Den Film, welcher 2020 einen Oscar für den besten Film bekommen hat, wollte ich mir nicht entgehen lassen und ich habe es endlich geschafft ihn zu schauen. Ich versuche so wenig wie möglich zu spoilern, aber ich kann sagen, dass es für mich nicht der beste Film aus dem Jahr war, aber dennoch ein wirklich starker Film mit einer richtig guten Message. Auch sollte man wissen, dass der Film kein reiner Thriller ist, sondern gefühlt von allem etwas(Komödie, Drama etc.), aber dazu im Fazit mehr.
Story. Die vierköpfige Familie Kim ist schon sehr lange arbeitslos, weshalb der Vater Ki-taek zusammen mit seiner Frau Chung-sook und seinen Kindern Ki-woo und Ki-jung in einem runtergekommenen Keller unter ärmlichen Bedingungen haust. Wenn sie sich nicht gerade mit Aushilfsjobs, wie dem Zusammenfalten von Pizzakartons über Wasser halten, versuchen sie in die hintersten Winkel ihrer Behausung zu kommen, um etwas vom WLAN der anderen Mitbewohner abzugreifen. Als der jüngste Sprössling es schafft, bei der gut situierten Familie Park einen Job als Nachhilfelehrer an Land zu ziehen, bietet das der Familie einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. Kaum in der noblen Villa des reichen Geschäftsmanns Mr. Park und seiner Frau Yeon-kyo angekommen, sorgt Ki-woo dafür, dass alle anderen Bediensteten der Parks durch seine Familienmitglieder ersetzt werden. Doch was dann folgt, stellt alles vorangegangene in den Schatten .Soweit zur Story. Der Film baut sich gut auf und erfolgt den ganzen Film über einen roten Faden, von welchem er nie wirklich abweicht. Das Erzähltempo ist relativ langsam und zieht den Film über auch nie richtig an, außer zum Ende hin, aber auch da ist es eher langsam. Als ich damals die Trailer gesehen und die ersten Kritiken gelesen habe, war ich sehr gespannt, ob mir der Film gefallen wird, da es eher nicht mein Genre ist. Die Erzählweise des Films ist wirklich einzigartig und kaum zu beschreiben. Ich habe lange drüber nachgedacht, wie ich das ganze bewerten soll und kam zu dem Entschluss, dass einen der Film bzw. die Story wirklich nachhaltig beschäftigt. So wie die gesellschaftlichen Probleme in dem Film erzählt werden, habe ich so fast noch nie gesehen und schocken einen im nachhinein mehr, als noch beim Schauen des Films. Es gibt nicht den einen Gegenspieler, welchen man sonst so aus Thrillern, oder Dramen kennt, sondern es ist mehr das Kontrast zwischen Arm und Reich. Während die armen nicht wissen wohin ihre Reise so im Leben geht, bekommen die Reichen davon gar nichts wirklich mit. Immer wieder spielt die Story mit der Frage, wozu sind Menschen fähig, wenn sie arm sind und wie reagieren die Menschen wenn beide Welten aufeinander treffen. Durch die Erzählweise fragt man sich als Zuschauer oft, würde ich auch so agieren, wenn ich so leben würde, wie die Protagonisten. Ich habe mich selber oft dabei erwischt, wie ich mich selbst gefragt habe, ob ich das, bei meiner Familie, auch so machen würde, wodurch ich das Handeln der Personen noch besser nachempfinden konnte. So eine Erzählweise, würde ich mir auch bei anderen Filmen mehr wünschen.
