Süße Fortsetzung mit dem bezaubernden Bären, auch ohne Regisseur Paul King und ohne Sally Hawkins...
Die ersten beiden „Paddington“-Filme von 2014 und 2017 sind ohne Zweifel zwei der besten Familienfilme der 2010er und haben auch mein Herz erobert. Regisseur Paul King hatte mit diesen charmanten und wundervoll, lustigen Filmen aber auch die Herzen vieler anderer Fans erobert und nach dem rührenden zweiten Teil wartete die Welt auf einen dritten Film. Und das, obwohl es diesen nicht gebraucht hätte. Leider dauerte es ganze sieben Jahre, bis wir eine Paddington-Trilogie bekommen würden. Und leider, leider war Paul King nicht mehr als Regisseur dabei. Er schrieb die Story für Teil 3, doch die Regie übernahm der Neuling Dougal Wilson, der hier sein Regiedebüt feierte. Warum King keine Lust mehr hatte, weiß ich nicht, vielleicht wollte er mehr Filme wie „Wonka“ (2023) drehen… Was fast noch schlimmer war: Sally Hawkins, die die Mutter der Familie Brown spielte, war ebenfalls nicht mehr mit dabei. Das war für mich der Hauptgrund, warum ich diese Fortsetzung eigentlich nicht sehen wollte. Aber ich musste dann doch wissen, wie es mit dem kleinen, englischen Bären weiter geht. Und tatsächlich ist das Endergebnis besser als gedacht, auch wenn der Film nicht den Charme der ersten beiden Filme erreicht.
Paddington fliegt mit seiner Familie nach Peru, um dort die alte Bärendame Tante Lucy zu besuchen, die sich nun in einem von Nonnen geführten Altersheim für Bären aufhält. Doch als die Familie Brown dort ankommt, ist Lucy verschwunden. Aber wohin? Paddington macht sich mit seiner Sippe auf die Suche nach seiner geliebten Tante und hat keine Ahnung, was für ein Abenteuer ihn dabei erwartet…
Der Titel „Paddington in Peru“ passt also perfekt zur Story. Ein wirklicher „Paddington 3“ ist er nämlich irgendwie nicht, da ich einfach nicht auf den neuen Cast für Mary Brown klar komme. Schauspielerin Emily Mortimer ist nicht schlecht, aber leider auch nicht gut. Und wenn jemand so großes im Cast plötzlich umbesetzt wird und alle so tun, als ob der oder diejenige sich nicht verändert hat, dann ist das für mich immer sehr seltsam. Das selbe Problem hatte ich auch beim dritten „Mumie“-Film mit Brendan Fraser, als Rachel Weisz mit Maria Bello ersetzt wurde (wieder eine Mutter)…
Zudem wirkt die Geschichte eher wie ein kleines Abenteuer für zwischen durch, auch wenn die Story immer wieder emotionale Momente erreicht, die man aus den anderen Filmen kennt und liebt. Das alles macht den Film aber nicht schlecht. Ja, „Paddington in Peru“ hat nicht mehr den teils absurden Witz der alten Teile, ist aber dennoch immer wieder sehr unterhaltsam und hat mich ein paar mal herzhaft zum Lachen gebracht. Besonders gut sind die rasanten und wilden Actionszenen geraten, denn hier ist der Film abermals herrlich kreativ und sehr ordentlich inszeniert! Die Effekte variieren dabei zwischen erstaunlich gut (besonders Paddington sieht großartig aus) und etwas billig (die unzähligen Greenscreen-Momente sind schon etwas inflationär und wirken manchmal so, als ob das Ganze nur im Studio gefilmt wurde). Der Score von Dario Marianelli ist unterdessen solide und passend.
Schauspielerisch sind alle ebenfalls solide, nicht grandios, aber in Ordnung. Ich vermisse ein wenig die Leidenschaft der alten Darsteller*innen. Die neuen Figuren hingegen, gespielt von Antonio Banderas und Olivia Coleman, bringen viel Energie und Spaß in den Cast, was nicht zuletzt an den unterhaltsamen Performances der beiden liegt.
Ansonsten ist die Handlung sehr hübsch erzählt, auch wenn der Film mit vielen alten Klischees arbeitet, die in den früheren Filmen oftmals kreativer und spaßiger gebrochen wurden. Da merkt man schon sehr gut, dass Paul King als Regisseur fehlt…
Fazit: „Paddington in Peru“ ist am Ende des Tages eine putzige und süße Fortsetzung der Reihe, die jedoch nicht die Energie und den Charme der ersten beiden Filme erreicht. Und man muss eben mit einer anderen Mutter der Browns klar kommen… Wen das aber nicht stört, der wird auch hier ein kunterbuntes und wildes Abenteuer für die ganze Familie erleben!