Talk To Me
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Emanuel Niedermayer
Emanuel Niedermayer

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0,5
Veröffentlicht am 29. August 2023
Sry aber das war ein ganz ganz ganz mieser Horrorfilm! Hätte niemals gedacht dass die schlechtesten Horrorfilme die ich je sah, nämlich "The Boogeyman" und "Winnie Pooh - Blood and Honey" nochmal unterboten werden können. Der Film erfüllt als "Horrorfilm" definitiv nicht das was ein Horrorfilm tun sollte - Gähnende Leere und Langeweile bis zum Schluss, keine Schockmomente und keine Spannung. Mit Logik hatte der Film Da war selbst der Winnie Pooh noch spannender, tut mir leid. Logisch war der Folm auch nicht wirklich, tut mir leid ein Satz mit x das qar nix!
Cursha
Cursha

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4,5
Veröffentlicht am 24. November 2023
Es ist immer wieder erfrischend mit anzusehen, wenn im Genre des Horror mal wieder eine starke Umsetzung um die Ecke kommt, die auch nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Danny und Michael Philippou sind eigentlich YouTuber, haben sich aber hier an ihr erstes Regieabenteuer gewagt und dieses ist mehr als gelungen. Auch wenn "Talk To Me" das Genre nicht neu erfindet, so nimmt er die bekannten Elemente und spinnt etwas gelungenes daraus. Das Intro haut schon einmal richtig ein und hat einen ersten, extrem unangenehmen Moment, der später nochmal deutlich überboten wird. Zwar verzichtet der Film oft auf diese Gewaltspitzen und lässt sich den Horror langsam entfalten, aber wenn die Schocker einsetzen dann richtig. Großer Pluspunkt ist, dass die Figuren zunächst glaubhaft und authentisch eingeführt werden und wir uns auch um ihr Wohl sorgen. Auch wenn Figuren im Laufe des Filmes, aus unserer Sicht, "dumm" handeln, so ist es für den Charakter durchaus logisch, da es schlicht zu ihrer privaten Agenda passt. Hierbei muss man auch die Darsteller loben, die eigentlich alle Newcomer sind, aber fantastisch aufspielen. Besonders Hauptfigur Mia ist hervorragend aber auch Joe Bird als Riley durchläuft eine echte Tour De Force. Einzige bekannte Darstellerin ist hier Miranda Otto, die eine ebenfalls starke Performance abliefert. "Talk To Me" macht durchaus Spaß, wenn man sich den Film mehrfach ansieht, da viele Elemente schon früh eingebaut werden, die später wieder eine Relevanz haben und so ist dann auch das Ende sehr niederschmetternd.
challengesbya.d.2k
challengesbya.d.2k

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3,5
Veröffentlicht am 31. Juli 2023
Ein einigermaßen gelungener Horrorfilm. Der Film macht vieles richtig, aber einen vom Hocker reißen, schafft der Film nicht wirklich. Es gab wenige gute Jumpscares. Die Handlung ist in Ordnung, jetzt nicht allzu spannend. Insgesamt ist "Talk to me" ein guter Horrorfilm, den man sich gelegentlich anschauen kann.
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,5
Veröffentlicht am 20. August 2023
Dieser Film nimmt dich nicht an die Hand!

Vorweg: Keine Spoilergefahr!

Filme von Youtubern sind eigentlich immer ein Freifahrtschein in die cineastische Hölle. Selbst der große James Rolfe (aka The Angry Video Game Nerd) schuf einen sehr enttäuschenden Film, obwohl seine Videos normalerweise echt stark sind. Doch nun wurde der Fluch gebrochen!
Die Zwillingsbrüder Daniel und Michael Philippou aus Australien sind bei Youtube unter dem Namen RackaRacka bekannt und produzieren dort seit 2013 unfassbar starke Sachen. Comedy, Action und viel Blut ist auch zu sehen. Die beiden haben großartiges Entertainment hervorgebracht und beherrschen ihr Fach, doch der Sprung zu Hollywood ist groß und schwer. Doch beide wollten einen Film drehen und zwar einen Horrorfilm. 2022 kam „Talk to Me“ heraus (Adelaide Film Festival) bzw. für 95 Prozent der Welt erst 2023. Als hätten es Youtuber nicht schwer genug einen guten Film zu produzieren: Das Horrorgenre hat ebenfalls seine Durchhänger. Klar ab und zu kommt etwas wie „Hereditary“ oder „Der Leuchtturm“ daher, aber daneben gibt es weiterhin viele „Conjuring´s“, „Annabelle´s“ oder „The Nun´s“. Daher freut es mich umso mehr, wenn ich sage, dass „Talk to Me“ rockt. Der Film ist in so vielen Bereichen ein Erfolg: Als Debüt zweier junger Regisseure, als eigenständiger Film selbst und vor allem als Horrorwerk!

