Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 24. Dezember 2023
Interessantes Biopic über eine Familie, die im Wrestlingzirkus mitmischt und sich nebenher auflöst. Wobei im Kino die sportliche Seite auffällig nebenherläuft, da sich auf der Leinwand zahlreiche gute Momente außerhalb vom Ring zwischenmenschlich abspielen. Das Wesen von Wrestling wird ein paar mal kurz und knapp sehr gut auf den Punkt gebracht, und ein wichtiger Sieg (in Anführungszeichen) kommt dementsprechend zirkusmäßig daher, also ohne das Ergebnis eines Wettkampfes gewesen zu sein. Die Personenseite in Verbindung mit den Schauspielern wirkt echt wie alles im Film. Die Machart dient der Sache ohne Glanz und Gloria live-dokuhaft. Für einen Schauspieler könnten mit dem Job sogar Nominierungen für Filmpreise rausspringen.
schade. da wäre mehr möglich gewesen. mehr charakter, mehr miteinander oder zumindest mehr wrestling. immerhin 130 min zeit lässt man sich,...um dann doch noch ein paar figuren zu zeigen und was ihnen passiert. was treibt sie an? warum rebelliert keiner gegen den vater? ist wrestling nur ein sport oder so viel mehr für die brüder? warum ist ihr vater so versessen? und warum werden oft nur hölzerne diakoge geführt? am ende liest sich der wikipediaeintrag zu den Van Erichs spannender, als der film ist. .. alle machen ihren schauspieljob gut. aber gerade für efron ist es am ende doch nicht die gelegenheit, sein muskelbübchen image, abzulegen.
Dem Wrestling-Fan ist die ganze tragische Geschichte der von Erich-Familie natürlich hinlänglich bekannt, aber selbst dann bleibt dieser Film noch interessant, aber weniger als Sportfilm denn als Familiendrama. Denn diese Familie, wie sie von Vater Fritz und Mutter Doris herangezogen wird, steht auf einem durch und durch toxischen Fundament. In immer wieder kleinen Szenen wird dies überdeutlich: Etwa, wenn Kevin mit einem Anliegen zu seiner Mutter kommt und sie ihn sofort abwürgt und mit den Worten “Dafür hast du doch deine Brüder” wegschickt. Oder wenn der Vater seinen Söhnen vor der Trauerfeier für ihren Bruder unmissverständlich einbläut, ja keine Träne zu zeigen. Und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, wenn die Brüder einer nach dem anderen zugrunde gehen, es ist nicht der “von Erich-Fluch”, der sie umbringt, sondern es sind die Eltern. Kein Platz für Emotionen, es zählt nur die Leistung, am Frühstückstisch wird immer das aktuelle Ranking der Lieblingssöhne vorgestellt, ja perfider und unmenschlicher geht es kaum. Erst in der sprichwörtlich letzten Szene darf Kevin dann auch mal weinen.
Von der sportlichen Seite her ist das Alles maximal eindrucksvoll gefilmt, die Wrestling-Szenen sind zahlreich und hervorragend choreografiert, dabei stets authentisch und mit feinem Gespür für die damalige Zeit. Dabei wird sehr schön die Wrestling-Atmosphäre der 70er und frühen 80er heraufbeschworen, fernab der bunten Popcorn-Welt der WWF (heute WWE). Schauspielerisch ist die Sache da schon komplexer. Zac Efron bildet ja irgendwie das Zentrum des Films und überzeugt vor allem in den Wrestling-Szenen durch seine enorme Physis. Maximal aufgepumpt und mit 70ies-Topfschnitt sieht er aus wie der legendäre Hulk aus der 80er-Fernsehserie – nur nicht so grün. Schauspielerisch ist da nicht wirklich viel los, war es auch noch nie. Aber generell darf man die ganz große Schauspielkunst in so einem Film eh nicht erwarten, am ehesten fallen da noch Maura Tierney und Jeremy Allen White auf.
FAZIT: Aufregendes und intensives Biopic über eine legendäre Wrestling-Familie. Tolle Mischung aus coolen Wrestling-Szenen und Familiendrama-Szenen, alles in allem nicht nur für Wrestling-Fans sehenswert!