Naja, die ganze Angelegenheit ist natürlich schon etwas arg konstruiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein deutscher Lagerkommandant so ein Tribunal überhaupt zugelassen hätte. Aber ist ja auch wurscht, man kann das als Prämisse einfach mal so hinnehmen, denn darauf baut der Film ja auf. Wo es zu Beginn noch aufregende Kriegsaction zu sehen gibt, bekommen wir in der zweiten Hälfte ein spannendes Gerichtsdrama, das streckenweise herrlich an die alten John Grisham-Verfilmungen erinnert. Und dass das alles so glaubhaft und mitreißend funktioniert, ist hauptsächlich ein Verdienst der hervorragenden Schauspieler Colin Farrell und Terence Howard. Und der gute alte Bruce Willis natürlich, der sich hier aber bewusst etwas im Hintergrund hält. Und wer genau hinschaut, kann Sam Worthington in einer kleinen Nebenrolle finden.
Die Gerichtsverhandlung ist spannend und aufregend inszeniert, es gibt einige Twists und Wendungen, das gefällt alles sehr gut. Der Lagerkommandant ist natürlich als Fiesling inszeniert, der aber genug Soldatenseele in sich hat, um den Colonel mit seinem Tribunal agieren zu lassen und dabei seinen selbstgefälligen Spaß hat. Schlecht gelungen ist jedoch der Schluss, hier kommt dann eindeutig zu viel Pathos und Patriotismus rein, das ist erstens unglaubwürdig, zweitens nervig und drittens aus dem Film heraus auch unpassend. Dadurch ergibt sich für mich ein Downgrading von 8,5 auf 7,5 Punkte – schade.
FAZIT: Spannend und aufregend inszenierter Gerichtsthriller vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs. Starke schauspielerische Leistungen und eine dichte Atmosphäre machen den Film sehenswert. Leider ist der Schluss etwas lächerlich pathetisch und trübt das Gesamtbild ein wenig.