Backrooms
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,5
Veröffentlicht am 6. Juli 2026
„We all have our loops. Our habits. Behaviors that keep us walking in circles.“

Kane Parsons ist gerade mal 21 Jahre alt (Stand 2026) und hat bereits seinen ersten Film heraus gebracht. Wow. Alles begann mit seinen YouTube-Videos zu den sogenannten Backrooms. Was als ein kurioses 4 Chan-Bild begann, entwickelte sich schnell zu einer gigantischen und wahrlich faszinierenden Lore. Anfang 2022 prägte Parsons (oder auch Kane Pixels) diese düstere und geheimnisvolle Welt mit seinen qualitativ hochwertigen Kurzfilmen. Und schnell gewannen diese an Popularität und zwar so rasant, dass A24 dem jungen Mann das Budget für einen eigenen Film in die Hand drückte. Und als das bekannt wurde und der erste Trailer erschien, war mein Interesse immens hoch, da ich selbst von den gelben Backrooms fasziniert bin. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich keinen Film so sehnlichst erwartet habe, wie „Backrooms“! Mit großen Stars wie Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve, großen Produzenten wie James Wan hatte Parsons ein wahrlich starkes Team hinter sich. Und was soll ich sagen… Die Rechnung ging tatsächlich auf!

Anfang der 90er: Clark wurde von seiner Frau rausgeschmissen und versucht seinen Frust in Alkohol und einem neuen Möbelgeschäft zu ertränken. Während der Alkohol funktioniert, fehlt es an Kunden. Auch seine Psychotherapeutin Mary ist überfordert. Doch eines Tages entdeckt Clark einen mysteriösen Gebäudekomplex unter seinem Laden…

Das Konzept der Backrooms ist unendlich faszinierend, besonders für das Horrorgenre. Ein alptraumhaftes Labyrinth mit unheimlichen Wesen? Guter Stoff für YouTube. Aber kann das Ganze auch in Filmlänge funktionieren? Ja, kann es! Denn Kane Parsons und A24 schufen für die Backrooms eine ganz neue Ebene mit diesem Projekt. Was bedeutet es allein zu sein? Wie ist es vergessen zu werden oder nicht mehr relevant zu sein? Existenzielle Fragen, die dieser Horrorfilm nicht nur aufgreift, sondern ästhetisch und intelligent umsetzt. Da geht es nicht nur um gruselige Erkundungen von absurden, leeren Bürogebäuden, sondern um die Auseinandersetzung von verschiedenen Figuren mit sich selbst.

Meine größte Sorgen waren die Dialoge und die Figuren selbst. Und ja, der Star sind die Backrooms selbst, die kuriosen und düsteren Ecken, die Clark und Co entdecken, dennoch war ich wirklich erstaunt, wie gut der Rest des Films ist. Das Drehbuch ist absolut solide und stellenweise auch wirklich gut. Die beiden starken Protagonist*innen tragen mit ihrem Spiel dazu bei, dass das Alles Substanz und Seele hat. Und selbst die etwas wilderen Momente wirken dadurch nicht weniger düster, im Gegenteil.

Spätestens ab der Hälfte hatte mich der Film mit seinem wirklich genialen Konzept mitgerissen und gefesselt. Selten denke ich mir bei einem Film, wenn er endet: „Ich will mehr sehen!“ Parsons gibt hier einen düsteren Einblick in die Backrooms, der praktisch Potential für unzählige weitere Filme gibt. Und nein, eigentlich bin ich eher für einen eigenständigen Film, was „Backrooms“ absolut ist. Doch das hier ist eine Welt, die so viel bösen (Achtung Wortspiel) Spielraum bietet, dass ich den Film sofort nochmal schauen könnte.

Ohne Zweifel sind es die technischen Aspekte, die „Backrooms“ zu dem machen, was es ist: Statt reinem CGI (wie in den Kurzfilmen), baute man hier ein riesiges Set und nutzte CGI nur in den wirklich notwendigen Momenten. Eine perfekte Symbiose, die von einer extrem starken Kameraarbeit (Jeremy Cox) gestützt wird. Auch die Einbindung von Found Footage-Material, welches die Kurzfilme so ausgemacht hat, ist begründet und ein toller Überhang vom Internetphänomen zum cineastischen Kunstwerk!

Zu guter letzt noch der Score von Parsons selbst und Edo van Breemen: Die düstere, abstrakte Musik, die wie ein ausgeleiertes VHS-Tape klingt, gibt den wenigen Szenen, in denen sie genutzt wird, eine passend unheimliche Atmosphäre, die ich sehr mag (besonders die End Credits!).

