The Uprising - Für die Freiheit
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FILMGENUSS
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3,5
Veröffentlicht am 21. September 2026
KÖNIGRUFEN MIT SCHLECHTEN KARTEN
von Michael Grünwald /

Steuern waren immer schon unbeliebt. Vor allem im Mittelalter. Wenn man die damalige Zeit der Strumpfhosen, Kettenhemden und Schwerter mit dem Eintreiben des Zehnt verbindet, denken wir alle unweigerlich an einen Kerl in grünem Linnen und Kapuze, der wie kein anderer mit dem Bogen umgehen kann und vorzugsweise im Dickicht des Sherwood Forest campt. Lasst es uns ruhig aussprechen: Sein Name ist Robin Hood.

Dessen Tod haben wir dieses Jahr schon betrauern müssen, in Michael Sarnoskis The Death of Robin Hood – einem kernig-deftigen Absolutionsabenteuer, in dem Hugh Jackman mit der Reue so seine Probleme hat, weil schließlich war er zumindest in dieser Interpretation ein gar nicht so guter Kerl.

So lebt man die Idee einer Rebellion

Paul Greengrass geht die Sache anders an. Sein Film The Uprising – Für die Freiheit ist auf den ersten Blick keine weitere Origin-Story des legendären Königs der Diebe, auch wenn das Marketing für diesen Film weltweit dafür gesorgt hat, dass alle das glauben. Andererseits lässt sich Greengrass dazu hinreißen, es seinem Zunft-Kollegen Todd Philipps nachzumachen, der mit seinem Joker-Gedankenexperiment Joker: Folie à Deux das visionäre Konzept einer antagonistischen Persönlichkeit als überall anwendbar erklärt hat.

Der Begriff Robin Hood und dessen Intention funktioniert genauso, und zwar als eine der Gesellschaft inhärente Geisteshaltung, wobei man zugeben muss, dass der Grüngewandete zwei Jahrhunderte früher existiert haben muss, zu Lebzeiten König Richard Löwenherz, der kreuzzugsmäßig verplant war und seinen Bruder John Ohneland alleine auf der britischen Insel walten ließ.

Ein zeitloses Streben nach Gerechtigkeit

Ob früher oder später: Letztendlich hat sich der Mythos bis in die Gegenwart gerettet, weil er auf zeitlose Weise für etwas eintritt, was man Gerechtigkeit und Fairness nennt im Schatten politischer Macht. Immer noch ist Robin Hood ein Good Guy, da kann Hugh Jackman noch so finster blicken.

Was machen da schon zwei Jahrhunderte, wenn einer wie Robin Hood eigentlich nicht sterben, sondern als Idee das rechtschaffene Volk durchdringen soll. Diesen Spirit erfasst auch einen wie Ploughman, fast schon ein namentlicher Platzhalter, denn Andrew Garfield, dem in Sachen gespielter Freudlosigkeit niemand das Wasser reichen kann, ist eine menschliche Variable. Einer, der aber die Schneid hat, die Schneide auszupacken, um der geldgeilen Entourage eines völlig unpässlichen Königs martialische Grenzen zu setzen.

Wir lernen Geschichte

Bald schon gerät die fiktive traurige Gestalt in den Dunstkreis des sozialkritischen Predigers John Ball (Jamie Bell) und des ehemaligen Recken Wat Tyler (Cosmo Jarvis, Shogun), womit wir nun historisch gesehen auf der sicheren Seite sind. Die beiden hat es tatsächlich gegeben, und sie traten auch im Bauernaufstand des Jahres 1381 derart in Erscheinung, dass sie in den Geschichtsbüchern hängen blieben.

Greengrass will sich damit auch nicht nachsagen lassen, ein Ridley Scott zu sein, indem er Fakten einfach verdreht und dehnt – letzten Endes tut er das aber auch, zugunsten eines Mythos. Aber bis dahin lässt die Akkuratesse in der Ausstattung und auch der Fortgang der Geschehnisse bis zu einem gewissen Punkt durchaus staunen.

Ach, diese Politiker!

Am meisten staunt man über Woody Norman, der an der Seite von Joaquin Phoenix in C‘mon C‘mon bereits Filmerfahrung gesammelt hat und als Richard II so dermaßen unangenehm berührt, dass es ein leichtes gewesen wäre, diesen Charakter in das zum Teil hassenswerte Who is Who von Westeros einzugliedern, ohne dass es groß auffällt.

Normans Interpretation des zutiefst gläubigen, eitlen und völlig von seiner Entourage dominierten Kindsmonarchen schlittert stets am Wahnsinn vorbei, und man möchte diese Figur aus ihrer dekadenten Agonie holen, was niemandem im Film wirklich gelingt.

Schulterboxend hinein ins Chaos

Diese unangenehme Berührtheit ist aber der notwendige Anker, um nicht das Interesse zu verlieren an einem chaotischen Bauern-Tsunami, den dieser fast schon gesichtslose Andrew Garfield anführt oder auch nicht. In diesem Chaos lässt es sich schwer andocken, die bei Greengrass-Filmen oftmals angewandte Wackelkamera tut dabei ihr Übriges, um das Gefühl zu vermitteln, man wäre als Reporter aus der Zukunft mit dem Smartphone dabei.

The Uprising – Für die Freiheit ist wie ein Found-Footage-Kino, das nach dem Historienepos in sich selbst sucht. Ab und an wird es fündig, und am Ende wird das Zugeständnis zum metaphorischem Kick-off im Sherwood Forest für alle Übervorteilten. Ganz schön wuchtig, ganz schön wirr.



