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    I Came By
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    FILMGENUSS
    FILMGENUSS

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    3,5
    Veröffentlicht am 11. September 2022
    IM SCHATTEN DES ESTABLISHMENTS
    von Michael Grünwald / filmgenuss.com

    Anarcho-Sprayer sind die Erzeuger oft unliebsamer Hinterlassenschaften auf Wänden des öffentlichen Raumes, meist sind es Gang- und Clan-Symbole, manchmal einfach nur ein Pimmel oder unfertiges, wirres Zickzack an Linien, die, wäre man vermutlich nicht erwischt worden, ein Schriftbild abgegeben hätten, das durchaus einen Hingucker wert gewesen wäre. Dann gibt es die Graffiti-Künstler, die Street Art auf ein neues, bereicherndes Level heben – egal, ob in einer Nacht- und Nebelaktion fabriziert oder von liberalen Bezirksvorstehern in Auftrag gegeben. Berühmtester X-Faktor: Banksy. Doch wie wäre es, würden militante-Graffiti-Schreiberlinge einfach in Wohnungen des Establishments einsteigen, um ihre Botschaften zu hinterlassen, die mitunter wäre: Ich war hier, auf gut Englisch: I Came by. Gut, das ist weniger aussagekräftig als Die fetten Jahre sind vorbei, so gesehen in gleichnamigem Film mit Daniel Brühl. Im Suspense-Thriller des britisch-iranischen Autorenfilmers Babak Anvari (u. a. Under the Shadows od. Wounds mit Armie Hammer) schleicht sich der dreiundzwanzigjährige Toby in die Anwesen reicher Bonzen, um diesen mit dem ewig gleichen Schriftzug ihre Verletzbarkeit unter die Nase zu reiben – ihren Tanz auf Messer Schneide, von der man leicht abrutschen kann und in die Arme eines weniger begünstigten Mobs zu gelangen, der die neue Revolution gegen die Kluft in der Gesellschaft anführt. So könnte man es also sehen, braucht dafür aber die Muße, das Ganze entsprechend zu interpretieren.

    Wie auch immer – bei einem dieser Einbrüche gelangt Toby im Alleingang in das stattliche Herrenhaus eines pensionierten, allerdings immer noch recht einflussreichen Richters, der im Keller seines Hauses Dinge treibt, die rechtschaffene Menschen wohl schockieren würden. In Panik versetzt, versucht der junge Anarchist, seinen besten Freund dazu zu überreden, im dabei zu helfen, dem distinguierten älteren Herren das Handwerk zu legen. Doch daraus wird nichts: Jay, ehemals straffällig, will sich nicht wieder auf die schiefe Bahn bringen lassen, wird er doch bald Vater. Ein schwerer, aber nachvollziehbarer Fehler: Toby verschwindet spurlos, also muss seine verzweifelte Mutter ran, die über einen längeren Zeitraum versucht, das Geheimnis des verdächtigen Akademikers zu lüften.

    Ein Mann, dessen verbrecherisches Tun man nicht beweisen kann, der aber garantiert Dreck am Stecken hat: Eine Art Suspense, die wir von Alfred Hitchcock kennen – bravourös umgesetzt in Das Fenster zum Hof. Bei I Came By wird die vage Vermutung schon bald durch die Gewissheit von Seiten des Zuschauers ersetzt – und dieser staunt nicht schlecht, wenn einer wie Hugh Bonneville, bekannt als Earl of Crawley aus der beliebten Fernsehserie Downton Abbey, trotz seines gefälligen Gehabes und jovialen Schmunzelns dieses auch tragen kann, um das Grauen im Verborgenen anzukündigen. Der elegante Brite gibt alles, um seinen House am Eaton Place-Charme abzulegen und kurvt in Gefilden herum, die ihm genauso gut zu Gesicht stehen. Mit diesem chamäloiden Farbwechsel, den auch Anthony Hopkins beherrscht, könnte Bonneville mit Leichtigkeit Rollen wie die des Hannibal Lecter besetzen. Der akkurate Finsterling, dem man auf den Leim geht, steht dem Briten also genauso gut wie der adelige Patriarch, der sich im goldgelben Licht vergangener Tage sonnt. Dank seiner Ambivalenz trägt der Schauspieler eine Bedrohung in den Film, die bis zuletzt nicht nachlässt. Im Gegenteil: Babak Anvari verzichtet darauf, einen Thriller zu erzählen, der bewährten Muster folgt. Viel mehr gelingt es ihm, die formelhafte Gunst für die Guten in die Kraft des Zufalls und der kompromisslosen Konsequenz zu sublimieren.

