Bedrückendes, aber toll gespieltes Drama um eine Frau, die so sehr in einer toxischen Beziehung gefangen ist, dass sie es schon als völlig normal ansieht und sich selbst nicht daraus befreien kann. Alice wird von ihrem Partner emotional missbraucht und unterdrückt, was zu Beginn des Films gar nicht klar ist. Ganz im Gegenteil hat der Mann eine überzeugende Fassade, so dass es für Außenstehenden einfach nur so wirkt, als ob er sich sorgen würde. Erst im Verlauf des Films wird immer deutlicher, wie er Alice unterdrückt und bewusst klein gehalten hat, offensichtlich, um sein eigenes schwaches Selbstbild darüber zu stabilisieren. Ihren Freundinnen, mit denen sie eine Woche in einem abgelegenen Landhaus verbringen will, ist die Situation ebenfalls nicht klar, im Gegensatz zu Alice können sie sein perfides Machtspiel aber schneller durchschauen.
Der Film lebt ganz stark von dieser Spannung und die Situation eskaliert schließlich (das ist jetzt kein Spoiler, da es auf der DVD-Rückseite steht), als ihr Partner die drei Frauen in dem Landhaus besuchen kommt. Das ganze Setting ist kammerspielartig aufgebaut, im Wesentlichen sehen wir nur die drei Frauen in dem Landhaus, gelegentlich unterbrochen von Rückblicken, die Alice zusammen mit ihrem Partner zeigen. Beeindruckend ist auf jeden Fall Anna Kendricks Performance, sie ist ganz klar das emotionale und dramatische Zentrum des Films. Dabei gelingt es ihr außerordentlich gut, die Zerrissenheit und das qualvolle Leid, aber auch die vermeintlich souveräne Fassade nach außen zu verdeutlichen. Stark! Die ruhige und unaufgeregte Inszenierung von Regisseurin Mary Nighy tut ihr Übriges dazu.
FAZIT: Ein beeindruckender Film mit einer fantastischen Anna Kendrick zu einem bedrückenden und sehr ernsten Thema. Toll inszeniert, sehr still und langsam, aber mit einer stetig ansteigenden Spannungskurve. Sehenswert.