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das Odeon
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1,5
Veröffentlicht am 31. Dezember 2024
Verdammt, ich hab´s geahnt. Ich wollte mit meiner Ahnung enttäuscht, also vom Gegenteil überzeugt werden, aber nix da. "Race for Glory" ist nichts anderes, als "Le Mans 66" für arme. Und wirklich für arme. Bei "Le Mans 66" ist es so, als ob man in ein Astor Kino reingeht und hier ist es so, als ob man auf´m Flohmarkt ´ne gebrauchte VHS Videokasette gekauft hat.
Und ich wünsche mir soo sehr, dass die Filme nicht immer nur zu 90% aus fucking hollywood kommen. Warum nicht mal aus Italien? Oder aus anderen Ländern? Die werden doch auch begabte und kreative Leute haben. Hat hier aber nicht geklappt. Ich habe in keiner einzigen Sekunde die Rivalität zwischen Lancia und Audi gespürt. Rivalität, die Besessenheit zu gewinnen, man geht über Grenzen, über sich hinaus, oder so ähnlich. >> Davon gibt es hier gar nichts. Der Film ist langweilig, selbst der Unfall des Fahrers bringt keine Spannung rein. Sollen wir mehr PS rausholen, wenn wir dadurch die Autos unsicher machen? Mehr PS, aber dadurch die Sicherheit der Fahrer gefährden? Wird einmal im Film kurz angesprochen, spielt gesamt gesehen aber keine Rolle.
Der Film ist langweilig, es gibt keine Spannung. Wer gewinnt das Technik-Rennen? Wer kann früher als der andere ein besseres Auto bauen? Das spielt merkwürdigerweise im Film gar keine Rolle, obwohl es ja genau darum gehen müsste. Die Italiener haben es irgendwie geschafft, aus einem Rennen, welches eigentlich durchaus spannend sein sollte, einen sehr langweiligen Film zu machen. Den kann man sehr gut im Wohnzimmer im Fernsehen laufen lassen, während man in der Küche das Fondue für Silvester vorbereitet. Aber Geld für ´ne DVD ausgeben? Lieber nicht.
Dieser Film ist Schrott hoch zehn. Selbst Walter Röhrl sagt das der Film mit dem ,was er 1983 erlebt hat überhaupt nichts zu tun hat . In einem Interview sagt er wörtlich - Ich kann nur alle warnen, 1 Std. 47 vergeudet !
Eine Schande. Leider. Denn eine Frage treibt sich mir bei diesem Film um. Für wen wurde er gemacht? Ich bin Motorsport-Fan und musste diesen Streifen nach etwas über 45 Minuten beenden. Das liegt zum Teil an der wirklich lieblos inszenierten Handlung, den vielen Fehlern innerhalb der Historik aber auch an zahlreichen billig wirkenden Effekten. Hinzu kommen jedoch Momente in denen sich sicherlich nicht nur Petrolheads an den Kopf fassen müssen. Ein Beispiel gefällig? Bitte gerne: In einer Szene verfolgen wir einen Audi Quattro auf der Piste der Portugal Rallye (welche irgendwie nicht aussieht, wie die Portugal Rallye aussah...). Der Wagen fährt mit schwarzen Turbofans auf den Felgen los, bei einer Sprungkuppe sind diese plötzlich weg und wir erhaschen einen Blick auf die weißen Felgen dahinter. Im Moment der Landung bzw. leicht danach werden die Turbofans hergezaubert. Das mag detailverliebte Kritik von mir sein — aber wirklich Jeder wird diesen Fehler sehen können, der Augen im Kopf hat und schwarz von weiß unterscheiden kann.
Möglicherweise kann man sich damit arrangieren, aus Walter Röhrl einen Imker zu machen. Mit der schlechten Darstellung des Quattro innerhalb des Films macht man sich allerdings keine Freunde. Um den Unterschied des Lancia 037 zum Ingolstädter Allrad-Ungetüm zu zeigen fahren die Autos auch völlig unterschiedlich durch die Kurven — auch auf Asphalt. Da sehen wir dann einen Lancia der perfekt an der Schnur um die Kurve gezogen fährt und einen Audi der sich nur mit Mühe und Not in extrem 'eiernden' Mannövern auf dem Feldweg hält. Dies ist leider Quatsch, zumindest in der übertriebenen Darstellung. Teilweise wirken die Schnitte auch in den wenigen 'Action'-Szenen völlig fehl am Platz. Doch das lässt sich noch als Stilistik einordnen. Wenn auch eine unschöne. Ach und Daniel Brühl. Was hatte ich mich gefreut, nach seinem Rennfilm-Debut in Rush und der brillianten Darstellung Niki Laudas musste doch ein Film mit Ihm an Board zumindest durch tolles Schauspiel funktionieren oder? Leider nicht. Nicht das ich mir anmaßen würde Daniel zu kritisieren, ich glaube lediglich man hat ihm eine Rolle gegeben, mit der er nichts anfangen kann. Er muss hier Sätze sagen (zumindest in der deutschen Synchro) die Ihn dauerhaft als arroganten Wicht dastehen lassen. Szenen in der er in den Motorraum fast, nichts berührt, nichts öffnet, nichts aktiv nachschaut, während der Motor stetig gestartet wird um dann mit "Das Auto ist perfekt" ein Resümee von sich zu geben...sind schwer anzuschauen. Diese erinnern eher an die F&F Saga. Leider.
Weiterhin gilt also, wer einen modernen Rennfilm über vergangene Zeiten schauen will...sollte LeMans 66 oder doch Rush bevorzugen. Schade um den Rallye-Sport. Denn der war gerade in den 80ern in seiner Bildgewalt nur schwer zu überbieten.