MIT EINEM HUF DEN TÜRKNAUF ÖFFNEN
Xana will mit ihrem Sohn Benji einfach nur ein schönes Fest erleben. Dafür fahren sie zum Anwesen von Benjis Oma, klingt harmlos, wäre da nicht ein riesiges, mutiertes Rentier, das schon auf der Landstraße Lust auf Menschenfleisch bekommt. Im vermeintlich sicheren Haus wartet bereits die widerwärtige Verwandtschaft, mit Bambi im Vorgarten.
Bambi – Die Abrechnung geht ca. 80 Minuten, ab 16 Jahren freigegeben und ist der neueste Versuch, die Kindheit kollektiv zu ruinieren. Aus dem Twisted Childhood Universe, also der Filmreihe, die schon mit Winnie the Pooh: Blood and Honey bewiesen hat, dass man Horror auch ohne Talent drehen kann. Aber hey, diesmal gibt’s wenigstens ein echtes Monster und keine Praktikanten mit Gummimasken.
Natürlich ist das alles ganz großer Käse, mit so vielen Fehlern, dass die Macher wohl ganze Tomatenplantagen auf den Augen hatten. Jedoch hat der Streifen unfreiwillig Humor, wenn Bambi durch eine Wand brechen will, aber vorher brav die Tür aufmachen muss, eher es die Wand einreißt.
Die Story? Gibt’s kaum. Bambi sucht sein Kitz und die Menschen benehmen sich wie ihre eigene Darwin Auswahl. Mitfiebern ist nicht, eher ein beten das alle endlich das zeitliche Segnen.
Die Effekte sind immerhin die besten des Franchises, auch wenn Bambis Größe hier und da mal schwankt.
Das Finale kommt so abrupt, dass man glaubt, der Cutter hätte früh Feierabend machen wollen. Kaum Spannung, kaum Kreativität, aber immerhin vorbei.
Unterm Strich bleibt ein weiterer Trash Beitrag, der wenigstens etwas Charme hat, oder wenigstens die Illusion davon. Bambi ist besser als Winnie Pooh, was aber nicht viel heißt. Eine in zwei Hälften geteilte Person lebt weiter. Die Jäger sind frustriert, weil man das Kitz befreit hat (hätte man halt ein Schloss dran gemacht). Jedes Klischee was man kennt wird bedient.
3,5/10 Punkten. Ein 800kg schweres Reh, schnaufend und Knurrend wie ein Löwe kann besser schleichen als jeder Ninja.
Im Wald. Bei Nacht. Weisste Bescheid.