Fazit: „Backrooms“ ist eins meiner Kinohighlights von 2026! Was Kane Parsons aus einem belanglosen 4 Chan-Post gemacht hat, ist wahrlich düstere und faszinierende Kunst für eine junge Generation. Dabei geht es nicht nur um Monster in dunklen Gängen, sondern um den Horror in uns allen und in den Wänden, die uns umgeben!
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.859 Follower 5.069 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 30. Mai 2026
Im HInterimmer gibt es puren PSychohorror. Ich kenen den Trend nicht, der dem Film voraus gegangen ist und konnte den Film nur unabhängig schauen. Und bekam eine Geschichte, in der ein mann eine Parallelwelt hinter einer Wand entdeckt, die aussieht wie Abstellkammern und Hinterzimmer. Hier laufen die Figuren endlos lange herum, ohne daß man Erklärungen o. ä. bekommt, was hier eigentlich vorgeht. Dabei wird kryptischer und überaus effekitver PSychohorror inszniert, der aber viel Geduld erfordert und seine Stimmung langsam aufbaut. Das mündet aber in eine krasse letzte halbe Stunde. Man nimmt allerdings keinen großen Anteil an den Figuren, da insbesondere die Hauptfigur Clark hochgradig unsympathisch ist.

Fazit: EIn Internettrend wird zum Kinohorror: kryptisch, verstören und einfach eine frische, eigene Idee!
FILMGENUSS
FILMGENUSS

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4,0
Veröffentlicht am 21. Juni 2026
NIMMERLANDS PIRATEN ODER: VON MAUERN UND IHREM DAHINTER
von Michael Grünwald /

„Folge dem Kaninchen!“ So heisst in Lewis Carrols psychologischem Sinnbild Alice im Wunderland, einer viktorianischen Coming-of-Age Geschichte, die das Innere eines Mädchens nach außen kehrt. Wir wissen alle: Alice taucht ein in eine Welt, für die seltsame Verfremdung der Realität ein Hilfsausdruck ist, die ihr aber insofern vertraut vorkommt, da sich Zustände manifestieren, die sich als ihre eigenen erkennen lassen.

Rabattaktion auf Reisen ins Ich!

Diese Psychofantastik hat sich mehrere Jahrzehnte später an die Gegebenheiten der Gegenwart angepasst. Kein Kaninchen mehr, kein Hutmacher, keine Spielkartenarmeen und kein Jabberwocky. Willkommen im Zeitalter des Kapitalismus, der Konzerne und der Anonymisierung des eigenen Ichs. Da hinein ist Kane Parsons geboren. In eine Welt, die kaum mehr weiße Flecken aufweist, die bis auf wenige Inseln und Täler als erschlossen gilt, wo niemand mehr auf Entdeckungsreise geht wie anno dazumal Columbus, Humboldt oder James Cook.

Die Idee von der Welt in der Welt

Beides, das Mysterium der Reise ins eigene Ich und der Drang, hinter das bereits Entdeckte zu blicken, um selbst noch mal Entdecker zu werden, lässt das Multidimensionale des Marvel-Universums genauso reifen wie die Grundidee der Gebrüder Duffer und ihren Stranger Things, die das Upside Down geschaffen haben – eine Welt, die später als manifestierte Kopfgeburt eines Psychopathen analysiert werden wird – und die reale Welt mit dieser verwaschenen Kopie ihrer selbst zeitgleich und ineinander existieren lässt.

Das Verständnis der Räumlichkeit wird dabei ausgehebelt – ob die Zeit selbst dabei verzerrt wird, mag man noch hinterfragen, denn klar ist: Zeit und Raum können nicht unabhängig voneinander existieren. Das Erfassen des Raumes ergibt sich durch die Kenntnis der Zeit, die man braucht, um ihn zu durchqueren – um es ganz simpel auszudrücken.

Betretbare Geisteszustände oder: Irgend etwas stimmt hier nicht

Kane Parsons war gerade mal elf, als der Netflix-Hype Stranger Things vom hauseigenen Bildschirm waberte. Die Idee der verkehrten Realität oder einer verzerrten Ausgeburt einer selbigen könnte aus diesem Fernseherlebnis entstanden sein, vielleicht aber auch aus dem Lesen von Stanislav Lems Solaris – und der Begeisterung für einen ganz großen Kino-Surrealisten: David Lynch.

