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Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 18. März 2010
Vielmehr als die Einsamkeit eines Menschen in einem fremden Land, geht es hier um die Einsamkeit eines Individuums in einem fremden Universum.
(Soviel zum Vergleich mit ''Lost in Translation''.)
Wie in den Filmen von Wong Kar-Wai scheinen die Personen hier durch ein Meer aus Trauer und Einsamkeit zu schwimmen. Aber in Gegensatz zu Kar-Wais Filmen steht im Zentrum des Geschehens nicht (mehr) die Liebe, sondern eine Einsamkeit, die bis ans Ende des Universums reicht.
Das Ende der Einsamkeit ist keine Frage der Zeit, sondern ein unsichtbarer Windzug der durch das Zimmer zieht.
Nebenbei kann ich mich nicht an einen schöneren (und passenderen) Filmtitel erinnern.
„Last Life in the Universe“ ist ein sehr langsam erzählter, aber doch intensiver kleiner Independent-Film aus Japan. Im Zentrum stehen der Japaner Kenji und die Thailänderin Noi. Er ist zwanghaft, chronisch depressiv und hochsuizidal. Sie ist chaotisch, laut, vollkommen durchgeknallt und irgendwie das genaue Gegenteil von ihm. Er spricht japanisch, sie spricht thailändisch, die beiden finden auf der Sprachebene jedenfalls kaum zueinander. Und doch entsteht zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Menschen, die beide auf ihre eigene Art und Weise traumatisiert sind, eine enge, berührende und auch sehr intime Beziehung. Das ist wunderschön anzuschauen, ja fast schon poetisch. Die Mischung aus japanischer, thailändischer und gebrochener englischer Sprache ist eine wunderbare Metapher für die Kommunikationsstörung der beiden (der ganzen Welt?), die so verschieden und doch so gleich sind.
Ein sehr berührendes, minimalistisches Arthaus-Filmchen, das für Fans des etwas Abseitigen unbedingt sehenswert ist! Stark!