Evil Dead Burn
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FILMGENUSS
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3,5
Veröffentlicht am 1. August 2026
SCHWARZE SCHAFE DER FAMILIE
von Michael Grünwald /

Wer oder was sind diese Deadites überhaupt?

Was sie definitiv nicht sind: Zombies. Aber auch da wieder im klassischen Sinne, denn was die dämonische Kollektiv-Präsenz in den Evil Dead-Filmen auch kann, ist, neben an sich vitalen Körpern noch bereits tödlich verunglückte auf eine Weise wiederzubeleben, die ans Zombie-Dasein erinnert. Inspiration wird sich Sam Raimi wohl bei William Friedkins Der Exorzist geholt haben. Schließlich reicht es, sich zu überlegen, was gewesen wäre, wenn man Linda Blair nicht ans Bett geschnallt hätte.

Doch anders als Untote sind Deadites ausgesprochen intelligent und, gepaart mit sadistischer Bösartigkeit, gezielt darauf ausgerichtet, andere zu „infizieren“. Das gelingt über alle Arten von Körperflüssigkeiten, und ja: bei Evil Dead fließen davon viele. Was noch nicht ausgetestet wurde, ist sexuelle Übertragbarkeit. Vielleicht heben sich das die Macher für den nächsten Teil auf – der womöglich wieder ganz andere Saiten aufziehen und den kreativen Werkzeugkasten eines ganz anderen Filmemachers über sich ergehen lassen wird. Schließlich ist das Konzept von Evil Dead ein grundlegend äußerst simples – ganz so wie jenes aus Alien, Aliens – und wie sie noch so alle heißen.

Der anthologische Charakter einer Lore

Dieses Basiskonzept hat anthologischen Charakter und mag andere dazu einladen, ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Bei Alien wissen wir längst: James Camerons Sequel war grundlegend anders als das Original von Ridley Scott, hat das Thema uminterpretiert und, da sonst keine weiteren Regeln vorhanden waren, als Actionthriller aufgezogen. Einen Film später dann David Fincher. Seine Version wurde zwar durch das Studio gegängelt, gekürzt und verstümmelt, ist aber wieder anders als die anderen beiden Teile, während Jean-Pierre Jeunet aus dem Weltraumhorror eine Freakshow inszeniert hat – optisch kühn, progressiv und enorm verspielt. Auch der Body-Horror-Faktor steigerte sich ins Groteske.

Was bisher geschah

Bei Evil Dead funktioniert das genauso. Sam Raimi hat sein Original zwischen Groteske und knallhartem Horror angesiedelt, Teil 2 war da schon nahe an der Komödie, Teil 3 sowieso nur noch Fantasy, mitsamt Skelettarmeen und lauter kleinen Bruce Campbells. Dann kam lange nichts – und 2013 dann das bierernste Remake von Fede Álvarez. Eine Gruppe junger Leute wird erneut aufgemischt, die Kettensäge kommt zum Einsatz, der fiese Dämon steckt zeternd im Keller. Das alles hatte keine nennenswerte eigene Handschrift. Modern zwar, aber austauschbar.

Lee Cronin, der eben erst The Mummy ent-wickelt hat (mehr schlecht als recht), bekam für seinen Evil Dead Rise vollkommen freie Hand. Entstanden ist eine destruktive Stirb Langsam-Version: rabiat, dunkel und durchaus augenzwinkernd. Interessant dabei, dass hier erstmals ein griffiger Subplot hinzukommt – im Grunde ein kleines, aber feines Familiendrama, das sich aber letztlich völlig in blutgetränkten Shining-Reminiszenzen verliert.

Nun aber hat sich der Franzose Sébastian Vaniček an das nicht immer ganz schlüssige und ausbaufähige Evil Dead-Regelwerk herangewagt. Vaniček sagt wohl den wenigsten etwas – Liebhaber des Tierhorrors kennen aber vielleicht seinen arachnophoben Wohnhaus-Terror und Festival-Liebling Spiders – Ihr Biss ist der Tod. Immer noch, wenn ich daran denke, werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendetwas Vielbeiniges seinen Weg unter mein Gewand gefunden hat.