Wenn jemand etwas mit Räumen zu tun hat, die in Zwischenwelten und einerseits in der Realität und auch wieder nicht existieren, dann ist das dieses in die Filmgeschichte eingegangene Mastermind, das mit Twin Peaks und seinen als White und Black Lodge bezeichneten Welten aus Schachbrettböden und roten Vorhängen auch Eulen nicht mehr sein ließ, was sie schienen. In ihnen tanzen Zwerge und sprechen rückwärts, ein gealterter FBI Agent Cooper sitzt in einem roten Fauteuil, auch Laura Palmer schreit sich dort die Seele aus dem Leib. All das erscheint vertraut und doch verkehrt, mit diesem Knick der Realität und dem Gefühl, irgend etwas – und tatsächlich ist dieses Etwas enorm – stimmt hier nicht.

Im Großraumbüro von Agent Cooper als Lost Place

Dabei wäre die Bezeichnung fürs Lynchs Expeditionen in Dimensionen dahinter als Traumwelten zu schwach. Sie sind mehr als das. Sie hegen schließlich die Vermutung, dass diese aus Raum und Zeit losgelösten Hirn-Welten als Makro-Welten tatsächlich, und zwar auf Quantenebene, existieren könnten.

Womit wir eine weitere Möglichkeit in Betracht ziehen, nun endlich auch Parsons Backrooms begreifen zu können. Denn die sind wie Lynchs Welten eine verfremdete vertraute Realität, die wie billige Kopien wirken, die eine eigene Mathematik schaffen – die der leeren Quader. Sie geben sich voll und ganz einer der Natur inhärenten Geometrie hin – ganz in Gelb.

Dieses Gelb alleine wirkt schon toxisch, doch je tiefer Chiwetel Ejiofor als Protagonist Clark in diese Welt eindringt, die als materialisiertes Ich auch für andere zugänglich scheint und eben nicht nur für sich selbst, je variabler wird das alles. Je tiefer und weiter es also in diese Backrooms hineingeht, desto gefährlicher, schmutziger und dunkler werden sie.

Jemandem einen Hund beschreiben, der noch nie einen Hund gesehen hat

Es drängt sich der Vergleich auf, dass Backrooms vom Unterbewusstsein handelt. Was denn sonst? Das Unterbewusste existiert, als gebrochener Spiegel der Realität. Was für eine Freud(e), diese Ordnung der uns gewohnten Dreidimensionalität aufzuheben. Diesen Spaß hatte sich schon Zeichner M. C. Escher gemacht, in dem er seine unmöglichen Architekturen auf Papier brachte, in dem er die Möbius-Schleife einfach weitergeführt hat.

Auch die Backrooms sind unendlich, einen kleinen Hinweis gibt Parsons mit einem Filmzitat aus Die unendliche Geschichte. Auch hier wieder: Eine rein aus der eigenen Fantasie erzeugte Welt. Somit ist Backrooms mit seiner Prämisse längst nicht neu. Nur zeitgemäßer, weniger märchenhaft. Weniger bombastisch wie bei den Duffer-Brüdern. Sondern psychoanalytischer, essentieller. Direkt an den Molekülen andockend.

Ein Hype, ganz für sich allein

Diese Idee wurde 2019 zum Hype, dieser Hype zu einer der wuchtigsten Creepypastas im Internet. Und natürlich muss das Studio A24 hier aufspringen und ganz in seinem Sinne diese faszinierende Welt, die , wenn man sich lange genug damit beschäftigt, in ihrer Unlogik vorne und hinten völlig logisch erscheint, auf die Leinwand bringen.

Junge Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren stürmen also die Kinos sogar an heißen Sommertagen. Die Frage, ob Parsons Regiedebüt gelungen ist oder missglückt, stellt sich gar nicht. Sein Film genügt sich in seiner Prämisse völlig selbst, braucht da weder Feedback noch ein Qualitätssiegel. Das dieses Sich-selbst-Genügen genau das ist, was an dieser Sache so fasziniert, ist das Schöne daran.

Es bellt der andalusische Hund

Doch auch wenn man Backrooms bewerten will: Parsons überlässt den Kinofilm zu seiner Youtube-Legende nicht ganz dem Zufall. Und womöglich weiß er selbst nicht so genau, wen er da glücklich macht mit seinem Werk. David Lynch hätte es gefallen, er würde seine Wesenheiten als elegante Hommage wiederfinden, ohne sie benutzt zu sehen.