Die Story ist die ganze Zeit über spannend und ist, obwohl man viele Sachen erahnen kann, dennoch spannend und das habe ich noch nie erlebt. Die Charaktere bekommen alle ihren Hintergrund und vor allem Tiefgang, wobei ich leider sagen muss, die Armen mehr, als die Reichen, aber das ist in Ordnung. Durch die Zeit, welche sich die Story nimmt, ist das Handeln der Personen für den Zuschauer komplett nachvollziehbar und man fragt sich, ob man in der Situation nicht auch so handeln würde. Würde man die Story rein auf ihre Basis beschränken, also ohne die ganzen Metaphern und Anspielungen, wäre das nicht mehr als eine durchschnittliche Story, aber die Erzählweise bzw. Inszenierung des ganzen fasziniert einen bis zum Ende. Und auch wenn das Ende im ersten Moment etwas drüber erscheint, ist es meiner Meinung nach sehr gut gewählt und macht auch soweit Sinn. Dennoch habe ich einen Kritikpunkt. Leider sind zu viele Szenen zu sehr konstruiert. Man hat als Zuschauer das Gefühl, dass manche Szenen nur passieren, damit andere Sachen passieren können. Das ist meiner Meinung nach wirklich schade, da man diese Szenen auch hätte anders schreiben können. Viele würden jetzt sagen: Aber genau diese Szenen müssen so sein, damit der Unterschied zwischen arm und reich, noch besser dargestellt wird und da würde ich denen auch recht geben, nur leider wirkt es nicht stimmig zu der gesamten Erzählweise. Auch kommen keine wirklichen Längen zur Mitte hin auf, da man als Zuschauer nie richtig weiß, wohin der Film gehen wird, was meiner Meinung nach immer gut ist. Dazu kommt das zur Mitte hin die komplette Stimmung sich schlagartig wechselt, wodurch man als Zuschauer noch gespannter davor sitzt und wissen will, wie es weiter geht. Das ist ohne zu spoilern schwer zu beschreiben, aber auch während des Schauens, ist die Situation erstmal komisch und wirkt auch erstmal nicht innovativ, aber nach längerem überlegen, ist es dann doch ziemlich innovativ. Zusammengefasst kann man zur Story sagen, dass sie schon ziemlich einzigartig ist und man es schwer in Worte fassen kann. Der Kontrast zwischen Arm und Reich wird unfassbar gut dargestellt bzw. inszeniert und auch das Handeln der Personen ist nachvollziehbar, wodurch man als Zuschauer die Emotionen der Charaktere nachempfinden kann. So habe ich das noch nie in einem Film vorher gesehen. Leider ist die Story an einigen Stellen zu konstruiert und das Ende etwas zu drüber, aber darüber kann man hinweg sehen. Note: 1-
Schauspieler: Hier möchte ich tatsächlich keinen einzelnen herausnehmen, da meiner Meinung nach alle das richtig gut machen. Die Chemie zwischen den einzelnen Schauspielern ist einfach nur gut und es macht richtig Spaß ihnen dabei zu zuschauen. Durch das langsame Erzähltempo, bekommen die einzelnen Figuren ihren Hintergrund, wodurch man als Zuschauer versteht, warum alle Personen handeln, wie sie handeln. Man kauft den Schauspielern so gut wie jede Szene ab und ich habe mich selber erwischt, dass ich mich selber gefragt habe, ob auch ich zu sowas fähig wäre, wenn ich in solchen Verhältnissen leben würde. Note: 1
Spannung: Normalerweise habe ich neben dem Punkt Spannung immer auch einen zweiten Punkt. Hier lasse ich diesen weg, da ich finde, dass die Spannung mit das beste am ganzen Film ist. Die Spannung baut sich von Anfang an gut auf und fällt zu keiner Zeit ab. Das liegt an erster Stelle an dem langsamen Erzähltempo, aber auch an der Erzählweise des Films. Zu keiner Zeit weiß man als Zuschauer, wie es weiter geht und genau das erwarte ich von einem guten Thriller. Klar ist er schon wein wenig vorausschaubar und bei genaueren Nachdenken könnte man wissen, wie es weiter geht, aber auch die Erzählweise, überspielt der Film dieses. Anders gesagt, irgendwie weiß man wie es weiter geht, aber auch irgendwie nicht und immer wenn man denkt, man die Story verstanden, kommt der Film und wirft es wieder weg.
Es gibt keine richtigen Plottwists, wo man als Zuschauer davor sitzt und denkt: Wow damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Der Film benutzt einfache Mittel um Spannung zu erzeugen. Die Spannung wird nicht durch Überraschungsmomente, bzw. der Weg zum Überraschungsmoment, aufgebaut, sondern durch eine tolle Kameraarbeit und durch einfaches erzählen der Dinge. Das ist schwer zu beschreiben, wenn man es nicht gesehen hat, aber der Film zeigt, wie man mit einfachen Mitteln, Spannung erzeugen kann und genau so was fehlt mir in großen Blockbuster Filmen, da es sehr einfach sein kann. Dadurch das der Film die ganze Zeit spannend ist, gibt es auch keine richtigen Längen. Note: 1
Gesamtnote: 1-
Im ersten Moment fand ich den Film nicht besonders, oder so gut wie alle sagten, aber als ich länger drüber nachgedacht habe sind mir doch einige Szenen im Kopf geblieben. Die Stärke des Films liegt ganz klar bei der Erzählweise und nicht bei der Story selbst. Die Figuren sind unglaublich gut geschrieben und auch die Verhältnisse zwischen Arm und Reich werden durch Metaphern einfach gut erzählt.
Allein, wie naiv Menschen sein können, wenn sie eine gewisse Macht, oder Geld haben, ist sehr gut dargestellt und habe ich so auch noch nie gesehen.
Die Story an sich ist, wenn man es nüchtern betrachtet, nichts besonderes, aber durch einfache Mittel, wie zum Beispiel die Kameraarbeit, ist sie es dann irgendwie doch. Bleibt am Ende die Frage, wem ich den Film empfehlen kann. Empfehlen kann ich den Film allen, welche mal einen Film sehen möchten, welcher sich von der Mehrheit abhebt.