GROßE SCHLANGE BRINGT GROßE FREUDE
Doug und Griff sind in ihren Jobs nicht gerade am Zenit ihres Schaffens, also beschließen sie, ein Reboot von Anaconda in Brasilien zu drehen. Was als spaßiges Low-Budget-Projekt mit Oscarfantasien beginnt, wird zum Überlebenskampf gegen eine riesige Schlange, Goldsucher und die eigene grenzenlose Tollpatschigkeit.
Anaconda geht ca. 100 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine Horror-Komödie mit Jack Black und Paul Rudd, deren Chemie so gut funktioniert, dass selbst die halbgaren Gags besser klingen, als sie eigentlich sind. Nicht jeder Witz sitzt, aber wenn einer einschlägt, knallt er so rein das du vor lachen aufm Boden liegst und rausfinden darfst wie sehr ein Kinosaal klebt.
Die Geschichte zweier Kumpel, die aus lauwarmen Karrierewegen fliehen und glauben qualitativ hochwertigen Horror drehen zu können, ist herrlich meta. Die Selbstironie stimmt, Klischees werden filetiert und man merkt, dass niemand sich zu schade ist, sich selbst zum Horst zu machen.
Die Nebenfiguren passen wie angegossen, Steve Zahn liefert einige Volltreffer und die Effekte sind solide genug, um nicht in den Trash abzurutschen. Der obligatorische Twist? Natürlich vorhanden, sonst kann man’s ja nicht ernsthaft Film nennen, oder?
Der Anfang braucht leider ein wenig um warm zu werden, der Motor stottert deutlich vor dem letzten Drittel. Aber sobald der Humor feuert, feuert er und dann hat man kaum noch Luft zum Atmen.
Das Finale bietet dann Nostalgie für die Original-Fans, Meta-Humor für Filmnerds und Pyro für Leute, die gern „BOOM“ sagen.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das Spaß macht, weil nichts heilig ist, alles mit Augenzwinkern präsentiert wird und sich Sony selbst wunderbar durch den Kakao zieht. Nicht jeder Gag zündet, der Einstieg ist träge, aber sobald’s läuft, läuft’s richtig.
7/10 Punkten. Und geh nicht beim ersten Abspann raus, du willst diese Szene sehen.