Mia und ihre Freunde gehen eines Tages auf eine ganz besondere Party: Es gibt Videos von besessenen Kindern und Jugendlichen, die eine mysteriöse Hand anfassen, doch nur wenige glauben, dass es echt ist. Als Mia und ihre Freunde Jade und Riley schließlich bei einer dieser Séancen dabei sind, merken sie jedoch schnell, was hinter dem Ganzen steckt…

Wie immer muss man nicht wirklich viel wissen, um diesen Film genießen zu können! Auch die Trailer geben leider etwas zu viel preis, auch wenn sie trotzdem gut gemacht sind.

„Talk to Me“ ist ein wundervolles Horrorerlebnis. Daniel und Michael Philippou schufen einen fesselnden und frischen Genre-Film, der so viele starke Aspekte hat. Da wäre in erster Linie natürlich die Regie der beiden. Wow! Die Brüder verstehen ihr Werk. Und vor allem als Regiedebüt ist „Talk to Me“ beeindruckend. Dabei ist es nicht nur das Konzept des Films, das überzeugt und mitreißt, es sind auch die vielen verschiedenen Facetten, die das Ganze hat. Die Phili-Brüder kritisieren gekonnt das aktuelle, mediale Verhalten von Kids und Jugendlichen und machen dies zu einer Grundthematik des Films. Und in meinen Augen geht das auf! So viele andere Vertreter dieses Genres wirken plump und predigend, wenn sie Social Media und Handys mit einbauen. Nicht dieser!

Neben dem teils verstörenden Horror und den bedrückenden Themen, schafft es der Film jedoch auch sich Zeit für ein paar heitere und wirklich witzige Momente zu nehmen. Diese wirken nicht forciert oder konstruiert, sondern natürlich und charmant.

Ein weiterer, großer Punkt, der diesen Film so stark macht, ist die schauspielerische Leistung von einfach jedem. Sophie Wilde als Mia ist großartig, sie ist wirklich eine Entdeckung. Miranda Otto, die man vor allem als Eowen aus „Der Herr der Ringe“ kennt, ist fantastisch als Mutter und die beste Film-Mum seit einer Weile. Ein heimlicher Star ist für mich aber Joe Bird als junger Riley. Ich weiß nicht, wie alt Bird zur Zeit des Drehs hier war, aber für mich ist er einer der besten Kind-Darsteller, die ich je gesehen habe! Ei durch und durch starker Cast, der die Figuren glaubhaft und dreidimensional macht. Mithilfe des tollen Drehbuchs (bei dem Danny Philippou mitschrieb) entstehen wirklich echte und sympathische Figuren. Vo allem aber schaffen es die beiden Regisseure glaubhafte Jugendliche darzustellen, das ist etwas, das nur wenige schaffen. Ich liebe besonders die Art, wie die Kids mit dem paranormalen Dämonenkram umgehen. Statt ihn zu meiden, zelebrieren und filmen sie ihn. Und das ist leider aus heutiger Sicht kein Ding der Unmöglichkeit mehr…

Auch technisch rockt der Film. Die Kamera von Aaron McLisky ist wundervoll und kreativ und das Sounddesign spitze. Hinzu kommt ein dichter Score von Cornel Wilczek und ein wie ich finde meisterhafter Schnitt von Geoff Lamb. Zudem setzte das Team auf praktische Effekte, statt auf CGI, was ich natürlich immer begrüße. Doch der größte Pluspunkt dürfte für mich der Verzicht auf billige Jump Scares sein. Ja, ein oder zwei Erschrecker gibt es im Film, aber die sind nicht nur gut gemacht, sondern auch gerechtfertigt. Ansonsten lebt der Film von einer unfassbar dichten Atmosphäre, die immer fesselnder und verstörender wird bis hin zum verrückten Finale!

