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3,0
Veröffentlicht am 31. Januar 2023
Solides „Remake“ des dänischen Thrillers „Nightwatch“ allerdings mit etwas Punktabzügen in Bereich schauspielerische Besetzung - hier gilt nur das Original ist Legal !
Ansonsten „well done“ oder gut durch wie der Feinschmecker zu sagen pflegt……
Freeze reiht sich in einen von vielen Thrillern ein. Ein unbekannter Mörder, ein unschuldiger Verdächtiger, ein Ort. Dieser entspricht in diesem Fall einer Leichenhalle. Die Frage nach dem Mörder bleibt bis zur Auflösung ungeklärt. Das 'Finale' ähnelt schon bald einem Horrorfilm. Ein B-Movie, der Stark an Filme von Stephen King erinnert.
Das dänische Original war schon totlangweilig, jetzt versucht es Ole Bornedal mit demm exakt gleichen Film nochmal, hat sich dafür aber etwas Hollywood-Starpower eingefangen. Das macht aus dem Drehbuch aber noch immer kein spannendes und aus Ole Bornedal noch immer keinen guten Thriller-Regisseur. Und erwartungsgemäß kann sich dann sein eigenes Remake auch nicht wesentlich aus der Mittelmäßigkeit heraushieven. Die Story ist nicht besonders originell und leidlich spannend, schauspielerisch geht das alles auch in Ordnung. Alles in allem nix besonderes, muss man (ebenso wie das dänische Original) nicht gesehen haben!
Fun Fact am Rande: Der Film lässt es sich natürlich auch nicht nehmen, wieder mit uralten Psychopharmaka-Klischees daherzukommen. Das hier im Film genannte Medikament Thorazin ist tatsächlich eines der ältesten Antipsychotika, die wir kennen (Markteinführung 1954!) und schon seit Jahrzehnten aus dem psychiatrischen Alltag verschwunden, da es längst bessere Medikamente mit deutlich weniger Nebenwirkungen gibt, in Deutschland ist es seit 1988 (!) vom Markt. Und selbst wenn es zum Zeitpunkt des Films 1997 in den USA noch auf dem Markt war, so hat das selbst dort sicherlich kein Psychiater mehr verschrieben. Für das ebenfalls von Brad Dhourif in der Szene genannte Stelazine gilt das noch vielmehr, das hat noch mehr Nebenwirkungen und war in Europa nie zugelassen. Es muss wohl nicht extra gesagt werden, dass die Wirkung, die er da beschreibt („es bringt dich dazu, Hymnen zu singen, während du zusiehst, wie ein Baby unter einen Zug fällt“) absolut gar nichts mit der Wirkung von Antipsychotika zu tun hat. Die Szene gilt einzig und allein dazu wieder mal psychische Erkrankungen und deren pharmakologische Behandlung zu diffamieren und zu stigmatisieren. Und ja, auch, um Brad Dhourif als irren Arzt zu inszenieren, eine Rolle, die ihm ausgesprochen gut steht Und davon mal abgesehen, ist die Szene eigentlich ziemlich lässig: „Kennen Sie die Zin-Familie?“ – großartig!