Der Rausch
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Cursha
Cursha

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5,0
Veröffentlicht am 16. Dezember 2021
"Der Rausch"! Der neue Film von Thomas Vinterberg. Ich schätze Vinterberg besonders für zwei Filme im Laufe seiner Karriere: "Das Fest" und "Die Jagd". Mit seinem neuen Film konnte er nicht nur seinen bis dato besten Film abliefern, meiner Meinung nach, sondern er konnte auch endlich den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewinnen. Die einzige Frage, die sich mir im Nachgang gestellt hat ist, wieso gab es nur den Einen?
Die Produktion von "Der Rausch" ist verwoben mit einer sehr traurigen Tatsache. Vinterbergs Tochter, die ihn auf die Idee zum Film brachte, verstarb kurz darauf, bei einem Unfall und Vinterberg wollte den Film gar nicht mehr drehen, erst die Crew und der Cast überzeugten ihn für seine Tochter weiterzumachen. Weshalb der Film ihr gewidmet ist und auch ihre Klasse als Martins Klasse auftritt.
Zum Film selbst: Der Film handelt von vier Lehrern, die eng befreundet sind und alle in einer persönlichen Krise stecken. Doch dann erfahren sie von einem norwegischen Philosophen, der behauptet der Mensch habe konstant 0,5% zu wenig Alkohol im Blut. Die Vier startet das Experiment und trinken sich stetig 0,5% Promille an.
Vinterberg schafft es hier viele verschiedene Aspekte auf interessante Weise unter einen Hut zu bringen, er schafft es einen Film über die dänische Trinkkultur zu drehen, die diese weder beschönigt noch schlechtredet. Im Gegenteil, Vinterberg hatte ursprünglich angedacht einen Film zu drehen, in dem er das Thema Alkohol auf eine positive Note enden lässt. Dies war ihm dann doch zu heikel und er versuchte auch die kritische Seite zu beleuchten. So entstehen nicht nur extrem unangenehme Momente, wie ein Sohn der seinen Vater sturzbetrunken auf der Straße liegen sieht, es schafft auch wundervolle Momente wie ein rehabilitierter Martin der vor seiner Klasse den besten Unterricht seiner Zeit gibt oder eine super witzige Szene in der die vier gemeinsam im Haus eines Freundes sich betrinken. Allgemein ist dieser Film unfassbar schön gefilmt.
Was den Film am Ende so perfekt macht, ist das Schauspiel. Und hier lassen sich alle vier Darsteller nennen, allen voran Mads Mikkelsen, der die beste Leistung seiner Karriere gibt und eine der besten Schauspielleistungen überhaupt. Es bleibt mir ein Rätsel warum der Däne bei den Oscar nicht bedacht wurde. Wenn er in einer unfassbar schönen Szene zu "What A Life" der dänischen Band "Scarlet Pleasure" tanzt, so ist das nicht nur der witzige Höhepunkt des Films, sondern in dieser Szene spiegelt sich der gesamte Film wieder: Die Lebensfreude, die Melancholie, die fantastische Kameraarbeit, die grandiosen Bilder, der Spiegel aus Alt und Jung und das erstklassige Schauspiel.
Kurz: "Der Rausch" ist ein Meisterwerk!
beco
beco

83 Follower 435 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 6. August 2021
Komödie oder Tragödie, Beziehungsdrama oder Gesellschaftskritik?
Alkoholkonsum als Ausdruck jugendlicher Unbekümmertheit oder der Weg zur Isolation und Abhängigkeit?
Der Film nimmt keine Stellung, er beschreibt Effekt und Ergebnisse der sich steigernden Dosen, ganz wie man sich das als Versuchsanordnung vorgenommen hat.
spoiler: Das Happy Ending für Martins (Mads Mikkelsen) Beziehungsprobleme kann nicht so recht überzeugen
.
Es bleibt ein eher zwiespältiger Eindruck für einen sehenswerten Film.
Marco S.
Marco S.