Fazit: „Talk to Me“ ist ein Erfolg und man merkt dem Ganzen an, dass es mit Herzblut und einer klaren Vision gedreht wurde. Nicht nur der beste Horrorfilm seit einiger Zeit für mich, sondern auch einer der besten Filme des Jahres bisher! Junge, kreative Filmemacher wie die Philo-Brüder sollten unterstützt und gefördert werden. Ich bin froh, dass das große Studio A24 den Film in Amerika vertrieben hat, so erhält das Ganze deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Tatsächlich sind beide Regisseure an der Fortsetzung zu diesem Film am arbeiten. Das macht mich zwar etwas nervös, aber wenn sie mit der gleichen Leidenschaft an das Projekt gehen, wie an dieses, dann dürfte auch Teil 2 ein Erfolg werden.
Der Krämer
Der Krämer

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0,5
Veröffentlicht am 31. Dezember 2023
Vorsicht, dieser Film verschwendet leider nicht nur eure Zeit, nein...er verblödet den Zusehenden aktiv, Minute für Minute...
Aber was sind meine Probleme mit diesem Streifen?

1. Dieser Film schafft es, die mit Abstand untalentiertesten Schauspieler dieses Planeten in einen Film zu packen.
2. Für die grandiosen Dialoge wurden wohl Wortschnipsel in ein Affengehege geworfen, die dann wahllos aufgehoben und zusammengefügt wurden. Garniert wird dieses sinnlos zusammengetackerte Etwas von Worten, mit Begriffen, die wohl jemand aufgeschrieben hatte, der sich nicht eingestehen kann, dass er so langsam alt wird. Aber hey für ältere sind die Dialoge somit bestimmt voll hipp und knorke(das sagen doch bestimmt heutzutage die jungen Leute?)
3. Die Charaktere allesamt, handeln völligst realitätsfern...und Warnung Spoiler! Aber hier wird ein junger Kerl von Toten heimgesucht, halb tot geprügelt und ein Auge halb rausgerissen...was passiert kurz danach... alle reden wieder miteinander als wäre nichts gewesen und noch besser...natürlich gehen die Spiele mit der Hand weiter...
4. Was darf in so einem hippen Edelstreifen unserer Neuzeit nicht fehlen? Richtig, etwas Ekelhorror. Warum? Na damit junge Kids ihren Freunden in der Schule berichten können, was sie gestern in ihrem Kinderzimmer gesehen haben, als Papa und Mama geschlafen haben. Wir sehen Menschen die sich Augen ausreißen, oder an anderen ihren Füßen lutschen...weil hey die lutscht einfach an dem Typen seinen Füßen, das ist ja wohl voll krass?
Und jetzt kommt mit Abstand das Ekelhafteste...wir sehen eine 10 Sekunden Sequenz, bei der ein Typ nen Zungenkuss mit einem Hund hat. Wollen wir hier über Tierschutz reden? Denn hier wurde wohl nicht mit CGI gearbeitet(leider)...

Naja nach kurzer Recherche fand ich eine entscheidende Sache raus, die alles erklärt...dieser Film stammte wohl aus der Feder zweier YouTuber...
Aber hey, für was gibt es den Beruf, Autor oder Regisseur, wenn es auch zwei Dullies aus dem Internet irgendwie bestimmt wuppen können...

Alles in allem...Falls ihr noch jung seid, jedoch die Schule euch langweilt, weil sie euch unterfordert, ihr aber keine Klassenstufen überspringen möchtet. Schaut diesen Film, aber Obacht, ich empfehle maximal einmal, da ihr sonst wohl auf Grundschulniveau zurückfallt.