Gehen wir noch weiter in der Zeit zurück, würde Luis Buñuel sich darin bestätigt sehen, dass Einrichtung nicht mehr ist als der symbolische Platzhalter für das belastende Materielle, für die Schwere der Existenz. Wer je Buñuels Der andalusische Hund gesehen hat, wird bei all dem Gerümpel in dieser Backrooms-Dimension ein verwandtes Motiv erkennen, nämlich jenen Mann, der beim Durchqueren eines Zimmers einen ganzen Bulk an Möbel hinter sich herzieht. Renate Reinsve gibt Antwort: Von Jeremy Cox genial gefilmt, probt sie derweil die Flucht durch einen Sofa-Parkour.

Als Dokumentation wird alles nur noch gruseliger

Backrooms ist somit die aktuellste Antwort auf ein vernachlässigtes Filmgenre – und überhaupt auf einen vernachlässigten und sehr oft als reiner Dekor fehlinterpretierte Stil: Den Surrealismus. Parsons versteht, worum es dabei geht. Womöglich versteht er es wie sonst kaum jemand, der sich nach David Lynch daran versucht hat.

Parsons wird zum Spezialisten, der es sich aber nicht nehmen lässt, seinen Vorbildern sichtbar für alle zu huldigen. Und dazu gehört neben bereits erwähntem auch The Blair Witch Project – ohne Found Footage-Horror wäre Backrooms nur das halbe Zimmer. Der Wille zum Erforschen und Erlangen von Erkenntnis hat schon in den Neunzigern die Hexenjäger im Wald auflaufen lassen: Jetzt opfern sich bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen, um der Wahrheit auf den Leib zu rücken.

Erklär‘ mir Schrödingers Gesichter

Den Horror-Regeln unterwirft sich Backrooms nur bedingt, nur solange es seinen Reminiszenzen dient. Dass er sich dabei komplett dem psychologischen – oder gar psychotherapeutischen– Aspekt unterwirft, dem will er, den Duffer-Brüdern gleich, mit der Möglichkeit eines profanen, aber immer noch rätselhaften Mysteriums entgegenwirken. Das beschert ihm eine gewisse Balance und entzieht ihm damit den Vorwurf, in irgendein Geschwurble abzudriften.

Backrooms ist verankert und gleichzeitig auch losgelöst. Und schafft obendrein, seit dem SW-Independentfilm Fremont, eines der irrsten und schönsten Schlussbilder zugleich, das im Quantengedächtnis eines Malers wie Francis Bacon, der mit seinen multiplen Gesichtern immer schon verstört hat, verankert bleibt.

Dafür alleine ist Parsons Film schon sehenswert, neben all den Details, die wie eine gebührenfreie Spielwiese für jene Enthusiasten anmutet, die in ihrem Kopf genug Abenteuer für ein ganzes Leben finden – und manchmal sonst nichts brauchen.


Mehr Reviews und Analysen gibt's auf !
Isabelle D.
Isabelle D.

331 Follower 529 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 29. Juni 2026
"Backrooms" von Kane Parsons ist einer der unheimlichsten Horrorfilme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das Furchteinflößende entsteht hier weniger durch Jump Scares, Monster oder Body Horror - auch, wenn das ebenfalls, wohldosiert, im Film vorkommt -, sondern findet vor allem auf psychologischer Ebene statt.

Wie die Dichter der Schwarzen Romantik, beispielsweise E. T. A. Hoffmann oder Ludwig Tieck, und der englischen Schauerliteratur des 18. Jahrhunderts, beschäftigt sich auch "Backrooms" mit der dunklen Seite der menschlichen Psyche, mit Leid, Trauer, Einsamkeit, dem Verlassenwerden und dem Abdriften in den Wahnsinn. Dass die Backrooms innerhalb der erzählten Welt real sind, wird zwar klar - aber woher sie kommen? Wie sie entstanden sind? Warum sie da sind? Was ihr Zweck ist? Wohin sie führen? All diese Fragen bleiben offen. Und spuken auch lange nach Ende des Films noch im Kopf herum und hallen nach wie ein Echo.

