Tenet
Durchschnitts-Wertung
4,0
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Isabelle D.
Isabelle D.

331 Follower 539 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 10. September 2020
Sooo, das hat mir gefehlt :-) Achtung, Leute, das wird ein Verriss. "Tenet" von Christopher Nolan ist der erste Film, den ich seit Wiedereröffnung der Kinos nach dem Lockdown gesehen habe - und gleich ein Kandidat für den schlechtesten Film des Jahres 2020. Visuell ist der Film schon in Ordnung, stellenweise sogar ganz cool. Davon aber abgesehen stimmt in diesem Film einfach hinten und vorne (rückwärts und vorwärts, Hihi) überhaupt nichts und der ganze Kladderadatsch ergibt nicht den geringsten Sinn.

Jaaa, mag der eine oder andere protestieren, man dürfe "Tenet" eben nicht mit dem Verstand begreifen wollen, sondern müsse ihn ... ähm ... öhm ... irgendwie auf einer anderen Bewusstseinsebene wahrnehmen und auf sich wirken lassen. Nolan sei ja schließlich dafür bekannt, Verwirrspiele zu erschaffen, die den Verstand des Zuschauers, seine Gewohnheiten und Gewissheiten auf den Kopf stellen, die Grenzen der Vorstellungskraft sprengen und so weiter und so fort. Das stimmt ja auch. Und das ist ihm in "Memento" und "Inception" beispielsweise auch meisterhaft gelungen. In "Tenet" aber nicht. Mein Eindruck ist, der feine Herr hat sich einfach auf seine persönlichen Geheimrezepte der vergangenen Filme verlassen, mit Zeit, Wahrnehmung und Erzählgewohnheiten wie immer herumgespielt und sah offensichtlich keine Veranlassung, seine eigenen Gewohnheiten mal zu hinterfragen und zu brechen.

Herausgekommen ist ein langweiliges, langatmiges, spannungsfreies Machwerk, das überhaupt nichts aussagt und beim Zuschauer nichts auslöst (außer Verwirrung). Es ist faul - denn Nolan hat sich auf seine bewährten Mätzchen verlassen und nichts wirklich Neues erzählt, genau genommen hat er einfach mal gar nichts erzählt, sondern nur ansatzweise coole, einigermaßen stylische Actionszenen aneinander gereiht. Es ist feige - denn Nolan drückt sich total offensichtlich darum, das Risiko einzugehen, die Handlung in irgendeine Richtung zu lenken. Jedesmal, wenn die Figuren im Film eine Frage stellen, was das Ganze eigentlich soll, wozu das alles dient oder Fragen zur Schlüssigkeit und Logik stellen, windet sich Nolan heraus und versucht gar nicht erst, dieses Herauswinden zu vertuschen: "Versuchen Sie gar nicht erst, das zu verstehen", "Was passiert ist, ist passiert", "Das ist halt ein Paradoxon", "Nicht drüber nachdenken", "Das wissen die, die's wissen müssen" und andere Plattitüden werden dann dem Fragesteller und dem Zuschauer vor die Füße geworfen und dann geht der Film eben weiter. Der Film ist außerdem eitel - denn er gefällt sich selbstverliebt darin, eine vermeintlich gute Idee gehabt zu haben, und diese platt zu walzen und auszureizen bis zum Gehtnichtmehr.

Der Plot und die Dialoge sind also schon mal Murks. Fiebert man wenigstens mit den Figuren mit? Nö. Der "Protagonist" hat noch nicht einmal einen Namen. Man weiß überhaupt nicht, wer er ist, woher er kommt, was er will und was er nicht will, warum er das tut, was er tut, wieso, weshalb, warum er überhaupt in der Geschichte eine Rolle spielt. Das gilt für alle anderen Figuren auch. So gut kann kein Schauspieler sein, gegen eine so holzschnittartig konzipierte Figurencharakterisierung anzuspielen. Auch von Neil erfährt man überhaupt nichts über seine Motivation. Kat, die einzige Frauenfigur, soll wohl eine Hommage an die klassische Hitchcock-Blondine darstellen, wird aber so auf ihre Rolle als Mutter und misshandelte Ehefrau reduziert, dass es einfach nur sexistisch und ärgerlich ist. Warum man Kenneth Branagh einen irren Russen als Bösewicht spielen lässt und keinen irren Briten, erschließt sich ebenfalls nicht. Vielleicht, um irgendwie so eine Kalter-Krieg-Plotline mit dem Holzhammer in die Story zu prügeln und dabei kein Klischee auszulassen. Vielleicht auch nur, weil Kenneth Branagh Lust hatte, einen russischen Dialekt zu sprechen.