Mehr Reviews und Analysen gibt’s auf !
Lemmiblog
Lemmiblog

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3,5
Veröffentlicht am 12. September 2026
GEHT'S DEM VOLK SCHLECHT, ERHEBT ES SICH

Im Jahr 1381 lebt das englische Volk, von den Folgen der Pest gezeichnet, in Armut und Not. Nachdem der erst 14-jährige König Richard II. von seinem Rat gedrängt wird, die Steuern der Bauern zu erhöhen, wehren diese sich. Angeführt von Ploughman sammeln sich Zehntausende vor den Toren Londons.

The Uprising – Für die Freiheit geht ca. 125 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier ein Historiendrama über den Bauernaufstand von 1381, das sich an realen Ereignissen orientiert. Andrew Garfields Ploughman ist allerdings eine fiktive Figur.
Die Story dreht sich um Unterdrückung, Missbrauch und geballten Zorn. Geld von denen nehmen, die sowieso nichts haben, Frauen missbrauchen, die sich nicht wehren dürfen. Soll mal einer heute sagen ihm geht's schlecht.
Besonders gut gefiel mir, dass man zeigt, was aus einer guten Sache werden kann, sobald eine Masse nur noch Feuer und rollende Köpfe sehen will. Ein einzelner Mann kann den Funken entzünden, doch wenn es einmal brennt, lässt sich Feuer kaum noch kontrollieren. Plötzlich geht es nicht mehr um Freiheit oder Gerechtigkeit, sondern ums Plündern und Blutvergießen.
Auch der Dreikäsehoch-König wirkt mit der Situation sichtlich überfordert und wird von seinem Rat beeinflusst. Trotzdem hält die Geschichte ein paar Überraschungen bereit, die durchaus Eindruck hinterlassen.
Drei Dinge störten mich allerdings. Erstens sieht gefühlt alles aus, als hätte jemand einen Graufilter über England gelegt. Klar, die Briten haben die Sonne nicht erfunden, aber ein bisschen Farbe wäre nett gewesen. Zweitens werden mir Dialoge weiterhin zu oft stehend Face-to-Face präsentiert und drittens driftet mir das Ganze zu deutlich in Robin Hood ab.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das mir persönlich durchaus gefallen hat, weil Darsteller, Story und Thematik meinen Geschmack treffen.

7/10 Punkten. Das mittelalterliche England wurde komplett in Bayern gedreht, unter anderem in Nürnberg, Bad Windsheim und den Penzing Studios. Über Komparsen kamen dabei zum Einsatz.
Markus G.
Markus G.

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4,0
Veröffentlicht am 14. September 2026
Gut gemachter Film über eine äußerst schwierige Zeit im mittelalterlichen England im ausgehenden 14. Jahrhunderts. Durch die vorangegangene Pestwelle wurde die Bevölkerung Englands von um die 5 Mio. Einwohner auf ca. 2,6 Mio. zurück. Durch den Mangel an Arbeitskräften wollten nun ihrerseits diejenigen, die die Arbeit verrichteten höhere Arbeitslöhne (Angebot und Nachfrage), der Adel wollte das nicht bezahlen. Löhne wurden auf das Vor-Pest-Niveau eingefroren und entzog sich so den Forderungen der Landarbeiter. Die Krone wurde dem Ganzen aufgesetzt, indem zur Finanzierung des 100-jährigen Kriegs eine Kopfsteuer eingeführt wurde. Diese müsste jeder in gleicher Höhe entrichten - ob Arm oder Reich. Der immer stärkere Druck auf die Landarbeiter brach sich Bahn, als die Eintreibung der Kopfsteuer 1381 äußerst brutal durchgeführt werden sollte. Aber auch eine zusätzliche Sondersteuer aufgrund einer Missernten und eine deutliche Erhöhung des Zehnten ließ das Fass zum Überlaufen bringen.

Ich habe immer wieder gelesen und gehört, der Film sei so düster. Aber für die betroffene Landbevölkerung war das eine düstere Zeit, denn in einem System von Kasten ohne große Möglichkeiten des Aufstiegs war das Leben düster. Mit 35 warst Du oftmals schon so langsam am Lebensende angekommen. Und das, was man durch die Hände Arbeit verdiente, das deckte bei weitem nicht der Deckung des Lebensbedarfs. Wie also soll diese Grundstimmung anders an die Zuschauer herangetragen werden? Es ist halt auch keine Inga Lindström Verfilmung.

Ich konnte mich gut in den Film und die Geschichte, die er erzählt, hineinzuversetzen. Gut, einiges ist halt auch 'Hollywood' aber es geht halt um Unterhaltung und nicht um Geschichtsunterricht und da reiht sich der Film in andere gut gemachte Filme mit historischem Hintergrund ein. Dass der Film dann auch in weiten Teilen in meiner fränkischen Heimat und meiner Geburtsstadt Nürnberg gedreht wurde, und wie diese Drehorte in Szene gesetzt wurden, macht diesen Film für mich auch noch zu etwas ganz speziellem.
Michael Gut
Michael Gut

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0,5
Veröffentlicht am 16. September 2026
Mieser Film, flache Handlung und unterirdische Dialoge! Das war’s eigentlich schon von meiner Kritik. Hab es keine Lust mehr bei 300 Zeichen zu schreiben.
Martin Weber
Martin Weber

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1,0
Veröffentlicht am 1. Oktober 2026
Diesen Film braucht kein Mensch langweilig Story für mich schon oft besser verfilmt.
Die Handlung plätschert ein wie gesagt schon oft gesehenes Thema der Film fesselt einen nicht die Figuren bleiben farblos
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