Ein sehr trauriger Film, der mich auch sehr nachdenklich gemacht hatt.
Und auch ein sehr stiller Film, es passiert eigentlich nicht viel. Wir sehen hauptsächlich Thomas im Krankenhaus. Sehr ausführlich werden die medizinischen und pflegerischen Prozeduren gezeigt, die an ihm vorgenommen werden. Und die Kamera hält die ganze Zeit gnadenlos drauf, wenn er für die OP vorbereitet wird oder Blut abgenommen bekommt oder ähnliches. Dabei können wir auch beobachten, wie ihn immer mehr die Lebensgeister verlassen, wir können fast körperlich spüren, wie anstrengend der Kampf gegen die Krankheit ist.
Und so ganz nebenbei werden wir auch Zeuge vom tristen Krankenhausalltag, wir treffen andere Menschen, wie den 19-jährigen, der offenbar ständig immer wieder operiert werden muss und nur lakonisch bemerkt "Ich bin doch eigentlich zu jung für den Mist hier, oder?" Und Luc steht nur da, starrt ihn an und ist offenbar genauso sprachlos wie wir, ihm fällt nichts ein, aber was will man da auch sagen...?
Dabei ist besonders das überragende Schauspiel von Bruno Todeschini zu erwähnen, der es wunderbar versteht, das Leiden und den Schmerz zu transportieren. Das alles wird in unbarmherzigen Bildern gezeigt, grobkörnig und in etwas entsättigten Farben, bis zum unvermeidlichen Ende, auf das alles zulaufen muss. Das Spiel und die Dialoge sind da typisch als französisch zu erkennen und das ist nicht negativ gemeint. Die deutsche Synchronisation ist allerdings manchmal etwas unpassend, die Tonabmischung ist da oft zu laut und unpassend zur Szenerie. Mutmaßlich ist der Film im Originalton dann besser, aber das kann ich jetzt nicht beurteilen, ich hab den Film nur auf deutsch gesehen.
FAZIT: Intensiv gespieltes und sehr bewegendes Drama, in dem es eigentlich nicht so sehr um die Brüder geht (was der Titel ja suggeriert), sondern vielmehr um den Umgang mit Krankheit, Sterben, Verzweiflung und Hoffnung, und am Ende ist man dann ja doch immer alleine mit sich selbst, da kann der Bruder dann auch nicht mehr helfen. Sehenswert!!