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BrodiesFilmkritiken
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3,0
Veröffentlicht am 13. September 2017
Lars von Trier ist ein Mann mit einem gewissen Namen – ob der aber noch allzu gut ist sei dahin gestellt. Nach diversen nicht wirklich überlegten Äußerungen mit rechtsradikalen Bezügen ist der Mann mittlerweile erledigt und ziemlich unten durch – aber er war ja eh immer ein zweischneidiges Schwert. Seine Filme sind kontrovers, speziell und niemals irgendwie nahe der Norm. So auch dieser hier der ein sehr bizarres Experiment darstellt – die Schnitttechnik wurde von einem Computer übernommen, wirkt zerfetzt und unvollkommen und lässt so niemals die Wirkung eines normalen Spielfilms entstehen. Die Handlung ist dabei gar nicht mal schlecht und die superschöne Iben Hieje aus „High Fidelity“ sehe ich immer gerne – trotzdem ist der Film in der präsentierten Weise sehr unzugänglich. Finde ich besonders schade da man diesen mit konventionellerer Inszenierung sicherlich erfolgreich hätte auswerten können. Die Story hat nämlich durchaus Witz und eine krasse Schlußpointe. Aber was solls … ein von Trier machts eben nicht normal.
Fazit: Gute Story mit Hintersinn in verdrehter und unkonventioneller Inszenierung!
Ich bin durchaus ein Fan von Lars von Trier, aber der Film hier konnte mich irgendwie gar nicht abholen. Die Grundidee ist eigentlich ganz witzig und funktioniert am Anfang auch ganz gut, es gibt einige wirklich witzige Szenen. Was mich aber auf die Dauer maximal abgestresst hat, ist von Triers selbsterfundene „Automavison“: Die Kameraführung wird komplett von einem KI-Algorithmus gesteuert. Das Ergebnis sind halb angeschnittene Köpfe, halbe Münder in Großaufnahme, schiefe Gesichter und allerhand weitere ungewöhnliche Einstellungen. Das ist am Anfang ganz lustig, die Absicht dahinter ist schon klar, aber nach spätestens 20 Minuten nervt das nur noch. Der ganze Quatsch mit der Kamera hat mich auch immer wieder aus der Story rausgerissen, weil ich mich mehr über diesen Blödsinn geärgert habe, als wirklich noch dem Film zu folgen. Aber eigentlich ist das gar nicht so schlimm, da der Film im Verlauf eh nur noch auf der Stelle tritt und eigentlich nur noch langweilig ist.
FAZIT: Als 40-minütiges Filmexperiment im Rahmen einer Kunstinstallation im Museum für moderne Kunst könnte das gut funktionieren. Als echter Spielfilm kann „The Boss of it all“ allerdings zu keinem Zeitpunkt wirklich überzeugen. Von mir gibt’s hier keine Empfehlung.