Manch ein Film kann überhaupt nur genossen werden, wenn man bereit ist, sich einem gänzlich anderem Universum hinzugeben. Wer nicht bereit ist, zu akzeptieren, daß ein Spezialagent wie Darius Stone so dermaßen gut ist, daß er 9 Jahre Gefängnis wegsteckt und sofort wieder back in business ist, der kann State of the Union nicht genießen.
So schlecht wie allgemein fand ich die Darstellung von Ice Cube nicht, vor allem kann ich die Kritik nicht gelten lassen, er habe nur einen Gesichtsausdruck. Ich habe drei gezählt. Und eine gewisse Coolness kann ich ihm auch nicht absprechen, mein Highlight war das Gespräch im Haus, als er das Essen in der Mikrowelle erwärmt zwecks Ablenkung der Wärmekamera. (I was born looking guilty.)
Gut gefallen haben mir auch die Verfolgungsjagden.
Darius Stone ist kein normaler Mensch, er ist ein Comic Held. Er trifft alles, kann aber selbst kaum getroffen werden. Darum geht es in solchen Filmen. Natürlich kann ich das nicht nachmachen, aber ich bin auch kein Comic Held.
Und daß Stone ein paar Kilo zuviel hat: Seien wir doch mal froh, daß endlich mal solche Leute auch in Hauptrollen solcher Filme zu sehen sind. Müssen es immer "perfekt" gebaute junge dynamische Schönlinge sein? Wie soll sich der Durchschnittstyp wie ich mit solchen Kerlen noch identifizieren können? Bei James Bond, Brad Pitt, Jason Statham kann ich nur noch neidisch zugucken, bei Ice Cube kann ich mich wieder rein versetzen. "Hey, er ist nicht vollkommen, aber er kriegt den Job erledigt."
Überhaupt nicht anfreunden konnte ich mich mit X to tha Z, das war des Guten einfach zu viel und drückt selbst bei mir etwas den Spaß. Leider wird sein Part am Ende etwas groß, so daß dies eine entsprechende Abwertung bedeutet.
Der Vorgänger war sicher besser, aber für guten Actionabend taugt State of the Union allemal.