Ein Familiendrama wird korrumpiert

Vaniček lässt diesmal in entsättigten, modrigen Bildern seine Deadites brennen – jedoch erst, nachdem er seine Version mit viel mehr Story-Kontext angereichert hat, als es in bisher jedem Evil Dead-Film der Fall war. Evil Dead Burn ist insofern eine unerwartete Überraschung, da sein Film so wirkt, als wäre das Familiendrama zuerst dagewesen und hätte sich anders weiterentwickelt, würde da nicht die Hölle wie eine unerwartete Katastrophe über die Lebenden stürzen, die alles anders kommen lässt.

Diese „unerwartete Wendung“ des Schicksals ist Vaničeks größter Triumph – und er wartet damit, bis es losgeht; er zügelt seine Teufel, obwohl sie längst wild mit den Zähnen blecken. Herzstück ist fast schon die vor Anspannung kaum auszuhaltende Ruhe vor dem Sturm, wenn die Familie des tödlich verunglückten Will und dessen Witwe Alice nach dessen Beerdigung in scheinbar trauter Harmonie zu Tisch sitzen. Zu diesem Zeitpunkt weiß das Publikum schon weitaus mehr als die Familie, und so kitzelt Vaniček das Unbehagen und die Spannung aus jeder Sekunde.

Im Kreise der Familie kreist die Säge

Wenn das Fass überläuft und sich die ganze kaputte Familie plötzlich ganz anderen Problemen gegenübersieht, die sie noch kaputter machen, bedient sich Evil Dead Burn einer ganzen Bandbreite an Ideen, wie man den rabiaten Horror anders als gewohnt abfilmen kann. Kameramann Philip Lozano lässt sich sowohl zu Inception-ähnlichen Rotationen hinreißen als auch zur bodennahen Reportage, die den Fokus auf eine Person setzt, die, als wäre sie in einem Kriegsfilm, über das Schlachtfeld robbt, während um sie herum kataklysmische Gewalt herrscht.

Mit Intensität kennt sich Vaniček aus. Er spielt mit dem Vorhersehbaren, ohne das Erwartbare aber zu unterwandern. Er erweitert, anders als in allen anderen Filmen, das Wissen um die Deadites und ergänzt das Mysterium um ein Artefakt. Durch dieses Ding bekommt der Film dann seinen Drive. Plötzlich geht es nicht nur ums Überleben, plötzlich mogelt sich hier eine Schatzsuche ins apokalyptische Geschehen – und ganz plötzlich ist der Horror mehr als nur eine Schlachtplatte.

Mit der hätten die meisten aber ohnehin genug, das ist wie nochmal das Alien in einem Raumschiff weit ab vom Schuss. Hier aber ist das heruntergekommene familiäre Heim die ideale Kulisse für ein Spukhaus und hat deutlich mehr Spielplatz als die überschaubare Hütte im Wald. Souheila Yacoub (Planet B) zeigt hier gleich zu Beginn, wie sehr sie sich auf sich selbst verlassen kann – der französische Touch, den sie reinbringt, sorgt für eine gewisse Arthouse-Eleganz, ein Chanson untermalt gar den Showdown. Das sind Aspekte, die kommen dann doch überraschend, während natürlich, und das soll hier nicht unerwähnt bleiben, die gory Messlatte an Blut, Gebein und Ekel recht hoch sitzt, sich das Ganze aber nicht unnötig ausufernd in organischem Stückwerk suhlt.

CGI als Wermutstropfen

Am Ende verhaspelt sich Vaniček dann doch. So weit, so stilsicher und virtuos, bedient er später die digitale Trickkiste, lässt Assoziationen an James Camerons dystopischen Kult-Einstand aufkommen und erfährt aufgrund eines gewissen Übermuts, dass dieser selten guttut – auch wenn das Statement zu häuslicher Gewalt dem Ganzen eine hauchdünne Message mitgibt. So, als wären die Deadites nur Sinnbilder und Nachtmahre unbereinigter Konflikte und entstanden aus der ohnmächtigen Angst vor Kontrollverlust.