Ich hab jetzt meinen Fernseher zur Sicherheit in die Tonne getreten und gehe raus in die Nacht, um meine soeben verlorenen Gehirnzellen wieder zu finden...
Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 24. April 2023
Hand in Hand

Jugendliche nehmen auf einer Party aus Vergnügen Kontakt zu mehreren Verstorbenen auf. Dem jüngeren Riley (Joe Bird) wird der Zugang nach kurzer Diskussion für eine kürzere als die übliche Zeit gewährt. Als er die unter ungeklärten Umständen verstorbene Rhea (Alexandria Steffensen) durch sich sprechen lässt, verzögert deren Tochter Mia (Sophie Wilde) die Beendigung der Séance.

„Talk to me“ wurde auf den Fantasy Filmfest Nights 2023 vor dem Kinostart aufgeführt.

Handlungen, die spiritistische Sitzungen zum Inhalt haben, gibt es zuhauf, denn der Umgang mit der Welt der Toten hat schon viele Filmemacher auf den Plan gerufen. Tim Burton z.B. pflegt hier einen skurrilen Umgang, da er gerne gewisse Vorteile dieses Reichs auf die Leinwand projiziert, siehe „Corps Bride“ (2004). Ein herrlicher Spaß, gar nicht so furchterregend. Die auf der Plattform YouTube gemeinsam aktiven Brüder Danny und Michael Philippou bestreiten ihr Kinodebüt über eine härtere Gangart. Dämonen oder teuflische Wesen sind dabei gar nicht notwendig, es reichen die Abbilder derer, die man vorher als lebende Menschen kannte.

Das Regie-Duo packt das Publikum über die emotionale Ebene. Gruseliges ist als eklig gestaltetes Beiwerk angehängt, denn so manch Angerufener und die später ungewollt Erscheinenden sehen hässlich aus. Ebenfalls creepy ist die Verbindungsaufnahme. Die Stärke dieses Films liegt jedoch in dem vielschichtig behandelten sozialen Band. Das Verhältnis der jungen Mia zum Vater (Marcus Johnson) ist problematisch. Sie hat in Jade (Alexandra Jensen), Riley sowie deren Mutter (Miranda Otto) eine neue Familie gefunden. Ihren Ex-Freund (Otis Dhanji) musste Mia allerdings an Jade abgegeben, was aber die Beziehungen (zunächst) nicht belastet. Sophie Wilde agiert mitreißend intensiv. Das muss sie jedenfalls, denn ihre Rolle ist von den Philippou-Brüdern ausgelegt auf das verzweifelte Flehen einer unsteten Heranwachsenden nach Zuneigung, und zwar bis zum schlüssigen Finale, welches als Abschlussschmankerl eine weitere Perspektive preisgibt.

Hinzu kommt die recht gut gelungene Verknüpfung zur fantastischen Ebene, die nicht so immanent, nicht so komplex mit der Hauptfigur verwoben wirkt wie z.B. bei „Thelma“ (2017 von Joachim Trier) oder „Mother!“ (2017 von Darren Aronofsky). Oder anders ausgedrückt: Die Geschichte hätte nur leicht modifiziert auch ohne Geister funktioniert.

„Talk to me“ zeigt begeisternd inszenierten Coming-of-Age-Horror, der eine für das Genre ungewöhnlich leidenschaftliche Tiefe erreicht.
King17
King17

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5,0
Veröffentlicht am 10. Januar 2025
Ein kranker Horrorfilm, der es in sich hat. Die Handlung ist extrem spannend, des Weiteren bietet der Film einige tolle Jumpscares, einen guten Horrorfaktor und ein Psychoeffekt. Die Besetzung passt so. Insgesamt ist der Film ein Horror-Meisterwerk.
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

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3,5
Veröffentlicht am 22. April 2023
Man muß nicht jedes al das Genre neu erfinden, es reicht oftmals schon, wenn man bekannte Motive einfach nur frisch und kreativ vereint – das ist hier geschehen. Mit minimalen und effektiven Mitteln wird ein von der Story her typischer Geistergrusler erzählt, aber dieeinzelnen Bausteine fallen undglaublich gut aus. Die Hauptdarstellerin ist eine Wucht, die Szene in der sich jemand selbst verletzt ist an Härte kaum zu toppen und die stetigen Wendungen sind so oftmals nicht zu erahnen. Bis hin zur Schlußpointe hat man hier anderthalb Studnen kompakten Horor mit Pfiff.

