Wenn doch der Film von Vornherein den ganzen Upside-Down-Quatsch als Fantasy-Welt etabliert hätte und die Dinge einfach mit magischen oder fantastischen Zusammenhängen erklärt hätte, wäre es so viel einfacher, sich auf den Unfug einzulassen. Stattdessen tischt uns Regisseur Juan Diego Solanas hier unfassbaren pseudo-wissenschaftlichen Schwachsinn von Doppel-Gravitation und inverser Materie auf, wie es die verrücktesten Aluhuttragenden Flat-Earth-Verschwörungsfetischisten nicht besser gekonnt hätten. Das macht alles überhaupt keinen Sinn, ist auch in sich nicht konsistent und wird im Film auch nicht konsequent durchgezogen. Dann ist der ganze Blödsinn nämlich wieder total beliebig, wie es gerade ins Drehbuch passt. Und dass sich Materie, die sich in der fremden Welt (?) befindet, nach einer Weile entzündet ist doch auch völliger Schwachsinn! Müssten die Gewichte, die Adam aus der oberen Welt entwendet, nicht gerade in SEINER unteren Welt, in Flammen aufgehen? Wenn er sie in die obere Welt bringt, sind sie doch genau in ihrer eigenen Welt, wieso entzünden die sich dann? Stattdessen müsste doch er selbst, sein Körper besteht doch auch aus Materie, in Flammen aufgehen???
Ich merke schon, ich denke zu viel über diesen Schwachsinn nach. Aber das kommt eben nur, weil dieser Quatsch als physikalische Realität eingeführt wird, da versuche ich als Hobby-Kosmologe dann eben auch wissenschaftlich-analytisch das alles zu verstehen. Und – Schwupps – das war’s dann auch schon. Es wäre so viel einfacher, das Ganze als Fantasy-Welt wahrzunehmen, denn da ist ja sprichwörtlich alles möglich. Dass der ganze pseudo-wissenschaftliche Unfug auch zu Beginn billig als Voice-Over in einem 5-minütiegn Monolog gebracht wird und dabei den heiligen Filmemacher-Grundsatz “Show, don’t tell” maximal untergräbt, ist dann eigentlich auch nur noch Symptom der zugrundeliegenden Krankheit.
So, jetzt habe ich mich ausführlich über die vermeintlichen physikalischen Gesetze in diesem Film ereifert, man könnte sagen: Ist doch wurscht, wenn der Film ansonsten richtig geil ist, kann man das locker verkraften. Tja, genau das ist er dann aber eben nicht. Die Lovestory zwischen Adam und Eden (die Namen könnten nicht weniger subtil sein!) ist reine Behauptung, 2/3 des Films begegnen sie sich ja fast gar nicht. Und dann wirkt sie maximal unglaubwürdig, zwischen Kirsten Dunst (die hier übrigens gnadenlos unterfordert ist!) und Jim Sturgess (langweilig!) ist auch null Chemie! Und der Weg dorthin, mit Edens selektiver Amnesie und Adams obsessiver Dynamik, auch total bescheuert und einfach nur blöde. Am Ende bleiben dann nur einige durchaus eindrucksvolle Bilder, manche sind wirklich richtig fantastisch, aber das alles nützt halt nix, wenn der dahinterliegende Film kacke ist. Schade um das verschwendete Potenzial!