Fazit: Dieser Film ist faul, feige, eitel - und schlecht. Wen ein grottiges Drehbuch, fade Figurencharakterisierung, fehlende Handlungslogik respektive überhaupt keine Handlung, eine fehlende Spannungskurve, schauderhafte Dialoge und wie verloren wirkende Schauspieler nicht stören und wer sich die ganz coolen visuellen Effekte anschauen möchte, kann das natürlich trotzdem tun. Aber er/sie beschwere sich hinterher nicht, ich hätte nicht vorgewarnt.

+++ SPOILER +++ SPOILER +++ SPOILER +++
Wer den Film schon gesehen hat, kann mir vielleicht doch mal ein paar Fragen beantworten, die mich gestern Abend noch wach gehalten und im Traum verfolgt haben, weil sie überhaupt keinen Sinn ergeben. Oder ich bin zu blöd. Egal. Also, hier meine Fragen: spoiler: - Warum bauen die Leute in der Zukunft überhaupt erst eine Waffe, die die ganze Welt auslöscht? - Nachdem diese Waffe nun völlig idiotischerweise gebaut wurde, warum zerteilen sie das Ding in neun Teile und verstecken diese Teile irgendwo in der Vergangenheit, sodass die Teile in der Zukunft garantiert wieder auftauchen und irgendein Irrer in der Zwischenzeit ausreichend Gelegenheit hat, die neun Teile zusammen zu suchen, das Ding zusammenzubauen und die Welt zu zerstören? Warum zerstören sie die Waffe nicht wieder? Warum zerstören sie nicht wenigstens ein Teil davon? Warum zerteilen sie das Ding nur in 9 Teile, nicht in 99 oder 999? Warum sieht das Ding aus wie ein Phallus aus Schrott? Warum verstecken sie nicht wenigstens ein paar der Einzelteile in der Gegenwart, schießen sie auf den Mond oder sonstwo hin, dass der Irre in der Vergangenheit da nicht herankommt? Und braucht man den Schrott-Phallus überhaupt oder reicht der komische Algorithmus? - Warum wollen die Leute aus der Zukunft Krieg mit der Vergangenheit? Da schießen sie sich doch buchstäblich selbst ins Knie? - Irgendwann wird auch angedeutet, dass die Leute aus der Zukunft die Leute aus der Vergangenheit bestrafen wollen, weil die ihnen den Klimawandel eingebrockt haben. DIESE LEUTE HABEN EINE ZEITMASCHINE! DIE KÖNNEN ALLES RÜCKGÄNGIG MACHEN! Warum nutzen sie ihre Zeitmaschine nicht für etwas Sinnvolles, wie den Klimawandel zu verhindern, so lange es noch möglich ist? Sie könnten doch die Regierungen infiltrieren mit ihren Leuten und die Politik im Sinne des Klimaschutzes zu beeinflussen. Nein, das wäre ja zu naheliegend, lasst uns doch stattdessen unsere Zeitmaschine nutzen, um den dritten Weltkrieg anzuzetteln und alles Leben auf der Welt zu zerstören (Ja, Kat. Auch dein Sohn), muahahahahaha! - Der Irre hat die Möglichkeit, sich selbst mit der Zeitmaschine zu invertieren. Warum heilt der Typ nicht einfach seinen Bauchspeicheldrüsenkrebs damit, anstatt eine Superwaffe aus der Zukunft zusammen zu bauen und die Welt in die Luft zu jagen?
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 10. September 2020
Unfassbar, was hier teilweise für "Kritiken" geschrieben werden.
Wie man einem Film dieser Größe, dieser Bildgewalt, dieses Soundtracks, nur einen Stern (o.ä.) geben kann ist eine Frechheit!
Man muss absolut keinen Nolan-Fan sein, man muss auch nicht alles auf Anhieb verstehen in seinen Filmen und man darf auch überfordert sein.
Aber selbst wenn man dem Film aufgrund des Inhalts nichts abgewinnen kann:
Alleine die o.g. Faktoren dürfen so einer Leinwandkunst niemals eine derartig schlechte Bewertung einbringen.
Zudem würde ich erwähnen, dass der Cut dieses Films - durch den Zeitaspekt - eine der größeren Herausforderungen der Filmgeschichte gewesen sein dürfte.