Fazit: Effektiv mit zuweilen sehr krativen und simplen MEthoden!
FILMGENUSS
FILMGENUSS

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3,5
Veröffentlicht am 13. November 2023
SHAKEHANDS MIT DEN TOTEN

Einmal nur einen Blick ins Jenseits erhaschen. Wäre das nicht was? In Flatliners reizte diese Vorstellung eine Gruppe junger Medizinstudenten so sehr, dass sie den Wahnsinn beging, sich selbst sterben zu lassen – um dann wieder reanimiert zu werden. Doch das Diesseits hat Regeln und Grenzen. Man sollte schon mit einer gewissen Endgültigkeit das Zeitliche segnen, um in den Genuss der Wahrheit am anderen Ufer des Styx zu kommen. Der Fährmann Charon fordert nicht umsonst einen Tribut, und wenn dann manche wieder umkehren, um daheim zu prahlen, wie cool das nicht war, das Licht am Ende des Tunnels gesehen zu haben, so ist das fast schon als Missbrauch einer „göttlichen Ordnung“ zu verstehen. Überdies bringt so eine Vermengung der Dimensionen einiges in Unordnung. Nebenwirkungen sind die Folge, Geister lassen sich sehen, Albträume plagen die Probanden.

Auf ähnliche Weise treibt es die Partygesellschaft im vorliegenden australischen Horrorfilm ziemlich bunt. Doch diese jungen Leute hier sind weder Studenten noch streben sie eine noch so geartete wissenschaftliche Erkenntnis an. Für diese Jungs und Mädels ist das Spiel mit der Unterwelt sowas wie Activitiy für die Generation Scheißdrauf. Die auf Social-Media-Kanälen jeden Schwachsinn zum Trend macht und dabei ablacht, als gäbe es kein Morgen mehr. Statt Flaschendrehen heißt es diesmal Händeschütteln, was erstmal nicht so spannend klingt, doch in Wahrheit ist diese Hand, die es zu berühren gilt, eine magische. Genauer gesagt die eines verblichenen Nekromanten, dessen Kräfte aber immer noch in seinen Extremitäten stecken, die man ihm abgenommen hat. Dieser mumifizierte Griffel also steht auf dem Couchtisch im Eigenheim von irgendeinem Young Adult, der das Ganze natürlich filmt und online stellt. Die Challenge ist, diese Hand zu ergreifen und die verheißungsvollen Worte Talk to Me zu rezitieren. Sodann erscheint aus dem Nichts ein Geist, der nicht weiß, wie ihm geschieht, der aber die Möglichkeit in Betracht zieht, wieder mit seiner heißgeliebten Welt zu kommunizieren, die er einst verlassen hat müssen.

Es wäre kein Horrorfilm, würden diese Toten nicht in ihrem ramponierten Letztzustand erscheinen, von Krankheit und Fäulnis gezeichnet oder schwer verletzt. Milchige Augen starren auf den mutigen Diesseitler, der seine Grenzerfahrung noch mit den Worten Ich lass dich rein so weit steigern kann, dass der Tote in den Körper des Lebenden dringt. Es ist, als würde man sich einen nassen Socken mit nur einer Hand anziehen – bei manchen gelingt das leichter, bei manchen wird’s zur Tortur. Auch die junge Mia (Sophia Wilde), deren Mutter an einer Überdosis Schlaftabletten verstorben ist, pfeift auf die Ordnung der Dinge und triggert das Chaos. Jedes Mal ist das Triezen der Toten ein Kick für alle. Es wird gestaunt, gealbert und verarscht. Und irgendwann will auch der kleine Bruder von Mias bester Freundin ran. Dass Kinder wohl eher davon lassen sollen, sagt schon die Vernunft, doch davon besitzen all die Anwesenden nicht viel. Der Trip wird zum Desaster, die Toten finden einen Weg zu bleiben. Es muss nur der lebende Körper sterben, um übernommen zu werden.

