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    Fresh
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    3,3
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    BrodiesFilmkritiken
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    3,5
    Veröffentlicht am 15. April 2022
    Bei diesem Film wäre schon die Nennung des Genres ein Spoiler, zumindest nach der ersten halben Stunde. In dieser Zeit sind wir in der typischen RomCom, in der eine unglaublich liebenswürdige Frau einen absoluten Charmebolzen trifft sich, die Beziehung langsam entwickelt und alles wunderbar ist. Dann brechen die beiden zu einem Ausflug auf und es folgt ein gigantischer Twist der den Zuschauer wie auch die Hauptfigur in ein komplett neues Umfeld und in eine neue Umgebung versetzt. Man hat ab da noch anderthalb Stunden Film vor sich und ist komplett ratlos: wo soll es hingehen, was wird gestrickt? Aus dem vorgegebenen Szenario hätte man meiner Meinung nach zwar einiges anderes machen können, aber man ist zu keinem Zeitpunkt sicher was als nächstes passiert. Die Figuren und Entwicklungen bleiben stetig undurchsichtig und im weitesten Sinne geht der Film nicht den Weg den ich bevorzugt hätte, aber er bleibt stets überraschend, Dies ist ein Film wie er auf dem Fantasy Filmfest läuft und sich nicht an Jeden sondern an ein spezielles Zielpublikum richtet. Dadurch dass er einfach auf Disney plus erscheint könnte es natürlich passieren dass einige Leute ihn sehen die nicht für derartige Kost gedacht sind, trotzdem lohnt der Versuch. Nach Pam und Tommy erweist sich Sebastian Stan auch hier als absolutes Feuerwerk

    Fazit Kippt nach einer halben Stunde in ein anderes Genre und nimmt die Zuschauer mit auf einen komplett unvorhersehbaren Trip, spielt auf diesem Weg allerdings nicht alle Trümpfe aus
    FILMGENUSS
    FILMGENUSS

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    4,0
    Veröffentlicht am 8. Mai 2022
    ROTKÄPPCHEN UND DAS WOLFSRUDEL
    von Michael Grünwald / filmgenuss.com

    Männer wollen doch immer nur das eine? Vermutlich schon, denn wären die Triebe nicht, gäbe es keine Beziehungen. Oder nur wenige, rein platonische. Die Lust am anderen (oder gleichen) Geschlecht ist stets der Anfang von viel mehr. Oder bleibt in den niederen Gefilden von Sex und körperlicher Liebe verhaftet, weil so manche Männer einfach nur genau das wollen und Frauen auf ihre äußerlichen Reize reduzieren. Gegen die aufblasbare Gummipuppe aus dem Beate Uhse-Versandkatalog scheinen „echte“ Frauen aber stets die Nase vorn zu haben, nichts kann die natürliche Physis ersetzen. Um das zu bekommen, was Mann will, gibt’s Dating-Apps wie Tinder. Passen die Matches, ist noch längst nicht gesagt, ob‘s Auge in Auge dann auch noch hinhaut. Meist nicht, meist ist es nach einem One-Night-Stand nicht nur beziehungstechnisch vorbei, sondern auch die Würde dahin. Doch Mann hat bekommen, was er wollte und zieht weiter. Wie ein Jäger auf der Pirsch nach Freiwild. Oder – wie wir seit EAV’s Märchenprinzen wissen: Zu viele Jäger sind der Hasen Tod.

    Dazwischen jedoch, und um einiges weiter abseits, bleibt das Patriarchat nicht unkreativ, um mehr zu bekommen als möglich ist. Diese Erfahrung muss die junge Noa alsbald machen, als sie, entnervt und enttäuscht nach so einigen Blind Dates, im Supermarkt Bekanntschaft mit dem äußerst attraktiven Steve macht. Wen haben wir da vor uns: „Winter Soldier“ Sebastian Stan, sehr schick, sehr distinguiert und charmant. Ein Mann, den Frau sich nur erträumen kann, weil es diesen in natura einfach nicht gibt. Kurz danach folgt das Grand Opening einer leidenschaftlichen Liaison, wie wir sie schon aus diversen anderen RomComs oder erotischen Krimis kennen. Das dann alsbald ein unangenehmes Erwachen folgt, liegt auf der Hand. Der Punkt in dieser Sache ist nur: Welcher Art ist dieser Wermutstropfen auf die rosarote Glückseligkeit, der so bitter schmeckt wie ein roher Satanspilz?