Mehr Reviews und Analysen gibt’s auf !
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

170 Follower 630 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 9. Juli 2026
Dies ist im Grunde der sechste Evil Dead-Film, aber man braucht keine entscheidenden Vorkenntnisse, zumindest nicht inhaltlich. Das Necronomicon wird zwar kurz erwähnt, und der Film setzt das Prinzip der Details als bekannt voraus, ansonsten kommt man hier aber problemlos ohne Vorkenntnisse klar.

Die Handlung ist dabei auch wieder sehr schlicht gehalten: Eine Familie sammelt sich in einem einsamen Haus, um zu trauern. Einer von ihnen ist jedoch vom Bösen befallen, und dann beginnt schon das große Gemetzel.

Wenn man einen Evil Dead-Film wegen Charakteren oder Wohlfühlgedanken schaut, macht man etwas falsch. Trotzdem hat mich dieser Teil lange außen vor und kalt gelassen, weil durch die farbentsättigte Inszenierung und die unsympathischen Charaktere keinerlei Mitgefühl oder Anteilnahme an den grausamen Ereignissen aufkommt.

Der Film schlägt diese Schwäche aber konsequent durch Härte aus. Im letzten Drittel wird eine endlose Fülle an Blättern und Blutzähnen aufgefahren, und es entsteht ein immens hohes Tempo, sodass man atemlos dranbleibt, selbst wenn man emotional nicht beteiligt ist.

Grundsätzlich ist er sicherlich nicht der beste Teil der Reihe, aber sehr wohl ein effektiver Eintrag in dieses Franchise, der Lust auf weiteres macht.

Fazit: Vom Blut triefend und effizient, allerdings inhaltlich unterkühlt.
challengesbya.d.2k
challengesbya.d.2k

25 Follower 383 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 9. Juli 2026
Ein heftiger Film, der es größtenteils in sich hat. Der Film bietet puren Horror mit etwas Brutalität, Jumpscares und einen Gruselfaktor. Die Handlung ist extrem spannend. Die Besetzung passt einwandfrei. Mir hat zwar noch der Kick gefehlt, um mich vom Hocker zu schmeißen, aber größtenteils ist der Film gelungen. Im Gesamtpacket ist der Film hervorragend.
The Dark Knight
The Dark Knight

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3,5
Veröffentlicht am 18. Juli 2026
Man bekommt exakt das, was man erwartet nur etwas härter. Die Reihe hat bisher noch nicht enttäuscht. Hoffentlich gibt es weitere Filme der Serie.
Karsten N.
Karsten N.

1 Follower 67 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 10. Juli 2026
"Evil Dead Burn" ist eine unerbittliche, brutal effektive Horror-Fortsetzung, die beweist, dass dieses Franchise immer noch keine Fehlschläge hat. Mit unglaublichen praktischen Effekten, einfallsreichen Kameraarbeiten und unerbittlicher Intensität ist es wohl das bösartigste Evil Dead, das es bisher gibt. Ein wirklich bösartiges Blutfest, das Zuschauer dazu bringen wird, sich in ihren Sitzen zu winden und für Gott selbst zu beten. Es ist eine Hommage an amerikanische Horror-Hits, die die vereinigten Staaten, ihre Träume, Häuser und Menschen zum Albtraum für den Rest der Welt gemacht haben. Sebastien Vanicek beweist den Antritt auf das scheinbare Erbe von Sam Raimi, da er auf dem erwarteten Stil von Evil Dead aufbaut. In Evil Dead Burn ist keine Hoffnung oder Erlösung zu finden, sondern er bietet ein kompromissloses Blutgemetzel für Hartgesottene.
oldschoolmovieaddict
oldschoolmovieaddict

