schwerem Geschütz niedergemetzelt wurden. Nach der Bombardierung des Lagers durch die alliierte Luftwaffe schart sich der gerade mal 19 Jahre alte Bursche eine Schar Getreuer um sich, die marodierend durchs Land ziehen, um unter dem Motto Schnellgericht überall Blut zu vergießen und einem gewissen Endzeit-Hedonismus zu frönen. Um Willi Herold mit einer fiktiven Figur aus Literatur und Kino zu vergleichen: viel anders als General Kurtz, bekannt aus Herz der Finsternis und Apocalypse Now, ist der psychopathische Jungspund jedenfalls nicht. Und Robert Schwentke, der sonst ja eigentlich nur mit maximal soliden Action- und Science-Fiction-Filmen in Hollywood Karriere gemacht hat, erregt durch diese thematische Anomalie in seiner Filmografie natürlich Aufmerksamkeit. Mitunter auch deshalb, weil diese Chronik wahrer Ereignisse, womöglich inspiriert durch Schindlers Liste, in akkuratem Schwarzweiß und dank der starken Bilder von Kameramann Florian Ballhaus seine filmische Perfektion findet.

Doch für einen kaltblütigen Kriegsverbrecher wie Willi Herold scheint diese filmische Akkuratesse ja eigentlich gar nicht mal angemessen. Dabei ist das immer so eine Sache, dermaßen finsteren Gestalten einen ganzen Film zu widmen. Doch Der Hauptmann will schließlich nichts bewundern oder ihrer zentralen Person im Stillen den Charme des Bösen zugestehen. Was wir hier verbildlicht sehen, sind die Paradigmen menschlicher Verrohung, die akute Entwertung eines Lebens und die Leichtigkeit, Macht zu missbrauchen. Durch das Schwarzweiß wird der Zuseher zum Reporter im Feld. Zu jemandem, der die Chronik des Zweiten Weltkriegs durchblättert und bei Bildern wie diesen hängenbleibt.

Der Hauptmann ist ein grausamer Film. Einer, der des Tötens müde wird. Irgendwann setzt eine gewisse Abstumpfung ein, die irritiert zurücklässt. Konnte ich die pragmatische Gewalt in Der Pianist gar nicht ertragen, fiel es mir in Schwentkes Film zumindest zeitweise schwer, dranzubleiben. Allerdings: durch die künstlerische Ambition des Regisseurs, dem Gleichnis-Charakter einer Köpenickiade und dem grandios aufspielenden Ensemble wird der zynische Antikriegsfilm zu einem Appell an eine in Deckung gegangene Menschlichkeit, den man sich, sofern die eigene Gemütslage es zulässt, antun sollte.
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No Use For A Name
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3,5
Veröffentlicht am 30. November 2024
Starker Film mit starken Schauspielern. Das Drehbuch ist zwar etwas verworren und die Handlung hängt immer mal wieder etwas durch (30 Minuten kürzer wär auch okay), insgesamt aber doch ein eindrucksvoller Film.
Schrecklich und schön, gut vorstellbar, dass das alles so passiert ist, aber irgendwie auch verstörend.
Der Schluss ist aber aus meiner Sicht zu sehr überdreht und passt nicht zur Tonalität des restlichen Films, dadurch wird das Erlebnis dann doch geschmälert und der Effekt verpufft irgendwie...
Nichtsdestotrotz ein sehenswerter Film, aber beileibe kein Antikriegsfilm, eher ein Gesellschaftsdrama...

[Off-Topic]: Liebe Filmstarts-Redaktion! Gegen die Nazi-Trolle hier müsst ihr unbedingt konsequenter vorgehen! Das ist beschämend!
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 16. März 2018
MEINE KRITIK: Robert Schwentke, kehrt mit der Hauptmann nach einigen Hollywood Ausflügen wieder nach Deutschland zurück und erzählt mit der wahren Geschichte von Willi Herold eine unfassbare dazu.
Der Film ist in schwarz weiß gedreht, um die Bilder so real wie möglich ins Gedächtnis zu brennen.
Das es sich so oder ähnlich zugetragen hat, ist schon echt krass und nicht in Worte zu fassen. Schwentke, erzählt die Geschichte aus der Sicht der Täter der zweiten Reihe, Befehlsempfänger von Gefreiter bis Hauptmann.
Er wertet nicht und überlässt dem Zuschauer sein Fazit, wie würde man selber handeln in jeder einzelnen Situation. Der Cast ist überragend, vor allem Max Hubacher, macht aus dem unscheinbaren Gefreiten Herold einen eiskalten Mörder in Offiziersuniform. Frederic Lau, habe ich noch nie so eiskalt und bestialisch gesehen, der in seiner Rolle als versprengter Soldat Befehl und Gehorsam auf perfide Weise interpretiert.

FAZIT: Der Hauptmann, ist ein eiskalter und kompromissloser Film über einen unscheinbaren Soldaten, der durch das Finden einer Offiziers Uniform zum Massenmörder wird. Zugleich ist der Film, ein Lehrstück über Machtmissbrauch, blindem Gehorsam in der alle Menschlichkeit über Board geworfen wird.
beco
beco

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4,0
Veröffentlicht am 29. November 2018
Harte Kost, leider immer noch aktuell …
Erschütternd überzeugende Schauspieler, die den Film zu einem bedrückenden Erlebnis werden lassen.
Sehenswert
Un Artige Bilder
Un Artige Bilder

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5,0
Veröffentlicht am 14. März 2022
Eine Ausnahmeerscheinung. Schonungslos und fast zu brutal in der Härte der Darstellung wurde Krieg in all seinen ekelhaften Schichten widergespiegelt ! Ein Film der auf Augenhöhe mit Bernhard Wicki zu setzen ist……
schonwer
schonwer

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3,5
Veröffentlicht am 22. März 2019
"Der Hauptmann" ist gut gespielt, strak bebildert, eindrucksvoll inszeniert und v.a. am Anfang enorm packend. Zwischendurch zieht sich der Film etwas und hätte bei seiner Story etwas mehr Tiefe in die Figuren bringen können. Aber insgesamt ein sehr sehenswerter deutscher Film.
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