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Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 30. Juli 2023
Mit so gewöhnlichen Zutaten ist es schwierig 2023 inhaltlich zu beeindrucken. Das Grauen ist nur wegen einer Hand in Zusammenhang mit Handy und Internet nicht von der Stange, und die Schauplätze bieten Null Lokalkolorit. Dass der Film meine Aufmerksamkeit jederzeit oben hielt, lag zuerst an der Allerwelts-Personenseite, die Teenager sind keine Nervensägen und auch nicht egal, in Verbindung mit den Schauspielern, die ein Plus sind, sowie am Fehlen von idiotischem Treiben im Film und bei der Machart. Talk to Me ist jedoch zu gewöhnlich und nicht interessant genug, um aus der Horrorfilm-Masse weit herauszuragen.
War gestern im Kino und habe den Film einfach nur genossen. Das ist mal was ganz anderes wie die üblichen Horrorfilme. Definitiv ist das der beste Horror den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Kann nur jedem empfehlen den Film im Kino zu sehen, da die Atmosphäre bei dem Flm so wichtig ist und die kommt im Kino viel besser rüber.
Jugendliche nehmen auf einer Party aus Vergnügen Kontakt zu mehreren Verstorbenen auf. Dem jüngeren Riley (Joe Bird) wird der Zugang nach kurzer Diskussion für eine kürzere als die übliche Zeit gewährt. Als er die unter ungeklärten Umständen verstorbene Rhea (Alexandria Steffensen) durch sich sprechen lässt, verzögert deren Tochter Mia (Sophie Wilde) die Beendigung der Séance.
„Talk to me“ wurde auf den Fantasy Filmfest Nights 2023 vor dem Kinostart aufgeführt.
Handlungen, die spiritistische Sitzungen zum Inhalt haben, gibt es zuhauf, denn der Umgang mit der Welt der Toten hat schon viele Filmemacher auf den Plan gerufen. Tim Burton z.B. pflegt hier einen skurrilen Umgang, da er gerne gewisse Vorteile dieses Reichs auf die Leinwand projiziert, siehe „Corps Bride“ (2004). Ein herrlicher Spaß, gar nicht so furchterregend. Die auf der Plattform YouTube gemeinsam aktiven Brüder Danny und Michael Philippou bestreiten ihr Kinodebüt über eine härtere Gangart. Dämonen oder teuflische Wesen sind dabei gar nicht notwendig, es reichen die Abbilder derer, die man vorher als lebende Menschen kannte.
Das Regie-Duo packt das Publikum über die emotionale Ebene. Gruseliges ist als eklig gestaltetes Beiwerk angehängt, denn so manch Angerufener und die später ungewollt Erscheinenden sehen hässlich aus. Ebenfalls creepy ist die Verbindungsaufnahme. Die Stärke dieses Films liegt jedoch in dem vielschichtig behandelten sozialen Band. Das Verhältnis der jungen Mia zum Vater (Marcus Johnson) ist problematisch. Sie hat in Jade (Alexandra Jensen), Riley sowie deren Mutter (Miranda Otto) eine neue Familie gefunden. Ihren Ex-Freund (Otis Dhanji) musste Mia allerdings an Jade abgegeben, was aber die Beziehungen (zunächst) nicht belastet. Sophie Wilde agiert mitreißend intensiv. Das muss sie jedenfalls, denn ihre Rolle ist von den Philippou-Brüdern ausgelegt auf das verzweifelte Flehen einer unsteten Heranwachsenden nach Zuneigung, und zwar bis zum schlüssigen Finale, welches als Abschlussschmankerl eine weitere Perspektive preisgibt.
Hinzu kommt die recht gut gelungene Verknüpfung zur fantastischen Ebene, die nicht so immanent, nicht so komplex mit der Hauptfigur verwoben wirkt wie z.B. bei „Thelma“ (2017 von Joachim Trier) oder „Mother!“ (2017 von Darren Aronofsky). Oder anders ausgedrückt: Die Geschichte hätte nur leicht modifiziert auch ohne Geister funktioniert.
„Talk to me“ zeigt begeisternd inszenierten Coming-of-Age-Horror, der eine für das Genre ungewöhnlich leidenschaftliche Tiefe erreicht.
Man muß nicht jedes al das Genre neu erfinden, es reicht oftmals schon, wenn man bekannte Motive einfach nur frisch und kreativ vereint – das ist hier geschehen. Mit minimalen und effektiven Mitteln wird ein von der Story her typischer Geistergrusler erzählt, aber dieeinzelnen Bausteine fallen undglaublich gut aus. Die Hauptdarstellerin ist eine Wucht, die Szene in der sich jemand selbst verletzt ist an Härte kaum zu toppen und die stetigen Wendungen sind so oftmals nicht zu erahnen. Bis hin zur Schlußpointe hat man hier anderthalb Studnen kompakten Horor mit Pfiff.
Fazit: Effektiv mit zuweilen sehr krativen und simplen MEthoden!