Neueste Kritiken: The Descent - Abgrund des Grauens - Seite 5
The Descent - Abgrund des Grauens
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travisbickle
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4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
"The Descent"- dieser Name klingt dem Horrorfreund schon lange im Ohr. Es sei der "beste Schocker der letzten Jahre", so einige der Genre- Anhänger. Doch was ist "The Descent" wirklich? Es ist ein großartig inszenierter, hochatmosphärischer und versiert aufgebauter Grusel- Thriller, der in der zweiten Hälfte aber seinen größten Trumpf aus der Hand gibt, als Regisseur Neil Marshall die Monster gleich scharenweise aus den verzweigten Höhlenkatakomben auftauchen lässt und sein Film somit in einen Action- Reißer mündet.
Obwohl "The Descent" auch hier noch seinen Genre- Kollegen um einiges voraus ist, geht es nun bergab. Die sorgfältig und konzentriert aufgebaute, fast hypnotischce Spannung unter den Protagonisten entlädt sich in einem kompromisslosen Blutbad, das einfach viel zu hastig daherkommt, um der Genialität des Skripts gerecht zu werden. Das ist zwar der einzige Kritikpunkt, den ich verzeichnen kann, doch ebenjener verhindert den Titel als moderner Horror- Meilenstein, den derzeit nur Eli Roth`s "Hostel" inne hat.
Der Schock nach drei Minuten wirkt nach wie ein Hammerschlag. Ich brauchte beim ersten Mal Sehen lange, um mich davon zu erholen. Doch dann schürt Marshall überaus gekonnt ein konstantes Gefühl der Bedrohung, das natürlich zum Höhepunkt gelangt, wenn die Frauen in der Höhle nach einem nicht vorhandenen Ausgang suchen. Der Stresspegel des Zuschauers wird am Limit gehalten- und mit immer neuen fiesen Wendungen wird die permanente Klaustrophobie noch verstärkt. Ein Punkt, der wohl im Wesentlichen dafür verantwortlich war, dass der Film so erfolgreich wurde.
Der Film spielt in der letzten Stunde ausschließlich in der Höhle, und das dadurch aufkommende Gefühl der Enge macht sich nicht nur beim Zuschauer bemerkbar, sondern auch bei den Charakteren. Schon bald gibt es gruppeninterne Spannungen und sogar hitzige Diskussionen darüber, wer die Schuldtragende der Misere ist. "The Descent" geht auf eine sehr subtile Art unter die Haut- Marshall schafft mit diesem beklemmenden Flair fast schon ein kleines inszenatorisches Kabinettstückchen. Denn eins ist sicher: Marshalls Film ist nicht nur ein physischer, sondern auch ein psychischer Abstieg in den Abgrund- und zwar in die Abgründe der menschlichen Seele. In diesen felsigen, verzweigten Katakomben werden Urängste wach, was perfekt von den stockdunklen, nur selten durch Lichtfackeln erhellten Bildern unterstrichen wird.
Bei den Darstellern gibt es nichts zu beanstanden. Diese sind allesamt weiblich und unbekannt, was das Gefühl des Authentischen verstärkt. Es gibt toughe Einzelkämpferinnen und traumatisierte Depressive, alles ist dabei.
Bis man dann im Finale das Gefühl bekommt, "From Dusk till Dawn" unter Tage zu sehen, ist "The Descent" ein eindrucksvoller, beängstigender Schocker, der direkt in die Magengrube des Zuschauers geht.
Überraschend doch sehr feiner Horrorfilm, wo einfach eine kleine Gruppe Bergsteigerinnen klassisch abgeschlachtet werden. Über die Story lässt sich auch sicher streiten, aber gute Horror-Unterhaltung bietet der Film auf jeden Fall und DAS schaffen echt nicht mehr viele Horrorstreifen.
"The Descent" ist mit Sicherheit einer der besten Horrorfilme, den ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Story selbst ist zwar nicht sonderlich neu, klingt aber dennoch recht interessant. Vor allem lebt der Film aber von seiner überragenden Atmosphäre: die aufgrund der engen Höllengassen durchweg klaustrophobische und düstere Stimmung erzeugt eine selten zuvor dar gewesene Spannung und Intensität. Der Zuschauer spürt in jeder Sekunde die Bedrohung, selbst wenn die Kreaturen noch nicht aufgetreten sind – einfach genial! Auch spart Regisseur Neil Marshall nicht an Brutalität, die vor allem in der zweiten Hälfte teilweise sehr exzessiv auftritt. "The Descent" ist also nichts für Weichgesottene. Schauspielerisch ist der Film ebenfalls auf gutem Niveau, alle 6 Hauptdarstellerinnen erfüllen ihre Aufgaben weitestgehend zufriedenstellend.
Fazit: "The Descent" ist ein schockierender und äußerst spannender Horrorfilm der alten Schule geworden, der hauptsächlich von seiner sensationellen Atmosphäre lebt. Für einen gruseligen und packenden Filmabend ist der Film somit nur wärmstens zu empfehlen!!