Von Social Media für (oder gegen) Social Media und darüber hinaus: Die Brüder Danny und Michael Philippou, die mit ihrem zweifelhaften Youtube-Kanal RackaRacka immer wieder für Aufsehen und Kontroversen sorgen, haben ihren ersten Spielfilm gedreht – und lassen mit ihrem Die-Geister-die- ich-rief-Grusel auch wirklich nichts anbrennen. Wo Flatliners noch eher im Spielfeld der Mystery zu verorten war, spielt Talk to Me die Nihilismus-Karte aus. Dabei ist der Thriller bei weitem nicht nur darauf aus, sein Publikum zu erschrecken und mit blutigen Gewaltspitzen zu verstören. Ihren Film treiben so manche seelische Traumata um, die mit Verlustangst, Trauer und Verantwortung zu tun haben. Gerade letzteres, nicht nur gemünzt auf das digitale Sodom und Gomorrha, auf das wohl jeder noch so grüne, unbedarfte Halbwüchsige Zugriff haben kann, wird zur großen Gretchenfrage in einer Dekade, in der alles gefakt, alles erlaubt und Respekt dem Spaß im Wege steht. Den dahinterstehenden Hedonismus verbindet ein Gefühl des Abfeierns bis zum Weltuntergang, denn der, könnte man meinen, steht kurz bevor. In diesem emotionalen Dunst aus Alkohol, frechen Sprüchen und Selbstmitleid haben die Toten leichtes Spiel. Man könnte nun vermuten, dass die im Jenseits böse sind, doch sie werden getrieben von einem radikalen Eigennutz, der beunruhigt. Immer wieder dringt Talk to Me in eine panikmachende Düsternis vor, die vor allem die Furcht vor einer Sache verbreitet: dem Alleinsein.

Einsamkeit ist hier der wahre Horror. Einsamkeit in vielerlei Gestalt. Entweder, nicht verstanden, nicht gehört oder im Stich gelassen zu werden. Jeder stirbt für sich allein – und bleibt es schließlich auch. Die Isolation im Dies- und Jenseits ist das Entsetzen, weniger die Bilder der gruseligen Toten, die in perfektem Make-up die Lebenden heimsuchen. Dazwischen immer wieder Skizzen eines Psychogramms von Protagonistin Mia, die ihren Trip in oder durch die andere Welt zum Kreuzweg werden lässt. Talk to Me ist somit nichts für schwache Nerven, ein Horrordrama mit Gewicht, aber nicht schwermütig. Stattdessen neugierig, in offenen Wunden bohrend und in den Abgrund blickend. Der blickt bereitwillig zurück.
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Thomas Z.
Thomas Z.

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4,0
Veröffentlicht am 3. Januar 2025
Zwei Dinge waren mir im Vorfeld meiner Erstsichtung des Horror-Films "Talk to me" bekannt. Regiedebütanten sind zwei kalifornische Brüder australischer Herkunft, die seit geraumer Zeit einen erfolgreichen You-Tube-Kanal betreiben. Als Studio konnte man A24 für sich gewinnen.
Ich war also gespannt: die erste Information ließ meine Erwartungshaltung gen Null tendieren, die zweite Info machte mich sehr neugierig!
"Talk to me" fesselt von Anbeginn. Einstieg mit einem irritierenden Paukenschlag, der nichts verrät, aber Wirkung zeigt. Atmosphärisch ist der Film clever aufgebaut. Wieder bekommen wir es mit Teenies zu tun, wie so oft in diesem Genre, aber Achtung: die bieten mehr als nur solides Acting, das wirkt glaubhaft und schafft Identifikationspotential, was atmosphärisch noch eine Schippe drauflegt. Ich habe mitgefiebert und wurde auch emotional getoucht.
Im Horror-Genre sollte man die Logik nicht überbewerten, auf metaphysischer Ebene spielt sie eine nur untergeordnete Rolle. Hier ist Kreativität, Effektivität und atmosphärische Dichte gefragt, und das liefert "Talk to me".
Ich freue mich riesig auf eine Fortsetzung!
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