Man weiss nicht so recht, was man schreiben soll zu diesem Film. Zuerst mal das positive. Handwerklich und Schauspielerisch gibt es wenig an diesem Film auszusetzen. Die grosse Frage lautet, weshalb heisst dieser Film Joker und warum zur Hölle ist es ein Musical? Aus meiner Sicht passt dies so dermassen nicht zum Kontext, dass man fast ein wenig konsterniert ist. Und man fragt sich was die Macher sich dabei nur gedacht haben? Ja natürlich gibt es all die Möchtegernintellektuellen, die in diesem Film wieder mal eine Metapher sehen, ein Spiegel der Gesellschaft. Und ja ok, stünde der Film für sich und nicht im Kontext, dann könnte man sehr viel in diesen Film hinein interpretieren, bezüglich unseres Medienkonsums, bezüglich unserem heutigen Opfer-Täter Verständnis, etc. Aber dann auch noch ein Musical? Hat Hollywood wirklich nichts anderes mehr zu bieten, als irgendwelche woken Fieberträume oder dann stundenlanges unsinniges Geballer?
Im Kontext von Joker, also einer diabolischen Comic Figur die ihren Wahnsinn an der Gesellschaft auslässt, ist dieser Film aber leider ein Totalausfall, ja fast schon ein Ärgernis. Zumal man aufgrund des ersten Teils massig Potential vorhanden gewesen wäre, trotzdem mal eine etwas andere «Comic Verfilmung» zu bieten. Mir fehlen nicht irgendwelche Actionelemente, aber schlicht eine glaubwürdige Fortsetzung der Joker Story. Schon nur der Titel passt nicht. Die Liebesgeschichte zw. Joker und Harley Quinn ist im Grunde keine und der Film ist auch kein Strudel des Wahnsinns, in welchen die beiden abdriften und welchen man hätte erwarten können. Die Geschichte ist im Grunde eine einer Figur aus dem heutigen amerikanischen Alltag, eine eines psychisch labilen Amokläufers, welcher von ebenfalls labilen Groupies angehimmelt wird, welche bei anderen psychisch angeschlagenen wiederum einen Hype erzeugen. Wobei nie so richtig klar wird, weshalb diese im Grunde äusserst erbärmliche Figur, in irgendeiner Weise einen Hype erzeugt.
Ist die diskussionswürdige Inszenierung Absicht? Wahrscheinlich. Einige Neunmalkluge glauben es sei eine absichtliche Ohrfeige an die Erwartungen des Publikums. Dann aber nochmals, weshalb ist dieser Film die Fortsetzung von Joker und weshalb verbrät man 200 Millionen dafür? Schade, hier hat man gewiss eine grosse Chance vertan. Und schade auch für Joaquin Phoenix, er hätte mit einer anderen Fortsetzung ein ikonischer Joker werden können. Das war aber leider nix.