Trotz der unendlich erscheinenden Weite der Backrooms wirkt der Film klaustrophobisch, wie ein Kammerspiel. Dazu trägt sicher auch das reduzierte Ensemble bei, das im Grunde nur aus zwei Haupt- und drei Nebenfiguren besteht. Spannend ist dabei auch das Verhältnis zwischen den beiden Hauptfiguren: dem gescheiterten Architekten und alkoholabhängigen Möbelhausbesitzer Clark, der seine Scheidung nicht mit seinem gekränkten Stolz vereinbaren kann und voller Verbitterung und Wut auf seine Ex-Frau ist. Und seiner Psychotherapeutin Mary, die ihr eigenes Kindheitstrauma mit sich herumträgt. Einerseits will Mary Clark helfen, ihren Job gut machen, und ihren Patienten wieder zurück ins Leben holen. Andererseits nimmt sie ihre Arbeit fast schon zu persönlich und kann sie nach Feierabend nicht einfach abschütteln. Clark geht regelmäßig zur Therapie und scheint damit zumindest ein Einsehen zu haben, dass er Probleme hat und Hilfe braucht. Gleichzeitig will er von Mary vor allen Dingen Bestätigung für seine Sicht der Dinge bekommen. Als er die Backrooms entdeckt, scheint das aber neue Lebensgeister in ihm zu wecken und plötzlich ist es ihm nicht mehr nur wichtig, dass Mary ihn bestätigt, sondern, dass sie ihm wirklich glaubt.

Wie gesagt, hat mir der Film nach dem Abspann noch länger keine Ruhe gelassen. Ich habe also ein bisschen recherchiert und habe dadurch erst erfahren, dass es zu den Backrooms bereits seit Längerem eine YouTube-Serie gibt, die vom Filmregisseur stammt, und dass das Ganze ein Internet-Phänomen mit seiner eigenen Historie ist. Vor einiger Zeit entstand dort das Konzept der "Liminal Spaces", also Orte, die wie aus einer Zwischenwelt wirken, wie Übergänge zwischen der Realität und dem Übernatürlichen, Schwellenzustände zwischen Leben und Tod, dem Bekannten und dem Unbekannten, dem Greifbaren und dem Unbegreiflichen. Also im Grunde das materialisierte Unheimliche. Das können verlassen wirkende, leere Hotelflure sein, leere Fabrikgelände oder vergessene Orte aus einer anderen Zeit.

Fazit: Ein überaus gelungener Horrorfilm, der das Wesen des Unheimlichen auf beunruhigende Art und Weise einfängt, und der noch lange nachklingt. Sehenswert!
beco
beco

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3,5
Veröffentlicht am 23. Juni 2026
Eine Reise in die (Un-)Tiefen der Erinnerungen, der Vorstellungen und Verzerrungen, aus deren labyrinthischen Gängen man nicht so leicht wieder entkommen kann.
Die Thematik ist mit viel traditionellem Horror vermischt und erst zum Ende meint man sicher zu sein, dass die Psychotherapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) die eigentliche Hauptfigur ist und nicht Clark (Chiwetel Ejiofor) der Geschäftsführer des heruntergekommenen Möbelgeschäfts, was dem Geschehen eine sehr andere Interpretation eröffnet.
Nicht ganz einfach und gewiss zwiespältig, aber auch sehenswert durch die labyrinthische Unterwelt in der sich die Protagonisten verlieren.
Michael K.
Michael K.

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1,0
Veröffentlicht am 24. Juni 2026
Es ist noch einmal ein wesentlicher Unterschied, ob ein Film eine platte oder abstruse Handlung hat oder ob gar keine Handlung da ist, und "Handlung'" geradezu schockierend aufgesetzt und mit "psychologischem" und "philosophischem" Worthülsen-Blendwerk als "mysteriös" verkauft werden soll. Bei "Backrooms" ist das Zweite der Fall, und daher ist das einer der wenigen Filme, vor denen ich wirklich warnen würde.
Aufgrund der Trailer könnte man - wie ich es tat - einen formalistischen Thriller wie "Der Schacht 1" erwarten. Aber davon ist hier nichts zu sehen. Die Szenen spoiler: bilden eine einzige Abfolge krasser Logiklucken, es ist .zum Beispiel völlig unklar, warum die wackere Protagonistin am Ende von dieser Figur verfolgt wird, was diese Klinik vorher sollte und warum sie plötzlich im Haus eingemauert ist.
. Und die spoiler: Szene mit den Puppen, die der Protagonist essen will,
ist nicht nur inhaltlich komplett wirr, sondern auch technisch schockierend billig. spoiler: Das Ende geht voll in Richtung 0,5 Sterne,
nur das anfangs stimmungsvolle Setting verhindert bei mir knapp die noch schlechtere Bewertung. Die Schauspieler/innen sind hier allerdings komplett "unschuldig", hier kann meines Erachtens kein Schauspieler der Welt (und keine Schauspielerin) etwas "retten"..
King17
King17