    Durch weitgehenden Verzicht auf lang ausholende Erklärungen und der Chance, dem Zuseher vieles seinen Vermutungen zu überlassen, bleibt I Came By kaum abgelenkt auf der richtigen Spur, manchmal aber auf Kosten einer plausiblen Logik, die gerade in kleinen Szenen wie dem Knarren von Dielenböden oder lautstarkem Rumoren im Keller jene Konsequenz, die im Plot liegt, nicht übernehmen kann. Das ärgert zwar ein bisschen, andererseits aber ist die Absicht, als Thriller ganz woanders abzubiegen, lobenswert genug, um den Film dennoch zu empfehlen.
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    Cineast
    Cineast

    7 Follower 233 Kritiken User folgen

    2,5
    Veröffentlicht am 25. Oktober 2022
    Ein eher durchschnittlicher Krimi, der sehr viele Gelegenheiten was Dramaturgie angeht ungenutzt verstreichen ließ. Die Charaktere sind oberflächlich bis klischeehaft beschrieben. Die Schauspieler waren zum Teil überzeugend in ihren Rollen, aber Regie und Drehbuch eher schwach bis laienhaft. Es gab schon Tatortfolgen, die dramaturgisch und inszenatorisch wesentlich besser waren.
    Adrian Winter
    Adrian Winter

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    0,5
    Veröffentlicht am 5. Februar 2023
    Hab mich selten so gelangweilt 🤦🏽‍♂️
    Ein Film der Ewigkeiten von einem Bein aufs andere tritt, bescheuerte Schnitte und unnötige szenenwechsel, viel zu häufiges Wiederholen bereits bekannter Sachverhalte was den Film ohne dass etwas wirklich bemerkenswertes geschieht unendlich in die Länge zieht.
    Unausgegorene Figuren an denen scheinbar nur weitgehend gearbeitet wurde und phasenweise inhaltslehre und unbemerkenswerte Dialoge.
    George Mackay auf dem Cover wohl nur damit sich irgendjemand dieses Machwerk ansieht denn nach dem ersten Viertel des Films ist er schon nicht mehr zu sehen, was den Film aber auch nicht besser gemacht hätte.
    Iven Ardalani
    Iven Ardalani

    1 Kritiken User folgen

    2,0
    Veröffentlicht am 1. Oktober 2022
    Film ist totaler Quatsch in meinen Augen.
    Schauspieler waren zwar relativ gut ausgewählt, jedoch war es oftmals für den Zuschauer fast unangenehm, den Film weiterzusehen, da es an Unlogik nicht zu übertreffen ist.
    Das Ende war O.K. - und bis dahin war es ein merkwürdig in die Länge gezogener Weg.
    Halb-offenes Ende ist ungelungen. Man muss sich einfach seinen eigenen Schluss ausdenken.
    Mit Freunden zusammen ein OK-Film.
    Als spannender Film Abends zuhause lieber zu etwas anderem greifen. :)
    Carashin Carashin
    Carashin Carashin

    1 Kritiken User folgen

    0,5
    Veröffentlicht am 20. November 2022
    Absoluter Schrott, hatte Potential und dann so ein langweiliger nichtssagender Reinfall. Komische Zeitsprünge, vieles einfach gar nicht mehr aufgeklärt, zack zack abgearbeitet, Null an Tiefe oder Anspannung und kaum Dialoge, da kann ich mir Charlie Chaplin reinziehn, da ist die Zeit wenigstens nicht vergeudet.
    Claudia
    Claudia

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    5,0
    Veröffentlicht am 9. April 2023
    Ich fand den Film an vielen Stellen sehr überraschend. Er ist sehr klug und logisch durchdacht. Er ist das Gegenteil der Filme, die man aus Hollywood kennt. Er ist in jedem seiner Charaktere absolut kompromisslos gehalten. Ein Happyend ist den Protagonisten wie im echten Leben nicht vergönnt. Der Film ist bis zum Schluss spannend und nachvollziehbar. Ich kann ihn nur empfehlen.
    Anke Reichardt
    Anke Reichardt

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    1,5
    Veröffentlicht am 9. Mai 2023
    Enttäuschend. Ich habe mich ab der 10. Minute des Films nur noch geärgert. Spoiler!!!
    Die Idee - ein anarchistischer cooler Graffiti-Künstler bricht in eine Stadtvilla eines pensionierten Richters ein, ist ok. Cool auch die Idee, dass dieser Junge jetzt die Möglichkeit hätte, seinem Leben noch mehr einen Sinn zu geben, indem er durch Zufall einen entführten und schwer zugerichteten jungen Mann aus dem Kellerloch des sadistischen, hochgradig gefährlichen Richters befreit.
    Aber nee…stattdessen läuft er ihm in die Arme und wirklich ALLE beteiligten Figuren machen genau das Gegenteil von dem was man erwarten würde. Nur der Mörder freut sich, schließlich verhält sich eine Figur dümmer als die andere. Und weil die Schauspieler verzweifelt noch das beste aus diesem schlechten Drehbuch rausholen, habe ich es sogar bis zu Ende geguckt.
    Aber die Dummheit der Charaktere ist überwältigend und hat mich schließlich nur noch gelangweilt, dass der x-te Mord dann kaum noch dramatisch wirkt. Im Gegenteil, es entwickelt sich fast in eine satirische Richtung.
    Mega schade, die Grundidee und auch die Schauspieler waren gut, der Mörder unglaublich gut gespielt. Alles in allem für mich ein Flop.
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