10 Follower 35 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 2. August 2021
Starke Schauspieler, Kamera und Musik. Aber mit der Aussage des Films nicht einverstanden: Mir kommt der Alkohol hier viel zu positiv rüber. Dabei sollte man es auch ohne schaffen lockerer zu werden und Probleme zu lösen. Beides klappt wohl nicht ohne Alkohol. Für eine Komödie nicht witzig genug, für ein Drama nicht viel Drama drin. Vieles wird nicht behandelt oder gar weggelassen. Da war mehr drin.
JepGambardella
JepGambardella

8 Follower 74 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 1. August 2021
Nett anzuschauen, aber für eine Komödie nicht witzig genug, für eine Satire nicht bissig genug, für eine Gesellschaftskritik nicht pointiert genug und für ein Drama nicht dramatisch genug. Tolle Schauspieler, leider haben wir den Film synchronisiert geschaut, was immer einen billigen Eindruck macht.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 30. Juli 2021
Ein wunderschöner Film. Ich kann nur empfehlen. Mads Mikkelsen spielt wieder grandios. Die Regie, die Handlung und die Schauspieler sind großartig. Wer von virtuellen Szenen Nase voll hat, muss diesen Film sehen.
Und Musik des Films ist hervorragend.

Kinobengel
Kinobengel

506 Follower 607 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 28. Juli 2021
Thomas Vinterberg erzählt in seinem aktuellen Film von vier Lehrern, die im vorgeblich wissenschaftlichen Versuch mit einer dauerhaften Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille mehr Schwung in den Unterricht und die Beziehungen zu ihren Mitmenschen bringen wollen. Geht da vielleicht noch mehr?

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences war von der Druckbetankung überzeugt. Sie verlieh den Oscar für den besten internationalen Film. „Der Rausch“ erhielt noch viele weitere Auszeichnungen wie Nominierungen.

Der dänische Regisseur baut auf ihm vertrautes Personal (vgl. „Die Jagd“, 2012): Neben Mads Mikkelsen in der Hauptrolle agieren z.B. Thomas Bo Larsen (auch „Das Fest“, 1998). Tobias Lindholm hat mit Thomas Vinterberg das Drehbuch geschrieben.

Diese Kritik entstand ohne Angriff auf die Leber des Autors. Klar, wenn’s ums Saufen geht, ist kein Joke zu schade. Die Volksdroge Nr. 1 wird vielerorts variantenreich konsumiert. Temporäre Effekte auf die Motorik sind genauso bekannt wie Dauerschäden für Leib und Seele. Comedy? „Der Rausch“ soll nicht als eine Art nordisches „Hang Over“ verstanden werden. Selbstverständlich geht ein Schmunzeln um, denn die Pädagogen erleben schließlich ihren Erfolg, ein Mehr an Selbstbewusstsein, Kreativität, Steigerung von Empathie. Der größte Triumph: Respekt. Freudig überrascht wirken die Experimentaltrinker. Das Strahlen ihrer Gesichter wird mit Intensität in den Saal übertragen. Manche alkoholbedingte Verlegenheit kitzelt ein Augenzwinkern heraus. Vinterberg lässt es sich nicht nehmen, einige slapstickartige Einspieler von trinkenden oder betrunkenen einflussreichen Persönlichkeiten einzuschieben. In späteren Abschnitten kann das Publikum froh sein, den nötigen Sicherheitsabstand zu haben. Bedauern folgt einem letzten Rest Schadenfreude.

Die eine oder andere Nuance mehr hätte dem fast zweistündigen Plot insbesondere in der Anfangsphase geholfen. Ein optimales Gefühl für die zeitliche Entwicklung bleibt aus, was die Motivation der Lehrer zur recht bald beschlossenen Erhöhung der Dosis weniger nachvollziehbar macht. Der Filmemacher legt das Übergewicht gezielt auf den detailliert geschilderten Verfall, was ihm wohl kaum jemand vorwerfen kann.

Der ständige Griff zur Flasche hat für jeden Beteiligten unterschiedliche Folgen. Im engeren Fokus steht der von Mads Mikkelsen verkörperte Martin. Das Wiederaufleben der Beziehung zu seiner Frau Anika (Maria Bonnevie) wird gezeigt, und mit einer durchdringenden inszenatorischen Wucht die brachiale Umkehr. Fühlbar angstversprühend sagt sie: „Das ganze Land säuft wie verrückt.“

