Die Vorkosterinnen
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Lemmiblog
Lemmiblog

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3,0
Veröffentlicht am 9. Dezember 2025
NA DANN MAHLZEIT

Rosa flüchtet aus Berlin zu ihren Schwiegereltern nach Ostpreußen, doch Ruhe findet sie dort keine Sekunde. Stattdessen landet sie zusammen mit sechs weiteren Frauen in der Wolfsschanze und wird zu Hitlers Vorkosterin ernannt. 200 Reichsmark für die Chance, dass die Kohl Überraschung die letzte Mahlzeit deines Lebens wird.

Die Vorkosterinnen geht ca. 120 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier ein Historiendrama, das eigentlich alles hätte, um richtig unter die Haut zu gehen, Hunger, Krieg, Angst, Paranoia und jede Menge fragwürdiger Entscheidungen. Aber der Funke sprang bei mir nie so ganz über. Die Idee ist stark, weil kaum jemand wusste, dass Hitler tatsächlich Vorkosterinnen hatte. Ausgerechnet er, der größte Vegetarier mit dem fragwürdigsten Kochbuch der Welt. Der Film schafft es jedoch nicht, das Potenzial vollständig auszuschöpfen.
Die Frauen sind solide gespielt und überwiegend verbittert. Rosa als „Stadtfrau“ wird natürlich sofort als Fremdkörper behandelt, weil Dorfmentalität damals wie heute funktioniert. So richtig entwickelt sich niemand, jeder hängt in seiner eigenen Tragik fest. Und Rosa … ja, ihre Entscheidungen sind teilweise so fragwürdig, dass man sich fragt, ob der Kohl vielleicht schon vorher schlecht war.
Die Laufzeit ist das größte Problem. Für eine Geschichte, die überwiegend aus Essen, Rauchen und Bumsen besteht, sind 120 Minuten einfach zu gestreckt.
Das Finale im November 1944 bringt dann ordentlich Wind rein, Verzweiflung, plötzliche Wendungen und die Erkenntnis, dass man in Gegenwart von Fanatikern jeden Satz zweimal abwägen sollte.
Unterm Strich bleibt ein Film, der gute Schauspieler hat und eine starke historische Idee, der aber nie richtig in die Pötte kommt. Eine Story, die zu dünn ist, Figuren, die zu blass bleiben und eine Laufzeit, die sich länger zieht als Hitlers Gemüseliste.

6/10 Punkten. Krieg fragt nicht, ob du bereit bist, er serviert einfach und du musst schauen, ob du’s schlucken kannst.
Heinzwaescher
Heinzwaescher

1 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 3. Dezember 2025
Eine sehr lahme und fragwürdige Geschichte, mit groben Logikfehlern.
Ich habe nach 10 Minuten den Film abgestellt, nachdem die Hauptdarstellerin bei ihren Großeltern in Ostpreußen ankommen ist und die Großeltern hochdeutsch, statt auch nur annähernd einen ostpreußischen Dialekt, sprechen.
Ein bisschen mehr Mühe hätte man sich seitens der Filmemacher schon wünschen können.
Rob T.
Rob T.

7 Follower 359 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 1. Dezember 2025
Herbst 1943: Rosa (Elisa Schlott) lebt in einem Dorf nahe von Adolf Hitlers Wolfsschanze. Ihr Mann kämpft an der Front.
SS-Leute nehmen sie eines Tages mit. Allerdings wird sie nicht direkt festgenommen. Sie soll etwas essen. Sie soll fortan zu einer Gruppe von Frauen gehören, die das Essen des Führers vorkosten sollen, um festzustellen, ob es vergiftet sein könnte.
Es herrscht Angst. Erst recht, als im Frühjahr 1944 Albert Ziegler (Max Riemelt) neuer Kommandant wird. Rosa und er beginnen eine Art sexuelle Beziehung, die Ziegler bald zur Erpressung nutzt.

Es ist eine Geschichte, die erst vor einigen Jahren bekannt geworden ist, und ob sie 1943/44 wirklich so stattgefunden ist, ist nicht übermittelt.
Aber der Film erzählt über "Die Vorkosterinnen" - mit durchaus dramatisch-spannenden Momenten. Die Angst der Frauen ist spürbar.
Aber dennoch kann der Film nicht wirklich überzeugen. Das liegt leider auch an einer Rolle wie der von Max Riemelt, die sehr klischeehaft wirkt und auch entsprechend gespielt wird. Ein bisschen macht es sich Regisseur Silvio Soldini mit seinem Film zu einfach, neben der Story der Frauen sind da eben noch die Affäre und eine versteckte Jüdin. Dazu die Treffen, bei denen voller Angst gegessen wird, was dramatisch, aber auf seltsame Weise auch erwartbar ist. Soldini hat der Story wenig hinzuzufügen, was den Film irgendwie hervorhebt.
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