Mother's Baby
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Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 17. Januar 2026
WASSERGÖTTER


Julia (Marie Leuenberger) und Georg (Hans Löw) lassen sich auf eine spezielle Behandlung ein, um ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Nach der problematischen Geburt des Sohns kommen der Mutter Zweifel zur Identität des Babys.

Ich habe „Mother’s Baby“ zur München-Premiere gesehen. Für das anschließende Q&A zu der Gemeinschaftsproduktion aus Österreich, Schweiz und Deutschland standen Marie Leuenberger sowie Kameramann Robert Oberrainer zur Verfügung.

Wie ist das, wenn jemand in eine Welt gerät, die von anderen nicht verstanden oder akzeptiert wird? Die österreichische Regisseurin Johanna Moder lässt ihre Protagonistin darunter leiden. Warum sollte da etwas nicht stimmen?! Julia strahlt als erfolgreiche Dirigentin eine starke Persönlichkeit aus, lebt in einem wunderschönen Eigenheim mit einem verständnisvollen Lebenspartner, und dem frischgeborenen Nachwuchs geht es blendend. In dieses herrlich heimelig anmutende Nest streut Moder sehr geschickt kleine mögliche Ungereimtheiten in die Geschichte, die Julia in eine Krise stürzen lassen. Da muss sogar ein süßer Axolotl zum Monster werden. Berechtigte Bedenken, nur eine ausgedehnte Wochenbettdepression oder ein Mix daraus? Das bleibt in diesem als Thriller ausgelegten Werk spannungserzeugend ewig offen, Langeweile: Fehlanzeige. "Mother's Baby" bleibt stets im Fluss, auch die Zeitsprünge zu Beginn sind gut gesetzt.

Julia wird von der Situation erdrückt. Moder gibt der Spirale dieser Pression eine besondere Energie, wenn sich die wichtigsten Personen in Julias Leben allmählich gegen sie stellen. Dazu kommt das medizinische Personal, das wie selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben ist, allen voran Dr. Vilfort (Claes Bang). Yorgos Lanthimos musste einem Jugendlichen gegen die Ohnmacht im Streit mit einem Arzt magische Kräfte verleihen („The Killing of a Sacred Deer“, 2017). Claes Bang passt hervorragend in das Konzept von Moder, denn der Däne strahlt in seiner Rolle eine gewisse Ambivalenz aus. Julia geht die Kraft bald aus. Marie Leuenberger spielt die selbstbewusste Dirigentin, deren seelischen Verfall sowie zwischenzeitliche Besserungen extrem intensiv und reichlich nuanciert, eingefangen in vielen starken Nahaufnahmen. Beim Q&A wurde deswegen auf Anfrage vergewissert, dass die Aufnahmen nicht chronologisch erfolgten. Leuenberger gab an, dass das Drehbuch (Johanna Moder, Arne Kohlweyer) die emotionalen Zustände der Julia sehr ausführlich beschreibe.

Moder liefert einen Spannungsfilm ab, der durch die Fesselung des Publikums und die brillante Hauptdarstellerin gewinnt.
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