Was diese Frau so alles treibt
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3,0
Veröffentlicht am 6. Juli 2026
Ich liebe diese alten Filme und ich mag vor allem Doris Day unheimlich gerne sehen! Aber dieser Film hier mit dem etwas dämlichen Titel „Was diese Frau so alles treibt“ (im Original viel cooler: „The Thrill of it all“) zündet nicht so richtig, sondern zeigt doch erhebliche Abnutzungserscheinungen im Laufe der Zeit. Vordergründig ist das natürlich ein Heidenspaß, allein die aus heutiger Sicht völlig unvorstellbare Tatsache, Werbeunterbrechungen im Fernsehen live (!!) zu zeigen… Und wenn Doris Day, dann über ihre Erfahrungen als Hausfrau mit Happy-Seife spricht, das ist schon echt witzig!

Das eigentliche Problem ist jedoch das hintergründig streng konservative Verständnis von Rollenbildern für Mann und Frau, ein gruseliges Zeugnis der damaligen Zeit. Der Film drückt es einem bei jeder Gelegenheit aufs Auge, dass die Frau halt hinter den Herd gehört und sich um die Kinder kümmern muss. Auf der anderen Seite ist es auch klar, dass eine berufstätige Frau ganz automatisch ihr Heim, ihre Kinder und ihren Ehemann vernachlässigt. Es gibt eine Szene, in der die Eheleute darüber streiten, dass die Frau doch bitte kein selbstverdientes Geld habe dürfe und dieses auch nicht ausgeben dürfe, der Mann bringt das Geld nach Hause – Punkt! Dass sich dann James Garner als schrecklich vernachlässigter Mann narzisstisch gekränkt und sich praktisch seiner Männlichkeit beraubt fühlt, wird dann nicht etwa kritisch (oder komödiantisch) diskutiert, sondern als jederzeit nachvollziehbare Selbstverständlichkeit verkauft. Das gibt dem ganzen Geschehen aus heutiger Sicht einen ziemlich unangenehmen Beigeschmack. Und das Ende zementiert dann dieses patriarchalische Weltbild endgültig auf gruselige Art und Weise. „Ich will wieder eine richtige Arztfrau sein.“ – WTF??

Zudem haben Doris Day und James Garner überhaupt keine Chemie zusammen (man vermisst Rock Hudson!! – da wird sogar im Film selbst ein Meta-Witz drüber gemacht!!!!), vor allem Garner agiert verkrampft und mit Stock im Arsch. Die Slapstick-Einlagen funktionieren zwar überwiegend ganz gut, aber die gemeinsamen Szenen werden klar von Doris Day dominiert. Auch ansonsten ist der Film auffällig zahm, kritische Seitenhiebe auf das Konsumverhalten oder die Werbeindustrie bleiben komplett aus – und das obwohl sich die Thematik doch hier geradezu aufdrängt!

FAZIT: Handwerklich solide und fast ausschließlich von der wunderbaren Doris Day getragene, nostalgische Screwball-Komödie, die manchmal ganz gut funktioniert, aber mit James Garner als echte Fehlbesetzung viel Drive verliert. Das grausam antiquierte Frauenbild und die zahllosen sexistischen Anspielungen sind nicht besonders subtil eingearbeitet und stören das Gesamterlebnis. Vor allem das Ende, das dann letztlich sämtliche (vorsichtige) Emanzipationsversuche der Protagonistin wieder komplett vom Tisch wischt, hinterlässt einen sehr sauren Beigeschmack. Wer das als damalige normale Zeitgeist-Erscheinung verbuchen kann und nicht weiter drüber nachdenkt, der bekommt immerhin einen soliden, unterhaltsamen Wohlfühlfilm mit viel Seife und viel Schaum.
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