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Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
"Das Tribunal" ist ein echt guter und vor allem origineller Kriegsfilm geworden, der bis auf das Ende fast durchgehend überzeugen kann. Die Geschichte wird von Regisseur Gregory Hoblit spannend erzählt und ist trotz ihrer Fiktion rundum interessant. Bruce Willis spielt diesmal nicht an erster Front, er agiert etwas aus dem Hintergrund und kann dabei (oder gerade deswegen) überzeugen. Colin Farrell weiß ebenfalls zu gefallen und verkörpert seine Figur sehr glaubhaft. Die Atmosphäre im Gefangenenlager ist zudem großartig eingefangen und schafft es somit, das Geschehen zu intensivieren und das Ganze in ein passendes Gewand zu bringen. Einzig das Ende ist typisch Hollywood wieder einmal sehr patriotisch ausgefallen, da wird sich geopfert was das Zeug hält. Zwar schmälert es das Sehvergnügen nicht entscheidend, aber das hätte man sicherlich besser lösen können.
Fazit: "Das Tribunal" ist ein wirklich guter Kriegsfilm geworden, der vor allem mit seiner interessanten Geschichte und der starken Atmosphäre punkten kann. Auch wenn das Ende etwas schwächelt ist der Film dennoch für einen spannenden Filmabend zu empfehlen!
Ich hatte den Fehler gemacht zuerst das Buch Das Tribunal‘ zu lesen. Deshalb habe ich auch etwas anderes erwartet. Nämlich einen Film, der vielleicht nicht unbedingt das Buch wiedergibt, aber zumindest genauso sensibel verfährt wie eben jenes. Weit gefehlt, leider. Dabei hat der Stoff soviel Potential, doch es hapert und das nicht gerade minimal.
Lauter Charaktere aus dem Buch sind einfach gestrichen worden. Manche wären ja noch zu verkraften gewesen aber Visser umzuschreiben und Fritz Eins einfach zu ignorieren war einer der gröbsten Fehler. Fritz Eins war für Hart die Rettung in der Not und auch sonst ein sehr guter Freund, obwohl er ein Aufseher des Gefängnislagers war. Trotzdem behielten sie auch nach dem Krieg Kontakt zueinander. Visser war der eigentliche Gegenspieler von Hart, denn dieser war sehr verschlagen und spielte nach seinen eigenen Regeln. Davon merkt man im Film nichts, er wurde einfach zum Kommandanten des Lagers gemacht und gut war. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Das Ende des Films war ziemlich daneben, tut mir leid aber soviel Patriotismus war schon sehr schwer zu verkraften. Da kam das typische Amy Genre durch.
Als eigenständiger Film wäre der Stoff gar nicht mal so schlecht aber für eine Buchvorlage ist das sehr mies. Deshalb nur zwei Sterne.
Naja, die ganze Angelegenheit ist natürlich schon etwas arg konstruiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein deutscher Lagerkommandant so ein Tribunal überhaupt zugelassen hätte. Aber ist ja auch wurscht, man kann das als Prämisse einfach mal so hinnehmen, denn darauf baut der Film ja auf. Wo es zu Beginn noch aufregende Kriegsaction zu sehen gibt, bekommen wir in der zweiten Hälfte ein spannendes Gerichtsdrama, das streckenweise herrlich an die alten John Grisham-Verfilmungen erinnert. Und dass das alles so glaubhaft und mitreißend funktioniert, ist hauptsächlich ein Verdienst der hervorragenden Schauspieler Colin Farrell und Terence Howard. Und der gute alte Bruce Willis natürlich, der sich hier aber bewusst etwas im Hintergrund hält. Und wer genau hinschaut, kann Sam Worthington in einer kleinen Nebenrolle finden.
Die Gerichtsverhandlung ist spannend und aufregend inszeniert, es gibt einige Twists und Wendungen, das gefällt alles sehr gut. Der Lagerkommandant ist natürlich als Fiesling inszeniert, der aber genug Soldatenseele in sich hat, um den Colonel mit seinem Tribunal agieren zu lassen und dabei seinen selbstgefälligen Spaß hat. Schlecht gelungen ist jedoch der Schluss, hier kommt dann eindeutig zu viel Pathos und Patriotismus rein, das ist erstens unglaubwürdig, zweitens nervig und drittens aus dem Film heraus auch unpassend. Dadurch ergibt sich für mich ein Downgrading von 8,5 auf 7,5 Punkte – schade.
FAZIT: Spannend und aufregend inszenierter Gerichtsthriller vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs. Starke schauspielerische Leistungen und eine dichte Atmosphäre machen den Film sehenswert. Leider ist der Schluss etwas lächerlich pathetisch und trübt das Gesamtbild ein wenig.