28 Follower 618 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 15. Juli 2026
Ein sehr geiler Film! Ich kenne die Backrooms Videos auf YouTube und auch die Spiele. Die Handlung des Films war ausgezeichnet. Der Horrorfaktor war mittelmäßig vorhanden, aber dafür einwandfrei. Der Film bietet einige perfekt eingesetzte Jumpscares und einen Gruselfaktor, wobei man mit dem Akteuren mit fiebert. Die Besetzung ist TOP. Insgesamt ist der Film ein wahres Meisterwerk!
challengesbya.d.2k
challengesbya.d.2k

25 Follower 383 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 17. Juni 2026
Ich habe den Film in der Preview gesehen und der war absolut geil. Der Film bietet eine düstere Horroratmosphäre gefüllt mit zwar wenigen, aber ausgezeichneten Jumpscares und einem gruseligen Mitfiebern. Des Weiteren bietet der Film eine TOP Besetzung, eine geile und extrem spannende Storyline sowie einem exzellenten Horrorfaktor. Ich habe den Film richtig genossen. Im Gesamtpacket ist der Film ein wahres Meisterwerk.
No Use For A Name
No Use For A Name

14 Follower 1.584 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 15. Juli 2026
Tja, was soll man jetzt davon halten? „Backrooms“ wirft sehr viele Fragen auf und beantwortet wirklich keine eigene davon. Das kann herausfordernd sein, es gibt nach dem Kinobesuch viel zu besprechen, kann aber auch nervig sein. Man könnte ja sprichwörtlich alles da rein interpretieren, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Daher sollte man sich auch nicht allzu lange damit aufhalten, nach Erklärungen zu forschen (es gibt keine!), sondern sich einfach auf dieses immersive, klaustrophobische Erlebnis einlassen. Auch wenn lange Zeit nicht wirklich etwas passiert (oder scheinbar sinnlose Dinge passieren), entwickelt der Film doch einen fast schon hypnotischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Diese ewig gleichen, labyrinthartigen Räume sind so alltäglich und gruselig zugleich, selbst als Zuschauer verliert man nur allzu bald die Orientierung…

Es gibt offenbar zwei Versionen des Films, einmal die „normalen“ Kinoversion und dann noch eine „Extended“ Version. Diese bietet nach dem Abspann (also wirklich bis zum Schluss sitzen bleiben!) noch einmal ein 16-minütige Post-Credit-Sequenz, die zwar auch irgendwie komplett random ist und auch nicht wirklich Fragen beantwortet (eher noch mehr aufwirft!), aber doch irgendwie interessant ist.

Mir hat „Backrooms“ jedenfalls ziemlich gut gefallen, ohne dass ich jetzt irgendwie vernünftig argumentieren könnte, wieso. Auch würde ich keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, aber der Film könnte interessant sein für Menschen, die grundsätzlich nicht alles in einem Film erklärt bekommen wollen, die einen Sinn für abwegigen Arthaus-Horror haben und/oder sich mal auf ein wirklich immersives Kino-Experiment einlassen wollen.
Casey 08
Casey 08

14 Follower 1.130 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 26. Juli 2026
Über den Film gerden gerade alle und ist mit "Obsession" gerade das Ding. Regie führt hier Kane Parsons der die Backrooms bekannt gemacht hat und auf seinem Youtube-Kanal schon Serien über den mysteriösen Ort machte. Hier ist es ein ganzer Film der aber nicht so toll ist wie erwartet. Alles was in den Backrooms passiert, ist fantastisch, interessant und spannend. Denn man weiß nie was in der nächsten Ecke lauert. Dabei zeigt man uns teils Szenen im Found-Footage Style die fast das beste am Film sind und ein paar gruselige Monster gibt es auch. Chiwetel Ejiofor ist richtig gut aber Renate Reinsve ist hier echt schlecht. Man denkt ihr Gesicht ist eingefrohren. Die Angst soll man ja auch bei den Charakteren sehen aber diese Angst sieht man nur bei Clark, Narren und Bobby. Das was außerhalb der Backrooms pasiert, ist halt für die Story da aber nimmt das Tempo und die Spannung raus aber wenn man in den Backrooms ist, ist alles was da drin ist, nahezu perfekt, total spannend und etwas verstörend. Das Ende finde ich trotzdem nicht so gut. Ein definitiv guter Horrorfilm aber nicht der Beste des Jahres.

Insgesamt ist es ein guter Film der innerhalb der Backrooms fast alles richtig macht, total spannend und etwas gruselig ist.
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