Die Geschichte wird sehr ruhig und langsam erzählt, es gibt die ganze Zeit zwar schon eine subtile Spannung, aber wenig Action, der Film lebt vielmer von der Story und vor allem von der starken schauspielerischen Performance der beiden Protagonisten.
Das kann schon den einen oder anderen Zuschauer langweilen, man muss sich etwas auf die Story und die etwas verworrene Erzählweise einlassen. Auch werden nicht alle Fragen bis zum Schluss beantwortet, es gibt kaum Backstory oder Exposition zu den Charakteren, man muss sich alles irgendwie selbst zsuammenbasteln. Das ist für den einen anstrengend, für den anderen (wie mich) erst recht aufregend.
Mir hat der Film gut gefallen. Das Setdesign und die visuelle Bildsprache sind eindrucksvoll und hervorragend gearbeitet. Der Planet (oder Mond oder whatever) auf dem sich alles abspielt, wirkt irgendwie vertraut, wie ein Wald auf der Erde, gleichzeitig aber auch nicht, das ist schon cool gemacht. Die Figuren im Film tragen alle unterschiedliche Anzüge und Helme, das wirkt alles sehr authentisch. Die Idee, die beiden Protagonisten durch einen Sauerstoffschlauch aneinander zu "fesseln" ist ebenfalls ein genialer Trick.
Wir müssen aber auch nochmal über die Schauspieler sprechen, die hier überwiegend in den Raumanzügen und hinter den Helmen zu sehen sind, was also nochmal eine zusätzliche Herausforderung an das Acting stellt. Pedro Pascal ist uns ja bereits als charismatischer Charakterdarsteller bekannt, für mich persönlich wird er für immer Joel aus "The Last of Us" sein! Hier zeigt er uns auch nochmal für alle, die es nicht wussten, sein großartiges Talent, ich würde fast sagen, eine seiner besten Rollen.
Dennoch steht er klar im Schatten von Sophie Thatcher, die hier in ihrer ersten Kinofilmrolle eine wahrlich herausragende Performance abliefert und sich hier schonmal für weitere große Filme empfiehlt. 6 Jahre später wird sie mich in "Companion" nochmal richtig flashen! Durch ihr und Pedro Pascals Spiel wird der Film erst zu einer emotionalen Erfahrung, die Beziehung der beiden so ungleichen Charaktere zueinander bildet den Ankerpunkt des Films.
FAZIT: Zugegebenermaßen etwas sperriges und nicht so leicht zugängliches Science Fiction-Drama mit eindrucksvollen Bildern und vor allem zwei herausragenden Schauspielern. Das Pacing ist relativ langsam, Actionszenen sind spärlich, fast hat man es mit einem Kammerspiel zu tun. Dennoch möchte ich für alle Genrefans eine Empfehlung aussprechen, aber auch alle Filmfreunde, die Spaß am langsamen aber stark erzähltem Drama haben, dürfen einen Blick wagen.