“Lolita lesen in Teheran" hat eine Altersfreigabe ab 12 Jahren bekommen. Das bedeutet, dass nur Personen, die mindestens 12 Jahre alt sind, diesen Film im Kino sehen dürfen. Kinder, die zwischen 6 und 11 Jahre alt sind, dürfen laut FSK den Film allerdings auch im Kino sehen, wenn sie in Begleitung einer sorgeberechtigten Person oder eines Vormunds sind.
Die an „Lolita lesen in Teheran“ beteiligten iranischen Schauspieler*innen haben alle gemeinsam, dass sie in ihrer Heimat heftige Repressionen befürchten müssten und daher im Exil leben: Golshifteh Farahani wurde nach ihren Rollen in US-amerikanischen Filmen beschuldigt eine Spionin zu sein und mehrfach an der Ausreise aus dem Iran gehindert. Zar Amir Ebrahimi wurde nach einem Sex-Video-Skandal von einem iranischen Gericht tatsächlich zu 99 Peitschenhieben und einem Berufsverbot verurteilt - Ebrahimi konnte der Strafe durch ihre Flucht nach Frankreich aber entgehen.
Der Titel von „Lolita lesen in Teheran“ bezieht sich natürlich auf den umstrittenen Literaturklassiker „Lolita“ (1955) von Vladimir Nabokov - eines der im Iran verbotenen Bücher das im Buchclub von Azar Nafisi (Golshifteh Farahani) besprochen wird. Literaturprofessorin Nafisi gibt es übrigens wirklich und der Film basiert auf ihrer gleichnamigen Autobiographie von 2003, die u.a. Nafisis Leben im Iran nach der islamischen Revolution 1979 thematisiert. Trotz Auseinandersetzungen mit dem totalitären Regime und Berufsverbot blieb Nafisi bis 1997, emigrierte dann aber in die USA.