Kim Ki-duk präsentiert uns wie gewohnt wunderschöne, poetische Bilder. Und vor allem die Musik fällt hier besonders auf, manchmal etwas zu schmalzig vielleicht, aber wunderbar abgestimmt mit den Bildern.
Aber was möchte der Film uns mitteilen? Es wird niemals explizit ausgesprochen und bleibt immer ein wenig unklar: Was will der Alte von dem Mädchen? Väterliche Fürsorge? Ein Partner gegen die Einsamkeit? Von den Angelkunden wird es ihm ja immer wieder unterstellt, indirekt auch von dem Studenten, ist seine Intention gar nur eine lüsterne? Zur Befriedigung seiner sexuellen Fantasien?
Ich verstehe den Film so und ich meine, es gibt auch einige mehr oder minder subtile Hinweise dafür, letztlich ist es ja auch die Hochzeit, die mal am 16., mal am 17. Geburtstag des Mädchens, auf jeden Fall aber vor Erreichen der Volljährigkeit, stattfinden soll. Und die missbräuchliche Art und Weise, wie er sie auf seinem Boot hält, als Gefangene, niemals darf sie das Land betreten, niemals darf sie in der Nähe anderer Männer sein. Und der Pfeil am Ende, der sie penetrieren soll und dann gen Himmel geschickt wird und dann doch wieder zu ihr zurückkehrt - okay, die Szene ist jetzt nicht besonders subtil.... Aber all das hat eine eindeutig sexualisierte Konnotation. Und damit geht es hier um Machtmissbrauch, um Kindesmissbrauch und letztlich auch um sexualisierte Gewalt.
All das wird uns von Kim Ki-duk in wunderschönen Bildern präsentiert, der Alte scheint manchmal richtig freundlich, fürsorglich, er kümmert sich um das Mädchen, wie kann man ihm da böse Absichten unterstellen? Und wirkt das Mädchen denn unglücklich? Ja, will sie am Ende nicht bereitwillig wieder zu ihm zurück?`Aber genau das ist dann das verstörende an diesem Film. Es ist der freundliche Mann von Nebenan, der das Mädchen in einer toxischen, hochgradig abhängigen Beziehung gefangen hält und sie nicht freigeben will und man muss ihn dafür hassen und verachten.
Und am Ende gibt er sie dann doch frei, indem er sich dem Meer darbietet, während das Mädchen in den Armen des überforderten Studenten zum blutigen Höhepunkt kommt. Tja, und aus ist's mit der Subtilität und die Message bekommen wir dann letztlich so platt und plump vor die Stirn geballert, dass all das Schöne zuvor irgendwie ad absurdum geführt wird und Kim Ki-duk sich seinen eigenen Film zerschießt... Schade eigentlich....
FAZIT: Plumpe Holzhammer-Symbolik am Ende, zuvor poetisch-schöne Bildkompositionen, wie passt das zusammen? Tja, keine Ahnung, das weiß wohl nur der Regisseur, der uns letztlich ratlos mit diesen Bildern zurücklässt. Wer das möchte kann dann auch einfach nur die wunderschönen Bilder und den wahrlich großartigen Soundtrack genießen.