1 Follower 7 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 17. Juli 2026
Mehr Blut macht noch keinen guten Film

Während Fede Alvarez uns mit "Evil Dead" ein knackiges Reboot der Reihe bescherte und "Evil Dead Rise" die Dämonensause zumindest noch mit Augenzwinkern servierte, versinkt der neueste Eintrag der Reihe in Belanglosigkeit.
Alle Charaktere sind unsympathisch und das ohnehin schon reichlich dünn unterfütterte Familiendrama lässt den Zuschauer völlig kalt. Dann ist es auch vollkommen egal wer als nächstes dran glauben muss - von Spannung keine Spur!
Das Ende passt überhaupt nicht zum restlichen Tonfall des Films: Der Gewaltgrad ist über die gesamte Laufzeit hinweg extrem hoch, aber der Schluss kommt mit schlecht animierten Tricks ziemlich blutleer daher.

Der Streifen fällt in erster Linie durch seine zügellose Gewalt auf, vergisst aber dabei eine auch nur halbwegs interessante Geschichte zu erzählen. Der Film verwechselt Lautstärke mit Spannung und Gore mit echtem Horror.
Technisch ist der Film zwar ordentlich umgesetzt – Masken, Effekte und Kameraarbeit können sich sehen lassen –, doch gute Handwerkskunst allein reicht nicht aus, wenn Drehbuch und Figuren so wenig zu bieten haben.
Wer sich einen Evil Dead Film anschaut, darf kein anspruchsvolles Autorenkino erwarten - aber ein bißchen mehr darf es für mich dann schon noch sein. Nicht empfehlenswert!
Danny
Danny

139 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 14. Juli 2026
EVIL DEAD BURN Kritik Review (2026):
Nach dem Tod ihres Mannes sucht eine Frau Trost bei ihren Schwiegereltern auf deren abgelegenem Familienanwesen. Als sich jedoch einer nach dem anderen in Deadites verwandelt, wodurch das Beisammensein zu einem Familientreffen aus der Hölle wird, muss sie feststellen, dass die Versprechen, die sie zu Lebzeiten gegeben hat, selbst im Tod weiterleben. Evil Dead Burn“ bringt die bekannte Horror-Reihe mit einer intensiven Mischung aus Brutalität, schwarzem Humor und einer düsteren Atmosphäre zurück. Der Film versteht, was die Reihe ausmacht, und liefert genau die kompromisslose Energie, die Fans erwarten.
Besonders die Inszenierung der Horrormomente und die kreativen Effekte gehören zu den größten Stärken des Films. Die Spannung wird konstant hochgehalten und die Mischung aus Ekel, Schock und absurdem Humor funktioniert erstaunlich gut.
Auch die Besetzung überzeugt und sorgt dafür, dass die Figuren nicht nur als Opfer der Situation wirken, sondern dem Film eine emotionale Grundlage geben. Zwar bietet die Geschichte nicht unbedingt viele neue Ideen, aber die Umsetzung macht vieles wieder wett.
Fazit: Ein starker Horrorfilm mit intensiver Atmosphäre, viel schwarzem Humor und gelungenen Schockmomenten – eine würdige Erweiterung des Evil-Dead-Universums.
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆
Vitali Steiger
Vitali Steiger

26 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 10. Juli 2026
Der Beste Horror Film  im Jahr 2026
Spannung pur
Geile Harte Szenen
Kein Wunder warum der Film FSK 18 beträgt.

Anschauen lohnt sich…
Flatulinski
Flatulinski

1 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 10. Juli 2026
Wenn Scheiße ein Film wäre dann wäre es DIESER MIST

Fans der Tanz der Teufel Reihe sollten diesen Unfug ,Blödsinn nicht schauen

Eine Frechheit diesen Dreck Evil Dead zu nennen

Scheinbar waren die Menschen die das gemacht haben völlig BEKIFFT !!
Rene K.
Rene K.

1 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 12. Juli 2026
Ich habe von dem Film wesentlich mehr erwartet.
Für mich ist es der schwächste Teil der Reihe.
Die Charaktere sind völlig belanglos und öde.
Was die Kills nur halb so gut macht.
Es fehlt einfach an allem!
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