CLIFFHANGER MEETS HARD TARGET
Sasha versucht den Tod ihres Mannes zu verarbeiten, den sie beim Bergsteigen verlor. Also macht sie das, was man bei Trauer immer tut, einmal ans andere Ende der Welt reisen und im australischen Dschungel Wildwasser-Rafting machen.
Apex auf Netflix geht ca. 90 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Survival-Thriller mit Charlize Theron in der Hauptrolle. Der Film beginnt mit einer glücklichen Beziehung zwischen Sasha und ihrem Mann, gespielt von Eric Bana und wie jeder weiß, wenn ein Film am Anfang zeigt, wie glücklich ein Paar ist, kann man schon mal den Grabstein bestellen. Kurz darauf gibt’s eine Cliffhanger-Gedächtnissequenz, die sehr deutlich zeigt, wo man sich Inspiration geholt hat, bevor es nach Australien geht. Dort startet Phase eins, Sasha schaut traurig in die Landschaft, traurig auf Wasser und traurig in eine andere Richtung.
Im Mittelteil heißt es, genug Gefühle, jetzt wird gejagt. Ab da fühlt sich das Ganze an wie Hard Target, nur mit mehr Fluss, mehr Schlamm und weniger van Damme Gedächtnis-Vokuhila. Sasha wird gejagt, geschnappt, entkommt, wird wieder gejagt, wieder geschnappt, das Ganze läuft angenehm flott, auch wenn die Variationen überschaubar bleiben.
Charlize Theron ist dabei entweder, im, ober oder unter Wasser bzw. klemmt in einer Felsspalten. Nicht wahnsinnig abwechslungsreich, aber ordentlich inszeniert und spannend genug. Ein Highlight ist Antagonist Taron Egerton der dreht als Jagd-Fanatiker genüsslich frei. Mit Armbrust, Fallen und Irrsinn im Kiefer ist er sehr unterhaltsam. Immerhin ist Sasha keine typische Damsel. Sie wartet nicht auf Rettung, sondern auf den Moment, in dem sie den Mike Tyson macht.
Das Finale fällt leider ab. Wieder klettern, wieder Standardspannung und ein Ende, das man kommen sieht.
Unterm Strich ein Film mit zähem Start, starkem Mittelteil und müden letzten Metern. Für nebenbei okay, aber kein Survival-Kracher, den man im Kopf behält.
5,5/10 Punkten. Ein Liter Pfefferspray direkt ins Gesicht sollte dich eigentlich für Wochen aus dem Spiel nehmen, aber wir sind ja am Fluss, einmal abspülen und weiter geht's.