Frühling für Hitler
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Lemmiblog
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3,5
Veröffentlicht am 21. April 2026
IM LAND DER KLEINEN ALTEN FRAUEN

Theatermanager Max und Buchhalter Leo haben einen Plan, der so bekloppt ist, dass er fast schon brillant wirkt. Mit dem schlechtesten Stück aller Zeiten reich werden. Also Investoren einsammeln, absichtlich floppen und das Geld behalten.
Steuertrick trifft Größenwahn.

The Producers – Frühling für Hitler (1967) geht ca. 85 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Ein Film von Mel Brooks mit Zero Mostel und Gene Wilder in den Hauptrollen und schon die Grundidee ist so irre, dass man fast applaudieren muss.
Die Prämisse, wenn das Stück floppt, ist keiner sauer, weil eh nichts verdient wurde.
Also wird absichtlich Müll produziert und dabei gehofft, dass niemand merkt, wie kriminell das eigentlich ist.
Die ersten zehn Minuten sind allerdings zäh. Viel überdrehtes Schauspiel, laute Figuren, Chaos-Energie auf Anschlag. Da muss man erstmal durch, bevor der Film seinen Rhythmus findet. Hat er den aber einmal, wird’s herrlich absurd. Max arbeitet sich durchs Rentnerinnen-Pensionat von New York und lässt nichts aus was dritte Zähne hat, sammelt Geld ein und verteilt Gewinnbeteiligungen wie Werbeflyer. 50% hier, 100% da, am Ende sind wir bei gefühlt % Ausschüttung, aber egal, das Stück wird ja eh ein Totalschaden.
Dann kommt die Premiere von „Frühling für Hitler“ geschrieben von einem komplett verstrahlten Hitler-Fan namens Franz und plötzlich explodiert die Comedy. Das ist der Moment, in dem der Film komplett zündet. Publikum, Chaos, Eskalation, genau dafür schaut man sowas.
Das Finale verliert mich dann wieder etwas.
Zu drüber, zu hektisch, zu weit weg vom Kern, der vorher so gut funktioniert hat.
Unterm Strich ein Film, der im Kontext seiner Zeit hervorragend funktioniert.
Die Ideen, die Frechheit und der Wahnsinn tragen das Ganze deutlich weiter als manche Inszenierung. Wer mit überzogenem Spiel nichts anfangen kann, wird anfangs kämpfen, aber spätestens beim Theater-Coup versteht man, warum das Ding Kultstatus hat.

7/10 Punkten. Achja die Ulla, Platinblond, Torpedo-BH, maximal aus der Zeit gefallen inszeniert, aber fairerweise muss man sagen sie war die Einzige, die bei dem ganzen Irrsinn professionell ihren Job gemacht hat.
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