Wir haben nach der gestrigen Vorstellung noch lange zusammengestanden und uns ausgetauscht. Der Film ist eine Herausforderung für den Zuschauer. Alle Zusammenhänge, die Wichtigkeit der Szenen, der Faktor "Zeit, die Komplexität und die Abhängigkeit/der Zusammenhang zwischen den Charakteren.

Was dem Film tatsächlich etwas fehlt, ist die Charakterentwicklung bzw. Tiefe der Charaktere. Wobei ich mir auch gut vorstellen kann, dass das absolut so gewollt ist. Da es darum nicht im Kern geht/gehen soll.
Zudem, um nochmal auf den Cut zu kommen, habe ich für mich das Gefühl, dass einiges an Dialogen und Zwischensequenzen rausgeschnitten wurde.
Natürlich gibt es immer viele Gründe, warum mein einen Film auf ein gewisses Maß gecuttet wird.
Bei Tenet hätte es in diesem Fall jedoch gefühlt mehr und noch länger sein dürfen. Mich würde interessieren, wie lang der Film in seiner ursprünglichen Fassung war.

Wie auch immer:
Tenet bekommt von mir zwei halbe Punkte abgezogen für die teils etwas fehlende Länge/Tiefe in den Dialogen und für die etwas zu dünnen Charaktere.
Einen halben Zusatzpunkt jedoch für die Genialität und den Mut sich einem derart komplexem Thema und seiner Interpretation anzunehmen, so wie man es von Nolan kennt.
Davki90
Davki90

49 Follower 362 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 8. September 2020
Dieser Film kam gerade zur rechten Zeit, denn genau für solche Werke geht man ins Kino. Es ist ein Actionspektakel der Extraklasse, dass auch viel Tiefe hat. Man sollte nicht versuchen, der Film zu verstehen, denn man kann ihn gar nicht richtig verstehen. Eigentlich soll man aus diesem Grund der Film schlecht finden. Kann man machen, ist eine gute Begründung. Es gibt, kein richtig oder falsch. Es sollen beide Meinungen zählen. Für so viel Diskussionsstoff kann nur Christopher Nolan sorgen. Jedem andere Regisseur, der so einen Film machen würde, würde man ihn um die Ohren hauen. Für mich ist Tenet, ein Meisterwerk, denn selten hat mich ein Film so fasziniert, und so zum staunen gebracht, wie dieser hier, auch wenn ich ihn nicht verstehe. Das ist wirklich bemerkenswert. Die Musik ohne Hans Zimmer, ist übrigens sehr gelungen und passt wie die Faust aufs Auge. Robert Pattinson ist wohl auch der Grund, wieso dieser Film (funktioniert). Ich denke ohne Leonardo DiCaprio, wäre Inception auch nicht der gleiche Film gewesen. Schauen, wer Fan von Actionfilme und Christopher Nolan ist, so wie ich.
Kinotag
Kinotag

1 Follower 18 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 8. September 2020
Keine Ahnung ob man die Zeitreisen Thematik verstehen muss oder überhaupt soll.Ich denke das ich diese auch nach dreimaligen gucken nicht schlüssig erklären könnte aber das der Film für mich als Thriller auch ohne funktioniert hätte.Allerdings hätte er ohne das komplexe Konstrukt der Zeitreisen für deutlich weniger Gesprächsstoff gesorgt und weniger Publicity bekommen.
Darth Beutlin
Darth Beutlin

7 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 7. September 2020
Der Film ist einfach großartig und außergewöhnlich. Ein wahrer Blockbuster und richtig gut gemacht.
Die Effekte, die Aktion, die Handlung... ähnlich wie Inception, einzigartig!

Aber ich kann auch die Leute verstehen, die mit diesem Film nicht viel anfangen können. Für manche wird er wahrscheinlich zu speziell sein und diejenige, denen Gefühle und gute Charakterentwicklungen in einem Film sehr wichtig sind, werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Wobei meiner Meinung nach, braucht der Film auch keine Charakterentwicklungen.
Sieht man ja auch allein daran schon, dass der Name des Protagonisten nicht gesagt wird.
Wer James Bond oder Mission Impossible Filme mag und auf Science Fiction bzw. auf wissenschaftliche Elemente steht,
wird diesen Film mögen!
Kino:
Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 7. September 2020
Nach den vielen positiven Kritiken hatte ich mich auf einen außergewöhnlich guten Film gefreut. Genau das Gegenteil war der Fall. Auf die völlig konfuse Handlung will ich hier nicht weiter eingehen, da sie kaum zu beschreiben ist.