    Die Erkenntnis sickert wie der Schmerz beim Anstoßen der kleinen Zehe mit einiger Verzögerung sortenrein ins Hirn – und ist umso verstörender, je länger man darüber nachdenkt. Die Frau als Objekt der Begierde findet in Mimi Caves haarsträubender Groteske Fresh ihre destruktivste Bestimmung, der Horror macht sich in den Köpfen breit und in der sprachlosen Empörung, zu welchen niederträchtigen Marktlücken das starke Geschlecht sich hinzureißen gedenkt. Carey Mulligan aus Promising Young Woman, die mit der stumpfen Schwanzsteuerung von Männern Schlitten fährt, hätte selbst hier wohl einige Zeit gebraucht, um ihren vor Erstaunen geöffneten Mund zu schließen. Doch es ist, wie es hier ist, und bedurfte zumindest bei mir eines zweiten Anlaufs, nach so vielen Tabubrüchen dennoch dranzubleiben.

    Fazit: Es lohnt sich. Denn das Ganze erzeugt einen Topspin, dem man sich ungern entziehen will. Fresh ist eine so abstoßende wie faszinierende, zutiefst makabre Satire auf Körperwahn und männliche Dominanz, Missbrauch und sexueller Versklavung. Themen, die in einem 70er Jahre Grindhouse-Slasher als billig-perverse Blutoper für Magenverstimmungen gesorgt hätten. Mimi Cave und Drehbuchautorin Lauryn Kahn sind dieser Phase aber erhaben. Ihr Film hat Stil und trotz all der Verrohung enormen Anstand. Bei wohl kaum einem anderen Film der letzten Zeit trifft die Bezeichnung fancy wohl am ehesten zu wie auf diesen: das Grauen ist schick gekleidet, die Ausstattung akkurat und so penibel wie in American Psycho. Das Intellektuelle bringt das aalglatte Böse erst hervor, dass in einer beunruhigenden Selbstverständlichkeit agiert. Sebastian Stan ist dafür wie geschaffen – er übertreibt nicht, und er gibt sich keinem charakterlichen Wandel hin wie in so manchen Thrillern, die dadurch enorm viel Plausibilität einbüßen. Das Juwel des Films ist aber die wirklich bezaubernde Daisy Edgar-Jones (Krieg der Welten), die hier ihr Spielfilmdebüt hinlegt und dabei – einer jungen Sissy Spacek ähnlich – in einer Mischung aus Furcht, Trotz und Esprit Mulligans Femme Fatale den Rang abläuft und die Herzen ihres gesamten Publikums gewinnen wird.

    Mit ihrer Performance – und der innovativen, filmischen Erzählweise, die mit symbolhaften, kurios geschnittenen Bildcollagen die kluge Metaebene offenbart, schafft es Fresh, die Grenze des guten Geschmacks zu verschieben und mit genug spottender Coolness beängstigende männliche Vorlieben so zu konterkarieren, dass sie einem nichts mehr anhaben können.
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    StudentenKaschber
    StudentenKaschber

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    1,5
    Veröffentlicht am 15. April 2022
    Der Film bedient viele Geschlechterstereotype und Vorurteile so extrem, dass es für mich als Zuschauer schon sehr unangenehm ist. Die Gespräche wirken dadurch oft künstlich und unecht und in Folge dessen auch die Charaktere.
    Durch die starken Stereotype ist die Story auch extrem vorhersehbar, vor allem wenn man schon den ein oder anderen Horrorfilm dieser Art gesehen hat .

    Aber nicht alles ist schlecht. Die Wendung nach den Ersten 30 Minuten ist ganz gut. Die Schauspielleistungen (nach der Ersten halben Stunde) und Bildqualität ist gut.
    Für den ein oder anderen, den Stereotype und Vorhersehbarkeit nicht abschrecken, kann das durchaus ganz spannend sein.

    Es bleibt aber auch für einen Horrorfilm unterdurchschnittlich.
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