„Der Rausch“ lockte mit seinen moralischen Nährwerten den Academy Award. Der güldene Schwertträger mag empfänglich für diese Sujets sein. Wie lautet die Message: Mal feiern geht, Dauersuff nicht. Das klingt nicht neu, aber Thomas Vinterberg zeigt wiederholt, dass er ein ausgesuchtes Thema exzellent veranschaulichen kann.
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 25. Juli 2021
Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an diesen Film herangegangen. Zumal die Veröffentlichung durch die Pandemie verzögert wurde, was den Spannungsfaktor noch einmal - neben der Starbesetzung durch Mats Mikkelsen - zusätzlich erhöhte. Besonders durch die Auseinandersetzung mit einem durch die Karenzzeit relevanter werdendem, sozioökonomischen Problem - dem Alkoholismus - war die Vorfreude entsprechend groß.
Nun ja, wo soll man anfangen?!
Matts Mikkelsen war entsprechend großartig, seine Kollegen waren ihm aber ebenbürtig. Das Problem ist, dass dieser Film unreflektiert soziale Diskrepanzen hinsichtlich der Gleichstellung adaptiert und somit ein misogynes soziales Stimmungsbild reproduziert. Die Hauptprotagonisten sind ausschließlich Männer, in ihrer Midlifecrisis-Crisis, die sich in ihrer Situation nicht genügend ernstgenommen fühlen und deshalb scheitern. Durch die ungefilterte, genaue Darstellung des Scheiterns ist der Film in seiner Hauptintention einigermaßen Gelungen, aber nicht zeitgemäß. Die nicht-männlichen Protagonisten in diesem Film sind ausschließlich auf ihre Rolle als Mutter und Fürsorgerin reduziert (und auf ihr Aussehen - man denke an die Aussage von Nicolaj an seinem Geburtstag). Wäre ein kleines Detail anders, wäre dieser Film um einiges besser. Ist es 2021 immer noch ein Tabu, eine Frau außerhalb ihrer Rolle als Fürsorgerin und Mutter zu inszenieren?! Ist es immer noch ein Tabu, Frauen im Alkoholrausch zu zeigen, weil dies tendenziell ungeborenen Kindern schaden könnte?! Warum ist dieses „Privileg“ nur Männern vorbehalten, vor aller Publikum theatralisch zu scheitern? Sind wir über diesen Punkt nicht hinaus?!
FILMGENUSS
FILMGENUSS

998 Follower 942 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 25. Juli 2021
ALKOHOL IST AUCH (K)EINE LÖSUNG
von Michael Grünwald / filmgenuss.com

A Kriagerl, A Glaserl, A Stamperl, A Tröpferl, då wer’n unsre Eigerln glei feicht. Då warmt si‘ des Herzerl, då draht si mei‘ Köpferl, die Fußerln wer’n luftig und leicht.

Tja, da wussten die beiden österreichischen Weltkünstler Andre Heller und Helmut Qualtinger in ihrem Trinklied bereits, wie gut es nicht sein kann, mit der richtigen Menge Alkohol das Leben zu optimieren. Fehlt die richtige Motivation, der eloquente Zungenschlag, das selbstbewusste Auftreten: 0,5 Promille hinter die Binde gegossen – schon ist man wer. Paracelsus aber sagt: Allein die Dosis macht’s, dass ein Gift kein Gift sei. Recht hat er, denn genau darauf kommt es an. Alkohol per se kann durchaus eine Lösung sein, und angesichts einer Studie des Psychiaters Finn Skårderud pumpen unsere Herzen mal generell viel zu wenig Blutalkohol durch unsere Venen. Genau genommen wären das eben 0,5 Promille zu wenig. Würde man das Level halten, hätte man erst dann die richtige Pole Position für geistige, kognitive und repräsentative Leistungen. Obs im Sport was bringt, wird nicht erwähnt.

Anhand dieser Annahme tun sich die vier Gymnasiallehrer Martin, Nikolaj, Peter und Tommy zusammen, um die Probe aufs Exempel zu machen, klarerweise motiviert durch aufkeimende Erschwernisse des Alltags, die vielleicht ohne hochprozentige Beikost nicht mehr zu schaffen wären. Sie wollen also testen, wie es ist, mit einem konstanten Spiegel von besagtem Promillewert dieselben Pflichten zu erledigen, die vorher schon angefallen waren. Was dabei herauskommt? Kommt drauf an, ob die vier Querdenker bereit sind, ihre Studie auszuweiten oder mit Skårderuds Annahmen abzuschließen. Im Grunde kann sich aber jeder denken, der bislang auch nur irgendwie mit Alkohol in Berührung gekommen war, wie das Ergebnis ausfallen wird.