Nichts von dem was an den Film gelobt wurde, trifft zu. Die Bilder waren nicht beeindruckend, sondern nur durchschnittlich. Ganz besonders schlecht war der Ton und die Sprachverständlichkeit. Die Vertonung wurde von einem absoluten Leihen gemacht, der keine Ahnung hat, worauf es ankommt. In den Aktienszenen wurde die nervtötende Musik so laut, dass es sehr schmerzhaft und gesundheitsschädlich wurde. Das leise flüstern der Schauspieler war kaum zu verstehen. Der Schauspielerische Ausdruck der meisten Darsteller war sehr flach und nicht der Rede wert.
Die Reverse-Effekte waren durchaus sehenswert, wurde aber völlig unverständlich vermittelt.
Wahrscheinlich war das der schlechteste Film, den ich je gesehen habe.
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 6. September 2020
Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch geschraubt: Christopher Nolan! Endlich wieder Kino! Und dann ein Puzzle-Rätselraten, das aber sowas von in die Hose geht ...
Der Film funktioniert ganz einfach nicht. Auf keiner Ebene: Die Erzählweise ist eine Zumutung - bei diesem Plot die ganze Story auch noch zu zerhacken und versetzt zusammenzuschütten, bitte wozu? Die "Logik" diverser Szenen erstickt an inneren Widersprüchen. Am schlimmsten fand ich aber die Tatsache, dass der Film noch nicht einmal optisch überzeugt, 0815-Geballere und Action. Das einzig originäre ergab sich aus den verschiedenen, aufeinander prallenden Zeitstromrichtungen, sah aber einfach nur krampfig aus. Und einen Film rückwärts laufen zu lassen ist den Filmemachern schon vor 100 Jahren eingefallen, das ist quasi das Gegenteil eines innovaten Filmtricks.
Last but not better: der Cast. Was für völlig blasse, nichtssagende Figuren, ohne Charisma, Witz, Esprit, Sex oder überzeugende Actionfähigkeiten. Da freut man sich ja sogar auf den neuen Bond ...
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 5. September 2020
Christopher Nolan) ist ein britisch-US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Nach seinem Spielfilmdebüt 1998 mit Following erhielt er 2002 für Memento erstmals eine Oscarnominierung als bester Drehbuchautor. Internationale Bekanntheit erlangte Nolan durch seine Neuinterpretation der Comicfigur Batman in den drei Filmen Batman Begins, The Dark Knight und The Dark Knight Rises. Durch diese Erfolge war es ihm möglich, für Filme wie Inception, Interstellar oder Dunkirk mit hohen Filmbudgets zu arbeiten. So beschreibt ihn Wikipedia.
Was immer schon in seinem Filmen auffiel ist das Thema „ZEIT“. Ganz stark ist es in seinem 2010 gedrehten Film „Inception“ wo er seine Geschichte von Rückwärts erzählt. Wobei wir bei „Tenet“ sind. Hier breitet er diese Idee noch weiter aus. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wechseln laufend ab, und tragen nicht gerade zum Verstehen dieser von ihm erzählten Geschichte bei.
John David Washington ist der Protagonist in Christopher Nolans neuem Sci-Fi-ActionSpektakel „Tenet“. Um die gesamte Welt vor dem Untergang zu bewahren, steht dem Protagonisten nur ein einziges Wort zur Verfügung: Tenet. Seine Mission führt ihn in eine zwielichtige Welt der internationalen Spionage, in der die Gesetze der Zeit nicht zu gelten scheinen. Zeitreisen? Nein. Inversion.
Das ist der dürftige Text über den Inhalt des Films. Jetzt hat der Kinobesucher 150 Minuten Zeit um diese Geschichte die hier erzählt wird, zu verstehen. Allerdings gelingt das kaum, weil zwischen diesen Zeiten andauernd gewechselt wird und man durch die schnellen Schnitte kaum folgen kann.
Die Bilder von den ausgesuchten Schauplätzen in sieben Ländern sind sehr gut präsentiert, führen aber nicht dazu bei, den tieferen Sinn dieser Story zu verstehen. Dafür entschädigen die wirklich außergewöhnlichen Actionszenen, die jedem Bond zur Ehre gereicht hätten. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film als Retter der deutschen Kinos gelobt wird. Ob es gelingt wird man sehen.
Es gibt Kollegen von mir, die die Empfehlung aussprechen, dieses Machwerk sich mehrmals anzuschauen um es besser zu verstehen. Das ist in meinen Augen, zweimal 150 Minuten Lebenszeit zu vergeuden. Deshalb kann ich mich diesem Rat nicht anschließen.
150 Minuten Science-Fiction, kann, aber muss man sich nicht ansehen.
Ab 27.August 2020 im KINO.

