DARAUF ’NE PANZERSCHOKOLADE
Jahr 1943, eine kleine Tiger-Panzereinheit unter Leutnant Philip Gerkens bekommt eine Geheimmission: Mayor von Hardenburg soll zurückgeholt werden, bevor Ivan schneller ist. Abgeschottet vom Rest, mit wenig Ressourcen und viel Feindkontakt, muss die Truppe durchhalten, gegen Wasser, andere Panzer und den eigenen Verstand. Kameradschaft inklusive, sonst geht gar nichts.
Der Tiger läuft ca. 115 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Kriegsfilm, der viel richtig macht: Die Darsteller sind stark, die Gruppendynamik wirkt ehrlich und nicht geschniegelt, die Enge im Panzer fühlt sich beklemmend real an. Action und Ruhe wechseln sich gut ab, man fiebert mit und schätzt die stillen Momente dazwischen.
Trotzdem funktioniert es für mich nicht.
Denn der Film erlaubt sich verdammt viel Unsinn. Ja, der Tiger konnte tauchen, aber keine halbe Ewigkeit und schon gar nicht in dem Zustand, den dieser fahrende Schrotthaufen hier hat. Dass der Panzer dabei nicht vollläuft, grenzt an Magie.
Was mich aber richtig rausgeworfen hat, sind die letzten zehn Minuten. Das Finale zerlegt den gesamten Aufbau. Bis dahin war ich dabei, mochte die Figuren und die Haltung der Soldaten, die sich klar vom Wahnsinn ihrer Vorgesetzten distanzieren. Doch dann werden alle aufgebauten Geheimnisse und Ideen mit einem Lächeln entsorgt und zwar so, dass man sich fragt, ob jemand beim Drehbuchfinale zu tief ins Feldfläschchen geschaut hat.
Unterm Strich bleibt ein Film, der stark aussieht, gut gespielt ist und in der Theorie funktioniert. In der Praxis scheitert er an einem Finale, das alles davor entwertet und einen ziemlich ratlos zurücklässt.
5/10 Punkten. Krieg liegt in der menschlichen Natur, schon die alten Römer bekamen davon nicht genug.