MANCHMAL OUT OF THE BOX DENKEN
Ein weiterer Troll erwacht in Norwegen und hat ein neues Ziel. Nora und ihre Entourage wollen ihn aufhalten, während der Rest der Menschheit lieber Selfies mit der Katastrophe macht und ihre letzten Worte in Reels packt. Nora dagegen weiß, für so einen Brocken braucht man einen Verbündeten.
Troll 2 auf Netflix geht ca. 110 Minuten, ist ab 12 Jahren freigegeben und führt uns drei Jahre nach Teil 1 wieder in Norwegens traumhafte Landschaften. Die alten Figuren sind zurück, neue kommen dazu und alle machen ihren Job solide, ohne groß zu glänzen.
Die Story? Ein Troll dreht durch und verwüstet Norwegen und weil eine Fortsetzung nicht ohne „Mehr ist mehr“ kann, gibt’s direkt zwei Trolle. Die klingen allerdings eher wie Chewbaccas Cousins und verhalten sich wie XXL-Vampire. Die Mythologie dazu wird in den ersten 5 Minuten abgefrühstückt, schneller, als man „Lorebuilding“ sagen kann.
Optisch dagegen ist der Film top. CGI stark, Norwegen wunderschön, die Monster wirken wuchtig. Nur schade, dass die Handlung so vorhersehbar ist, dass man schon beim zweiten Dialog weiß, wer sterben wird, wer dumm ist und wer im Finale auf einem Felsen rumbrüllt.
Manche Plotpunkte sind so Slapstickhaft gelöst, dass man sich fragt, wie Wissenschaftler ernsthaft ganze Teams bilden konnten, ohne jemals „mal weiter zu denken“. Aber gut, vielleicht ist das im norwegischen Budget nicht drin.
Der Twist? Früh erkennbar. Die Kirche? Natürlich die bösen. Das Finale? Monsterklopperei plus Heldenmoment, cool inszeniert, aber alles nach Schema F.
Unterm Strich bleibt eine Fortsetzung, die den Charme und die frische Mythologie des ersten Teils nicht weiterführt. Figuren nerven öfter, als sie nützen und die Story tritt auf der Stelle. Norwegen bleibt schön, der Rest, eher nicht.
5,5/10 Punkten. Sag deinem Mann er ist Clark Kent und nicht Superman, dann weißt du natürlich, dass er nichts Dummes tun wird.