Thomas Vinterberg ist seit Dogma95 ein ganz großer seines Fachs. Filme wie Das Fest oder Die Jagd blieben mir bis heute nachhaltig in Erinnerung. Alles keine leichte Kost, dafür aber so energiegeladen inszeniert, dass seine Dramen wirken wie Thriller. Für Der Rausch schraubt der Däne einen Gang runter – und lässt es gemächlicher und humorvoller angehen. Auch sehr überlegt, konzentriert und frei von artifiziellem Beiwerk. Das Schauspielensemble steht im Mittelpunkt, die Regie bleibt gekonntes Handwerk. Was Allrounder Mads Mikkelsen hier wieder leistet, ist beeindruckend. Und natürlich nicht nur er. Alle vier, die da mit dem Alkohol recht selbstvergessen herumexperimentieren, tappen auf ihre ganz individuelle Art von einem Level der Trunkenheit ins andere, bis hin zur totalen Selbsterniedrigung. Paracelsus meldet sich wieder. Doch probieren geht über Studieren, meinen unsere Alltagshelden. So findet das Publikum die eingeschränkte Motorik lallender Supermarktkunden ganz lustig und schämt sich fremd, wenn Papa ins Bett uriniert. Symptome von Alkoholkonsum, wie wir sie alle kennen. Größere Probleme löst dieser trotzdem nicht.

Daher ist Der Rausch (im Original: Druk, was so viel heißt wie Komasaufen), diesjährig mit dem Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film ausgezeichnet, in erster Linie kein Film, der neue Erkenntnisse über die Hassliebe zwischen Mensch und Alkohol bereithält. Allerdings deklariert Vinterberg den Alkohol nicht als etwas, das, wie es in mittelalterlichen Liedern so schön heißt, im Sinne des Teufels ist. Bier, Wein, Schnaps – alles nichts Böses. Die Symbiose zwischen Mensch und Gesöff: fast schon etwas Notwendiges. Ein Verbot: beinahe gegen unsere Natur. Ist da doch was dran an Skåkerunds Annahme? Ganz offensichtlich sympathisiert Vinterberg mit dieser Hypothese. Es gilt also die Unschuldsvermutung für Rebsaft und Co. Entlassen werden diese als neutrales Werkzeug wie jedes andere, das unter Missbrauch selbst und anderen klarerweise schadet, während der kluge Einsatz dessen tatsächlich weiterbringen mag. Medizin ohne Beipack? Von Brummschädel, gesteigerten Aggressionen und sträflich überwundenen Hemmschwellen verliert Der Rausch kein einziges Wort. Auch die Leber schweigt. Das fühlt sich fast schon wieder verharmlosend an.
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Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 14. Juli 2021
Vorweg muss man sagen, dass man für diese Art von "Arthouse-Filmen" empfänglich sein muss, denn auch wenn ein gewisses "Hangover" Flair beim Trailer vermittelt wird, wird das ganze hier auf eine eher realischische Weise dargestellt.
Zugegeben braucht der Film ziemlich lange bis er seinen Weg findet, und auch ich, der nicht wusste was da gerade läuft, war über eine lange Strecke etwas genervt dass er nicht "in die Pötte" kommt.
Auch das Drehbuch hätte etwas Feinschliff gebraucht, da 2-3 Ereignisse etwas zusammenhanglos wirken.
Aber darüber hinaus muss ich sagen, das ich lange keinen Film mehr gesehen habe, der SO hängen geblieben ist. Der Ausgangspunkt ist nachvollziehbar, die Figuren authentisch, und zum ersten Mal bemerkte ich, was für einen grandiosen Job das Synchronstudio hingelegt hat, welche die Geräusche der Gläser, Eiswürfel und Getränke derart plastisch transportiert, dass man zwangsläufig Durst bekommt.
Der Verlauf der Story mag zwar vorhersehbar sein, allerdings muss es auch nicht immer eine mega-Innovation sein um unterhalten zu werden, und Mads Mikkelsen's Darbietung am Ende ist schwer beeindruckend!
Fazit: Bestimmt nicht Jedermanns Sache, aber absolut sehenswert!
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 24. April 2021
Von Vinterberg schockierende Filme (Festen/The Hunt) gewohnt, ist dieser Film fast schon "normal", abgesehen davon, dass der Film fast zur Nachahmung einlädt.. Das Zusammenspiel des dänischen Ensemble ist kühler, aber immernoch glaubhaft genug.
Der Film gehört aufgrund des eher lauen Filmjahres, zu den besten des Jahres!
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