Sie glauben an Engel, Herr Drowak?
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Kinobengel
Kinobengel

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4,0
Veröffentlicht am 22. Februar 2026
ERWEITERTE WELTBEOBACHTUNG


Studentin Lena (Luna Wedler) wird von einer Behörde beauftragt, die sozial Abgestürzte wie Hugo Drowak (Karl Markovics) zu retten versucht, in diesem Fall durch ein Autorenprogramm. Die engagierte Frau möchte den notorischen Widerstand des verschlossenen Misanthropen knacken.

Nicolas Steiner hat mit Dokumentarfilmen eine hohe Aufmerksamkeit erreicht („Kampf der Königinnen“, 2011; „Above and Below“, 2015, ausgezeichnet 2016 mit der Lola). Nun also das Spielfilmdebüt mit einer gewissen surrealistischen Note und dokumentarischen Einflüssen. Damit ist er keineswegs ein Einzelgänger, auch Jessica Hausner, eine studierte Dokumentarfilmerin, greift in diese Richtung („Club Zero“, 2023). Der Gang ins Kino sollte genau überlegt werden, denn „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ ist weder Stangenware noch normalverträglich, jedoch außerordentlich unterhaltsam gelungen.

Steiner verwendet zur Visualisierung der Gegenwart schwarzweiße Bilder. Er lässt in seiner Fiktion Drowak unter Mitnahme dieser dokumentarischen Methode in einer Umgebung von Bausünden des Brutalismus leben. Die hier demonstrierte staatliche Institution, einfach „Amt“ genannt, handelt spontan willkürlich, wirkt aber gleichzeitig verstiegen unbeamtisch, geführt von einem durchgeknallten Amtsleiter (Lars Eidinger). Genauso bekloppt kommt Lena durch ein „Bewerbungsgespräch“ bei Marlon (Jan Bülow) an den Job dieser Behörde. Sie spricht gerne, viel sowie geschickt frech mit ihm, Hugo und dessen Anwohnern (Dominique Pinon, Sorya Maria Efe). Steiner erreicht für seinen Film über die Dialoge in der verfremdeten Realität eine feine Komplexität. Hinzu kommt die unglaubliche Ausstrahlung seiner Hauptdarstellerin Wedler. In der Folge ist es einfach faszinierend wie glaubwürdig, dass Lena das Problem Drowak packen kann, wonach eine tragische Geschichte zwischen dem jungen Hugo und Ana (Nikolai Gemel, Saga Sarkola) via mehrerer, in Farbe gehaltener Rückblenden die Tiefe sowie den Abwechslungsreichtum von Steiners Film erhöht.

Vergangenheitsbewältigung mal anders. „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ ist ein kraftvoller, bewundernswert gespielter Film, der speziell aufgeschlossene Kinogänger verlangt.
Soraya Efe
Soraya Efe

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5,0
Veröffentlicht am 21. Februar 2026
Der Film ist sehr gewagt und gleichzeitig unglaublich spannend. Er bietet viele durchdachte Details, die zum Nachdenken anregen und weit über einfache Unterhaltung hinausgehen. Langweilig wird es keine Sekunde jede Szene hat Bedeutung und bleibt im Kopf.
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