A.G.Wells
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 5. September 2020
Schade. Ich hatte mir einiges von diesem Film erwartet. Leider ist die Story unausgegoren und in sich nicht logisch. Die Charaktere und ihre Motive bleiben ein Rätsel. Ich wusste gar nicht, warum ich etwas für die Rollen empfinden sollte. Die Aktion ist grandios, aber wirkt wie 240 Minuten in 150 gepresst. Ich würde den Film kein zweites Mal schauen. Der Bösewicht ist auch völlig enttäuschend. Warum will er die Welt zerstören? Weil er böser russischer Oligarch ist! Die Öko Message an Ende wirkt auch völlig aufgesetzt. Naja. Vielleicht wird sein nächster Film wieder besser...
Kinobengel
Kinobengel

506 Follower 621 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 1. September 2020
Ausnahme-Regisseur Christopher Nolan ist mit „Tenet“ im Kino.

The Protagonist (John David Washington) ist ein Agent, der mit seinem Partner Neil (Robert Pattinson) den russischen Waffenhändler Sator (Kenneth Branagh) daran hindern soll, mit Hilfe zeitlich invers wirkenden Materialien aus der Zukunft die Welt zu manipulieren. Über dessen Ehefrau Kat (Elizabeth Debicki) soll der Zugriff erfolgen.

Nolan präsentiert seinen Fans ein gewaltiges Vorwärts-Rückwärts-Action-Spektakel, für das er selbst das Script geschrieben hat. Back to the Roots? „Memento“ erregte vor 20 Jahren viel Aufmerksamkeit. Die Story wird (überwiegend) vom Ende beginnend bis zum Anfang erzählt, große Special-Effects sind nicht notwendig. Die Faszination besteht darin, die Entscheidungen der gedächtnislosen Hauptfigur nachzuvollziehen. Nein, „Tenet“ ist ganz anders. Der Zuschauer soll wie der Protagonist fühlen und nicht verstehen.

Und „Tenet“ fühlt sich stark an: In den gelegentlich gegenläufigen Zeitebenen handeln die Agenten in dem stets schnell geschnittenen Werk planvoll wie spontan. Die komplexen Abläufe mit den begeisternden Bildern des Schweizer Kameramanns Hoyte Van Hoytema („Dunkirk“, „Interstellar“) verlangen Akteure, die ihrerseits zusätzliche Präsenz bieten müssen. Diese Anforderung erfüllt Nolan mit seinen hervorragenden Hauptdarstellern zweifellos. In dem 150 Minuten andauernden, kurzweiligen Bilderrausch ist es dennoch nicht immer einfach, die Nähe zu den Figuren aufrecht zu erhalten.

Darf bei diesem Genre nicht fehlen: Der hämmernd treibende Score des Schweden Ludwig Göransson ist alles andere als Schmalkost von der Stange, eine zu jeder Szene passende Begleitung. Hans Zimmer hat für mehrere Werke von Nolan komponiert. Seine musikalischen Beiträge sind eher große Bestandteile des Gesamten. In einigen Momenten drohen sie, den Film an sich zu reißen.

Filme von Christopher Nolan sind einzigartig, keiner ähnelt dem anderen. Bewundernswert ist seine Fähigkeit, diese sehr unterschiedlichen Aufgaben ein ums andere Mal mit Bravour bewältigen zu können. Wer „Tenet“ anschaut, wird mehr als vorstellbar in Verschlingungen schwimmen und genießen. Dass von der Lovestory Sator-Kat-Protagonist vieles abhängt, wird nicht jedem Zuschauer gefallen.

Im Nolan-internen Vergleich wirkt die ähnlich vielschichtige Produktion „Inception“ mysteriöser bei geschmeidigerem Lauf. „Dunkirk“ ist spannender und „Interstellar“ wuchtiger.

Nichtsdestotrotz ist „Tenet“ fulminante Kinounterhaltung des britischen Meisters.
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